Glanz und Gloria

Mercedes S-Klasse Coupé: Gute Lage ist alles

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Traumauto mit Stern: Die sanft geschwungenen Formen des S-Klasse Coupé lassen die Herzen von Ästheten höher schlagen.

Luxus-Offensive bei Mercedes: Nicht nur die erfolgreich gestartete S-Klasse bekommt mit dem edlen S-Klasse Coupé und dem entsprechendem Derivat von AMG Nachwuchs, auch in der CLS-Familie gibt es Neues.

Zwar kein Baby, dafür aber ein neues Gesicht. Wir stellen alle drei Modelle vor, drei Träume auf vier Rädern, die den Stern aus Stuttgart zu weiterem automobilen Glanz und wirtschaftlichem Gloria bringen sollen.

Das S-Klasse Coupé

Es sei der Wortwitz verziehen, aber da ist er: Wir haben eine gewisse Neigung dazu zu neigen, dass wir uns geneigt zeigen und uns vor so viel Ingenieurskunst verneigen. Ganz richtig, dieses Auto neigt sich in die Kurven so wie ein Motorrad. 2,5 Grad – natürlich nach innen – zwischen 15 bis 180 Stundenkilometern. Möglich macht es das Magic Body Control-System, das mit einer Doppelkamera direkt hinter dem Rückspiegel die Straße nach Unebenheiten und Beschaffenheit abscannt, das Ganze mit anderen Daten wie zum Beispiel Geschwindigkeit oder auch Einlenkwinkel abgleicht und das Fahrwerk vorab informiert. Dadurch kann die Federung schon vorausschauend reagieren und den Fahrkomfort steigern. So funktioniert das Prinzip auch bei der sogenannten CURVE-Funktion. Wie das gemacht wird? Zylinder heben und senken die Fußpunkte der Stahlfedern in Bruchteilen von Sekunden und schon macht sich ein luxuriöses Motorradfeeling breit, ganz ohne Lendenwirbellahmheit oder die beklemmende Enge einer Lederkombi bei leichtem Übergewicht.

Fahrspass – die Motoren, Verbrauch und Co2

Auf besonderen Wunsch: Ein besonderes Fahrwerk wirkt der Fliehkraft in Kurven entgegen. So sieht die Darstellung im Cockpit aus.

Mehr Fahrspaß, mehr Luxus. Letzteres ist beim neuen S-Coupé jedoch nicht nur Leder und Edelhölzer oder etwa die Beduftungsanlage, nein, es gibt auch Luxus, den man von außen sehen kann. Zum Beispiel den vom österreichischen Gesteinsdistributor Swarovski: 47 Kristalle veredeln jeweils einen Scheinwerfer. Davon sind 30 für das Blinken zuständig und 17 für das Tagfahrlicht (Aufpreis: 3.332 Euro), wie Mercedes-Baureihenchef Hermann-Joseph Storp aufzählt. Der findet, dass das neue S-Coupé wie die deutsche Nationalmannschaft ist: „Harmonisch in allen Mannschaftsteilen!“. Und dass die Innenraumhöhe immerhin um 34 Millimeter gewachsen ist, obwohl das Auto in allen Dimensionen gekürzt wurde, ist das Ergebnis feiner Ingenieurskunst, geschuldet dem Körperbau des Mercedes-Chefs Dieter Zetsche. „Denn der ist“, so Storp, „ein echter Sitzriese!“

Kosten, ach ja kosten tut das S-Klasse Coupé auch. Das S 500 4matic startet bei 125.961 Euro, Luxuszusätze wie Aktivsitze mit Hot-Stone-Massage-Funktion für 2023 Euro oder die Burmester-Soundanlage mit 1520 Watt für 7497 Euro lassen deutlichen Spielraum nach oben.

Das S-Klasse Coupé und der S 63 AMG sind jedoch nur Vorboten einer weiteren Offensive im Luxus-Segment: Sechs Derivate der S-Klasse soll es geben. Ein extralanger Pullman, der auch als S 600 mit Zwölfzylinder-Biturbo das kleine aber feine Maybach-Publikum holen will, ist mehr oder minder bekannt. Dazu könnte es eine Landaulet-Variante geben (Cabrio nur auf den hinteren Sitzen), und natürlich ein S-Cabrio auf Basis der Coupé-Variante. Und wenn man ganz kühn ist, könnte man auch noch über einen Spitzenklassen-SUV nachdenken. Luxuskonkurrent Bentley ist bereits mit Prototypen auf den Straßen unterwegs (Verkaufsbeginn 2016) und auch die Konkurrenz von Rolls Royce bastelt an einem Nobelhobel fürs grobe Gelände. Warum nicht ein S-SUV, und wenn es sein sollte, auch ein S-SUV Coupé?

