Liebe rostet nicht

Tipps für den Oldtimerkauf

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Für jeden das richtige Blech: Das Angebot an klassischen Fahrzeugen ist groß. Interessenten sollten sich darüber im Klaren sein, welches Modell zu ihnen passt. Foto: Jens Wolf

Die Zahl der Oldtimer-Fahrer nimmt offenbar zu. Kein Wunder, schließlich sind viele Autos jenseits der 30 durchaus alltagstauglich. Doch der Kauf betagter Fahrzeuge birgt noch immer gewisse Risiken.

Autokauf ist Vertrauenssache. Oldtimerkauf erst recht. Denn im Gegensatz zu Neufahrzeugen haben historische Fahrzeuge mindestens 30 Jahre auf dem Buckel - mit den entsprechenden Folgen für Blech und Technik. Doch der Bestand nimmt zu.

Laut dem Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) waren Ende 2011 rund 231.000 Autos mit historischen Kennzeichen (H) angemeldet, Ende 2013 waren es 314.000. Anlaufstellen für Käufer sind Gebrauchtwagenbörsen wie mobile.de, autoscout24.de und autotrader.com, aber auch Kleinanzeigen in Oldtimerzeitschriften, Auktionsbörsen oder Oldtimermessen.

Oldies mit Patina

Besonders umfangreiche Informationen über die angebotenen Oldies hält die Plattform Classic Trader bereit. So werden zum Beispiel auch Zustandskategorien ausgewiesen, und es gibt Platz für bis zu 100 hochauflösende Fotos, Videos und Gutachten. "Wir möchten dem potentiellen Käufer so viel Hilfe, Transparenz und Sicherheit beim Kauf von klassischen Fahrzeugen zur Seite stellen wie nur möglich", sagt Timo Joost, Geschäftsführer von Classic Trader.

Vorsichtig ist aber immer geboten. "Der Oldtimerkauf ist mit Neu- oder Gebrauchtwagen nicht zu vergleichen", sagt Frank Reichert, Leiter Klassik-Koordination beim ADAC. Eine gute Anlaufstelle seien bekannte Händler, die einen Ruf zu verlieren haben. Außerdem müssen gewerbliche Verkäufer eine Gewährleistung geben. Es sei denn, sie wollen "im Kundenauftrag" einen Kaufvertrag zwischen Privatleuten vermitteln. Dann sei Vorsicht geboten, meint Götz Knoop vom Deuvet - Bundesverband für Clubs klassischer Fahrzeuge "Das dient in der Regel dazu, Gewährleistungsansprüche auszuhebeln."

Kurzgutachten

Eine Hilfestellung für die Beurteilung des Zustandes gibt ein Oldtimer-Kurzgutachten von Prüforganisationen wie TÜV und Dekra oder dem ADAC. Oft helfen auch auf bestimmte Modelle und Marken spezialisierte Clubs. "Die haben in der Regel technische Referenten, die fundierte Kenntnisse zu bestimmten Fahrzeugen haben und Einsteigern gerne weiterhelfen", sagt Knoop.

"Vor Blendern schützt man sich am besten, indem man das Auto gründlich kontrolliert. Sollte man dazu technisch selbst nicht in der Lage sein, helfen Sachverständige", so Knoop. Zwar koste ein ausführliches Gutachten Geld, das sei aber gut investiert. Eine Kurzbewertung hingegen sei als Qualitätssiegel nicht empfehlenswert.

Oldtimer als Wertanlage

Einen groben Anhaltspunkt für den Zustand historischer Fahrzeuge bieten Noten von eins wie "sehr gut" bis fünf für "mangelhaft". Ein Klassiker in gutem Zustand ist nach diesen Definitionen ein technisch mängelfreies Auto, das leichte Gebrauchsspuren hat. "Originale Fahrzeuge werden höher gehandelt als verbastelte Fahrzeuge und eine nachvollziehbare Historie ist wertsteigernd", sagt Knoop. Dazu zählen die originalen Kaufunterlagen und Rechnungen, aber auch Fotos von Reparaturen und Restaurierungen.

Oldtimer-Interessenten sollten sich vor allem im Klaren sein, welches Auto am besten zu ihnen passe. "Mit einem Wagen aus der Messing-Ära wird ein Serpentinen-Liebhaber auf Dauer wenig Spaß haben", sagt Frank Reichert. Der Oldtimer-Experte rät, sich vorher genau über den Fahrzeugtyp und das ausgewählte Exemplar zu informieren.

Jedem Oldtimerkäufer muss laut Götz Knoop aber klar sein, dass man selbst bei einem restaurierten Fahrzeug Technik erwirbt, die mindestens 30 Jahre alt ist. Der Kunde darf also nicht die gleichen Erwartungen wie an einen Neuwagen haben. Sonst kann die Liebe zum alten Blech schnell rosten.

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dpa

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