Vogel liebt Raubkatze

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Zwei Traumtypen: Jürgen Vogel hängte sich schon als Zehnjähriger das Foto eines E-Types übers Bett – heute fährt er selber mit einer Raubkatze aus dem Jahr 1961.

Ist es nun eine Vogel-Manie, oder sind unzählige Youngtimer-Fans vor allem vom roten Jaguar E-Type elektrisiert? Unglaublich jedenfalls, welche Begeisterung beide auslösen...

Jürgen Vogel

...sobald sie am Schlossplatz von Winsen an der Luhe, am Lübecker Kobergplatz oder sonst entlang der Hamburg-Berlin-Klassik 2011 auftauchen: Schauspieler Jürgen Vogel, der in Filmen wie Keinohrhasen und Die Welle fleißig Sympathiepunkte gesammelt hat, und der legendäre Jaguar E-Type, seit seiner Weltpremiere 1961 für viele Autofans und sogar laut Enzo Ferrari „das schönste Auto der Welt“. Der britische Supersportler war damals mit 240 km/h Spitze das schnellste Serienauto, dabei mit 25.000 Mark nur etwa halb so teuer wie vergleichbare Traumwagen von Aston Martin oder Ferrari. Seinem Charme verfielen Weltstars wie Brigitte Bardot oder Steve McQueen, in den 60er-Jahren war er für den coolen FBI-Agenten Jerry Cotton der angemessene fahrbare Untersatz.

Jaguar E Type - eine Autolegende

Jaguar E Type - eine Autolegende

2011 gehören Jürgen Vogel und der E-Type zu den Highlights der Klassiker-Rallye Hamburg-Berlin 2011. Die Paarung ist kein Zufall: „Der E-Type war das erste Auto, das ich mir als Zehnjähriger aus der Zeitung ausgeschnitten und an die Wand geklebt habe“, schwärmt der Schauspieler über die Sportwagen-Ikone. Der feuerrote Jaguar E-Type Roadster Baujahr 1961, mit dem Jürgen Vogel die 700 Kilometer absolviert, gehört zu den ältesten noch fahrbaren Exemplaren des heuer 50 Jahre alt gewordenen Klassikers – zu erkennen an den typischen Plexiglas-Scheinwerfern der ersten Serie.

Lesen Sie mehr zum Thema:

Sexy mit 50: Mythos Jaguar E-Type

Die Katze erobert neues Revier

Waschechter Brite: Der neue Jaguar XJ

Spötter nannten den E-Type wegen seiner eigenwilligen Proportionen einst „Motor mit Notsitz“, Kabarettist Wolfgang Neuss bemühte gar das überstrapazierte Bild vom Phallus-Symbol. Jürgen Vogel sieht das locker: „Jeder hat seine eigenen Bilder im Kopf. Ich denke, Wolfgang hat damit einfach gemeint, dass es ein ausgesprochenes Kraftauto ist.“ Unter der sinnlich langen Haube röhrt ein 3,8- Liter-Reihensechszylinder mit satten 265 PS. Besonders reizvoll findet Vogel am Ur-E-Type von 1961, dass der Motor die Rallye mit nur 12 bis 13 l/100 km Verbrauch meistert. „Da muss man zeitgemäß denken, und ich finde das echt erstaunlich für ein Auto dieses Baujahres und mit so viel Leistung.“ Diese bodenständige Sichtweise passt so recht zum unkomplizierten Jürgen Vogel, der mit Engelsgeduld unzählige Autogramme gibt oder für gemeinsame Portraits mit Fans freundlich stillhält.

Ist es nun eine Vogel-Manie, oder sind unzählige Youngtimer-Fans vor allem vom roten Jaguar E-Type elektrisiert?

Am Ende liegt Jürgen Vogel bei 190 Startern auf Platz 94 und gewinnt so die team­interne Wertung vor Regisseur Sönke Wortmann auf der Schwestermarke Range Rover. Ein standesgemäßes Resultat im E-Type, der seit 1996 als eines von wenigen Automobilen dauerhaft das New Yorker Museum of Modern Art bereichert.

Über 72.500 Exemplare des Langhaubers wurden bis 1975 gebaut, davon mit 33.996 die Mehrheit als Roadster. Vogel fährt den Zweisitzer genüsslich offen, so oft es das raue norddeutsche Wetter zwischen Hanse- und Hauptstadt zulässt. Im Visier immer den Straßenverlauf der Youngtimer-Rallye mit der schier endlosen Motorhaube im Vordergrund.

Jürgen Vogel

Wenn`s um Punkte geht, ist das Markenzeichen des „Jag“ laut Vogel allerdings unpraktisch: „Mit der schönen, langen Schnauze sind wir ein wenig im Nachteil. Du kannst schwer abschätzen, wann du genau durch die Lichtschranken der Zeitnahme fährst.“ Aber Vogel nimmt‘s gelassen: „Bei so viel Schönheit muss man halt auch irgendwelche Nachteile in Kauf nehmen.“

Die Tücken der Schönheit bekommt der Charaktertyp Tag für Tag besser in den Griff – bis hin zum kniffligen Einlegen des nicht synchronisierten ersten Gangs, ohne in den Rückwärtsgang zu rutschen und unfreiwillig für Lacher am Streckenrand zu sorgen. Der sympathische Vogel liebt die sinnliche Raubkatze. Die populäre Paarung wird noch viele Oldtimer-Rallyes bereichern.

Ralf Schütze

Zurück zur Übersicht: Auto

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser