Koreanisches Selbstbewusstsein

Der Ceed: Mia san mia und Kia

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Alles, außer bieder: Der Kia Ceed überzeugt durch äußeres Design und inneren Chic.

Billigheimer? Das war mal! Mit Niedrigpreisen hat Kia einst in Europa den Fuß in die Tür gebracht und weist inzwischen die höchsten Wachstumsraten aller Hersteller hierzulande auf.

Der Ceed und das Expertentrio: Unser Redakteur Klaus Heydenreich mit seinen Kids Oskar und Marlene.

Doch jetzt soll das Image aufpoliert werden – zum Beispiel mit der zweiten Generation des Ceed. Die hat es wirklich in sich, kommt richtig selbstbewusst daher. Die neue Devise, geradezu asiatisch-bajuwarisch: Mia san Kia!

Und bevor jetzt jemand sagt, der Preiß, der koreanische, der habe aber rein gar nichts mit Bayern am Hut: Stopp! Der Designer des nicht nur optisch gelungenen Ceed kommt aus Bad Reichenhall: Peter Schreyer. Genau der Mann also, der die Ehrendoktorwürde des Royal College of Art verliehen bekam, erst als dritter Autodesigner nach den legendären Sergio Pininfarina und Giorgetto Giugiaro. Und eben auch der Kopf, der für Audi den TT und den preisgekrönten A2 entwarf, oder für VW den Golf IV. Womit wir auch schon direkt bei der Zielgruppe wären: Kia will den Golf angreifen – mit viel Stil, mit viel Hirn und viel Platz.

KIA Ceed 1,6 GDI Spirit

Motor: 1,6 Liter GDI, 135 PS bei 6300/min
Geschwindigkeit: 195 km/h
Testverbrauch: 6,2 Liter(Werksangabe: 5,4 Liter)Getriebe: Sechsgang-Schaltgetriebe mit Start-Stopp-Automatik
Kofferraum: 380 Liter, 1318 Liter bei umgeklappter Rückbank
Preise: von 14.490 bis 22.390 Euro

Das Konzept geht auf, aber weil wir ja nicht zu analytisch sein wollen, haben wir auch unseren Nachwuchs in den Testwagen gesetzt. Sie wissen schon: Kindermund tut Wahrheit kund. Also dann: „Sieht schnell aus, das Auto. Schnell ist schön!“, lautet das Urteil von Oskar und Marlene. Nicht, dass die beiden große Autoexperten wären, aber das trifft es schon ganz gut. Der von uns getestete Ceed 1,6 GDI Spirit (also sozusagen der Luxus-Ceed, 21.820 Euro) sieht markant, sportlich und doch stilvoll aus – doch er schaut eben flotter aus, als er dann tatsächlich ist. Aber das macht ja nichts, wer ihn kauft, war sicher nicht auf der Suche nach einer Rennsemmel. Dafür bietet er Gimmicks wie eine Lenkradheizung, elektrische Fensterheber hinten oder Sitzheizungen, und er bietet ernsthafte Extras wie eine Start-Stopp-Automatik oder drei verschiedene Lenkprogramme von Komfort bis Sport. Wobei auch da nicht alles Gold ist, was glänzt. Die variablen Lenkeinstellungen sind sehr angenehm, aber sie haben keinen Einfluss auf die Fahrwerksabstimmung – und so bleibt der Ceed im Verhalten ein wenig unbestimmt.

Das freut Mama: Oskar und Marlene reisen hinten mit viel Platz.

Auf der anderen Seite fühlt sich jeder direkt wohl im Innenraum. Groß und Klein (selbst mit Kindersitzen) hat hinten ausreichend Platz, die Kopf- und Beinfreiheit ist überall gut. Und dazu das Design: Das ist richtig gelungen. Die Materialien fühlen sich edel an, das Cockpit ist schick und übersichtlich, alles ist da, wo man es sucht, die Instrumente sind selbsterklärend und eine Bedienungsanleitung braucht man eigentlich gar nicht.

Fazit

Der Kia Ceed ist eine echte Alternative zum Golf, kommt zwar motormäßig nicht besonders spritzig daher, dafür mit guter Verarbeitung (kein Klappern, sehr wenig Motorgeräusche) und gelungenem Design. Und dazu hat Kia ein echtes Verkaufsargument: sieben Jahre oder 150.000 Kilometer Garantie! Mia san Kia eben…

Klaus Heydenreich

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