Wirbel um neues Gemisch

USA: Automobilclub warnt vor E15-Sprit

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Orlando - Während wir in Deutschland noch über E10 streiten, sind die USA schon einen Schritt weiter. Dort warnt der größte Automobilclub des Landes, AAA, vor der Einführung der neuen Sorte E15.

Bei der Bezeichnung E15 handelt es sich um aus Erdöl gewonnenem Benzin mit einer fünfzehnprozentigen Beimischung von Ethanol.

Weniger als fünf Prozent der Autos auf der Straße seien für das neue Gemisch freigegeben, erklärte der Club am Freitag. Weil die Autofahrer jedoch nur unzureichend aufgeklärt seien, könnten sie den Sprit versehentlich tanken und damit den Motor schädigen.

„Millionen Amerikaner kennen sich mit E15 nicht aus“, sagte AAA-Präsident Robert Darbelnet. Er drängte die Regierung, das Okay für die Spritsorte zurückzunehmen. Seit kurzem läuft der Verkauf, wenngleich das Gemisch bislang nur wenigen Tankstellen tatsächlich erhältlich ist.

Dagegen ist E10 - um das sich die Diskussion in Deutschland dreht - längst gang und gäbe. Nach Angaben des US-Energieministeriums ist mehr als 95 Prozent des Sprits im Land bis zu einem Zehntel Ethanol beigemischt.

Nun soll nach dem Willen der Regierung allerdings E15 die Autos antreiben. An dieser Stelle ähneln sich Alte und Neue Welt wieder: Der größte Automobilclub des Landes warnt eindringlich vor der neuen Spritsorte.

Jedoch wird ein Punkt in den USA nahezu ausgeklammert, der in Deutschland und anderswo in Europa zuletzt die politische Diskussion über E10 bestimmte: Dass der Treibstoff die Nahrungsmittelknappheit in der Welt noch verschlimmern könnte. Denn Ethanol wird aus Pflanzen gewonnen, etwa aus Weizen, Roggen, Mais, Raps oder Zuckerrüben. Die EU rudert deshalb bei ihren einst hochtrabenden Biosprit-Plänen schon zurück. In den USA dürfte diese Diskussion gerade erst begonnen haben.

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Bio-Sprit E10: Die wichtigsten Infos

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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