Lancia Thema und Infiniti M30

Das Duell der Herausforderer

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Das Duell der Herausforderer: Lancia Thema und Infiniti M30 im Vergleich

Lancia Thema und Infiniti M30 wollen im Premium-Segment mitmischen: Kann das gelingen? Ein Vergleich:

Robust und herzhaft: Der Lancia Thema überzeugt als kernige Limousine.

Eigentlich ist im Premiumsegment kein Platz mehr frei. Und doch zieht es fast alle Hersteller dort hin. Renault und Nissan schicken dafür ihre Nobelmarke Infiniti mit dem M30 ins Rennen, bei Fiat buhlt der ehemalige Chrysler 300 als Lancia Thema um die zahlungskräftige Klientel. Das Duell der Herausforderer: Kann die französisch-japanische Allianz den US-Italienern Paroli bieten?

Fangen wir gleich bei den Herzen an, die unter der jeweiligen Motorhaube schlagen. 238 Selbstzünder-PS im Infiniti M30d S Premium treten gegen 239 Diesel-PS im Lancia Thema Executive an. Beide Sechszylinder – der eine von Renault entwickelt, der andere von Fiat – sind Muskelprotze, bepackt mit einem Drehmoment von 550 Nm (Infiniti) und ebenfalls 550 Nm (Lancia). Von null auf 100 km/h geht es in 6,9 Sekunden beim Infiniti, der Italo-Amerikaner braucht 7,2 Sekunden. Den nackten Daten nach zu schließen geht diese Runde eher an den Infiniti. Beim Fahrgefühl schlägt der Lancia jedoch seinen Konkurrenten. Agiler, durchzugskräftiger und bulliger kommt einem das Lancia-Aggregat vor. Da ist mehr Power in der Hose des Italo-Amerikaners. Der französische Japaner überzeugt allerdings mit seinem Siebenganggetriebe. Was nicht schwierig war, denn der Test-Thema hatte noch die alte Fünfgangautomatik drin. Punktabzug!

Gediegen und solide: Im Infiniti M30d nimmt man in eleganter Atmosphäre Platz, der letzte Pfiff fehlt aber noch. Es erinnert an ein fahrbares Sofa.

In den beiden Innenräumen der Limousinen tummeln sich viel Leder, moderner Zierrart und – Konkurrenz hin, Konkurrenz her – jeweils eine im Retrodesign gehaltene silberne Uhr mit Zeiger und Zifferblatt. Bei der Verarbeitung hat der Infiniti die Nase vorn. Hier kann er zumindest an die Qualitäten von BMW, Mercedes und Audi hinschmecken. Beim Lancia fehlt es dazu noch ein ganzes Stück. Da lässt sich die amerikanische Herkunft dann doch nicht ganz leugnen. Auch wenn sich seit der Überarbeitung durch italienische Designer (zum Beispiel die azurblauen Rundins­trumente) einiges getan hat. Vorteil Infiniti.

Infiniti M30d: Äußerlich kann sich die Limousine aber durchaus sehen lassen

Beim Kraftstoffverbrauch gibt es keine himmelweiten Unterschiede. Um die 9,5 Liter Diesel muss man schon investieren, um die beiden Schlachtschiffe (der Lancia wiegt 2,038 Tonnen, der Infiniti 1,845) flott durch die Stadt und übers Land zu bewegen. Da hat keine der beiden Marken einen Vorteil, was übrigens auch auf das Kofferraumvolumen zutrifft, das mit 550 Litern beim Infiniti durchschnittlich ist, beim Lancia allerdings mit 462 Litern etwas mickriger ausfällt. Womit wir beim Preis wären. Hier hat der Lancia die Nase vorn: Im positiven Sinne, denn los geht’s hier schon bei knapp über 41.000 Euro, der große Diesel liegt bei 50.900 Euro. Der Infiniti M30 fängt erst bei 51.500 Euro an (es gibt keine kleinere Dieselvariante). Die prächtig ausgestatteten Testwagen kosteten: 52.250 Euro (der Lancia) und 64.650 Euro (der Infiniti). Vorteil für Italien.

And the winner is … Nein, bei diesem Duell gibt es keinen klaren Gewinner. Letztlich ist alles eine Geschmacksfrage und eine Sache des Temperaments. Der Infiniti glänzt durch gediegenen eleganten Großstadtcharme, ein fahrbares Sofa mit soliden Fahreigenschaften. Der Lancia Thema hingegen ist eine robuste Limousine, mit herzhaftem Motor und kernigen Fahreigenschaften, ein Italo-Western auf vier Rädern.

RDF

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