Das neue Mercedes S-Klasse Coupé

Das neue Mercedes S-Klasse Coupé

Spiel mit den Muskeln -  S63 AMG

Der S 63 AMG kostet 170.586 Euro.

Der will wirklich nur spielen. Und zwar mit seinen Muskeln. 585 PS aus dem 5,5 Liter-V-8-Aggregat bringen unter der akustischen Mitwirkung einer satt aber distinguierten Abgasklappenanlage Traumwerte auf die Straße. 3,9 Sekunden von 0 auf 100 Stundenkilometer bei einem Drehmoment von 900 Nm. Der S 63 AMG ist etwas, was man sich bei entsprechendem Spielgeld auf dem Konto gerne als Drittauto in die Garage stellt. Spielgeld heißt in diesem Fall mindestens 170.586 Euro. Dafür bekommt man allerdings ein Spielzeugauto, das höchsten Fahrkomfort garantiert. Verbrauchen soll der AMG 10,3 Liter, sein kleiner Bruder, der S 500, liegt bei knapp unter 10 Liter. Diese Werte sind im Normbetrieb jedoch eher utopisch.

RDF

CLS Shooting Brake: Unterwegs im Nobel-Kombi

Eine Yacht für die Straße, 5-Sterne-Kinderwagen oder Design-Ikone mit Heckklappe – mit diesen Titeln wurde der Mercedes CLS Shooting Brake vor zwei Jahren bejubelt. So liegt die Messlatte für das Facelift hoch. In London feierte der überarbeitete Mercedes CLS Shooting Brake kürzlich sein Debüt. Eine günstige Gelegenheit den Nobel-Kombi Probe zu fahren.

Erster Eindruck: Im Sonnenlicht funkeln die neu verbauten Chromteile im Diamantgrill. Die gesamte Front wirkt dadurch weich und leicht. Die schwarzen mächtigen Lufteinlässe unter den neuen Scheinwerfern bilden dazu einen gelungenen Kontrast. Das sportlich-flache Dach steht dem 4,90 Meter langen Fünftürer immer noch verdammt gut. Neben den künftig serienmäßig im CLS verbauten LED-Scheinwerfern bietet Mercedes optional jetzt auch Multibeam-Leuchten an. Sie verfügen über jeweils 24 Leuchtdioden, die mit Hilfe von Sensoren und Kameras am Wagen einzeln angesteuert werden können und so für eine bessere Lichtverteilung in bestimmten Fahrsituationen sorgen sollen: vom blendfreien Dauerfernlicht bis hin zur optimalen Ausleuchtung im Kreisverkehr.

Innen ist der Shooting Brake edel, aber lässig. Das braune Leder auf der Armatur ist mit groben weißen Nähten abgesteppt. Der Look erinnert an die Machart eines Pferdesattels. Dominant ist das freistehende acht-Zoll-Farbdisplay mit 20,3 Zentimeter in der Bildschirmdiagonalen.

Wir nehmen hinter dem neuen Dreispeichenlenkrad Platz – und los geht’s auf englischen Straßen. Beeindruckend, wie leicht sich der Kombi – übrigens ein CLS 350 BlueTec mit 258 PS – führen lässt. Entspannt liegt der Wagen im Komfort-Modus auf der Straße. Rustikale, bucklige englische Landstraßen, selbst mit kleinen Schlaglöchern federt der Kombi souverän ab. Die neue von Mercedes selbst entwickelte Neungang-Automatik arbeitet wunderbar. Gangwechsel? Davon ist nichts zu spüren. Viel zu schnell ist die kurze Testfahrt vorbei und wir steigen entspannt aus.

Fazit

Auch der neue CLS Shooting Brake ist auch nach seinem Facelift ein guter Typ. Ab 47.050 Euro.

M. Lippl

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