Drei von einem Stern

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Selbst die Kühe auf der Alm geraten ins Schmachten: Der GLK ist ein sparsamer Lifestyler. Unser Autotester Rudolf Bögel zeigte sich vom Baby-SUV ebenfalls beeindruckt: „Was für ein Kerl“

Mit diesem Boom hat keiner gerechnet. Die sogenanten SUVs, auf gut Deutsch Geländewagen genannt, sind beim Absatz immer noch auf der Überholspur.

Mit der G-Klasse hat Mercedes 1979 den ersten SUV auf den Markt gebracht. Die Familie ist mittlerweile auf vier Mitglieder angewachsen. Opa G und Enkel GLK gibt es nun mit neuem Gesicht und neuer Technik. Und den großen Bruder ML mit noch mehr PS.

Mercedes GLK

Mercedes GLK

Ein SUV, der nicht säuft. Das soll er sein, der jüngste und kleinste Spross der Daimler’schen Geländewagenflotte, der GLK. 5,5 Liter soll er in der kleinsten Dieselversion verbrauchen. Hut ab, denn damit schafft der Enkel im Vergleich zum gleichzeitig aufgehübschtem Opa, dem AMG-Modell der G-Klasse (siehe rechts), die etwa vierfache Strecke.

Limousine, Lifestyle, und das Ganze geländetauglich. Was sich wie die eierlegende Wollmilchsau auf vier Rädern anhört, ist Mercedes mit dem neuen GLK gelungen. Im Vergleich zum Vorgängermodell hat sich der SUV sogar noch schicker gemacht, dabei aber sein kantiges und charaktervolles Aussehen Gott sei Dank nicht verloren.

Die Mercedes GLK-Klasse 2012

Die Mercedes GLK-Klasse 2012

Die Testfahrten mit dem GLK fielen ebenfalls zur vollsten Zufriedenheit aus. Beim Geländefahren kann der SUV weitaus mehr, als man ihm zutraut. Er meistert Bergpfade so lockerleicht, dass die Kühe auf der Alm schmachtende Blicke zum vierrädrigen Galan schicken. Aber auch auf Landstraße und Autobahn ist der GLK ein geschmeidiger und schnittiger Bursche. Das Fahrwerk ist wahlweise so komfortabel, dass man meint, in einer Limousine zu sitzen, mitunter aber auch hart genug, um sportlich unterwegs zu sein. Zum Beispiel mit dem 350er, der mit der Kraft seiner 306 PS sportive Qualitäten entwickelt. Üppiger geworden ist beim GLK vor allem die Ausstattungsliste. Fast alles was S- und E-Klasse zu bieten haben, kann geordert werden, damit der Baby-SUV von Benz auch weiter kräftig wächst.

Neu für einen Daimler: Die 360-Grad-Rundumsichtkamera aus der Vogelperspektive und eine Einparkhilfe, die nicht nur in die Lücke manövriert, sondern auch wieder heraus. Fehlt nur noch, dass das Auto selbstständig tankt. Den GLK wird zunächst in vier Motorvarianten angeboten: vom GLK 200 CDI mit 143 PS bis hin zum 350er mit 306 PS. Beim 200 CDI und 220 CDI gibt es nur Heckantrieb, alle anderen haben 4matic. Preise ab 36.235 Euro.

Fazit der ersten Ausfahrt: Der Baby-SUV fährt sich so frech wie er aussieht, im Kern ist er grundsolide. Und wenn es mal im Hafer sticht: Eine Bergtour machen – aber mit dem Auto!

Mercedes ML 63 AMG

Bulle mit Bums: Für PS-Fetischisten bietet der ML 63 AMG kräftige 557 Pferdestärken

5,5/557/760! Das sind Maße! Allerdings nur welche für PS-Fetischisten. 5,5 Liter Hubraum, 557 PS, und ein fast unglaubliches Drehmoment von 760 Newtonmeter – damit fegt der ML 63 AMG fast alles in seiner Klasse weg, was auf vier Allrädern unterwegs ist. Eine Ausfahrt mit einem Auto von einem anderen Stern: Nicht so zahlreich wie die Sterne am Himmel sind die Käufer dieses Autos. Aber mit 24.000 ist die Anzahl für so ein exklusives Fahrzeugsegment schon ordentlich. 1999 stand mit dem ML 55 das erste Geschoss dieser Art beim Händler. Jetzt die 3. Generation – exklusiver und mächtiger als alle seine Vorgänger. Das fängt beim Motor an, der mit dem aufpreispflichtigen „performance package“ 557 PS aufbietet und damit wie ein Sportwagen bei permanentem Allradantrieb von 0 auf 100 km/h in 4,7 Sekunden hetzt. Die Besonderheit bei der Kraftübertragung: 40 Prozent kommen auf die Vorderräder und 60 Prozent auf die Hinterachse. Das gibt dem 2,3-Tonner einen kraftvollen Antritt, kombiniert mit einem gewaltigen Nachbrenner von hinten. Dabei wollen die Motorenbastler von AMG etwas geschafft haben, was bislang in dieser Leistungsklasse nicht möglich erschien: Das Auto braucht – Disziplin beim Gasfuß vorausgesetzt – 11,8 Liter.

Mercedes ML 63 AMG

Mercedes ML 63 AMG

Edel und komfortabel: Ein Blick ins Cockpit des ML 63 AMG

Für fetten Fahrspaß sorgt aber nicht nur der Motor allein. Unbedingt hörenswert ist der Sound des Achtzylinders. Hast du Töne? Der ML 63 hat! Das sanfte Fauchen beim Zwischengas, das mächtige Gebrüll im hohen Drehzahlbereich, das macht Spaß. Der ML kann aber auch komfortabel. Durch die Wankstabilisierung, die das Fahrzeug in den Kurven fast in der Waage hält und die elegante Luftfederung bietet das Edel-SUV auch S-Klassen-Feeling. Das gilt natürlich auch für die exquisiten Ausstattungsvarianten wie zum Beispiel die neue Kombination aus maronifarbenem Leder und matter Eschenholz-Ausstattung. Edel und kräftig – das schlägt sich auch im Außendesign nieder. Im Gegensatz zum Serienmodell hat der AMG vier verchromte Endrohre als Erkennungszeichen und eine deutlich größere Frontöffnung. Der AMG-Koloss hat natürlich seinen Preis. Aufgerufen werden 108.855 Euro in der Basisvariante. Das „performance package“ liefert noch einmal zusätzliche 32 PS und 60 Nm Drehmoment, bedingt bei der Gesamtrechnung aber noch einen Nachschlag von 7021 Euro.

Fazit: Wer eine exklusive und geländetaugliche Sänfte mit Düsenantrieb will – der ist beim ML 63 an der richtigen Adresse.

Mercedes G-Klasse

Gefühlt ist es das am häufigsten eingestellte Serienauto der Welt. Aber Totgesagte leben länger! Und so hat der G-Mercedes, der Urvater der Stuttgarter SUV-Flotte, jetzt ein Facelift und ein Technik-Update erhalten. Und mit dem Achtzylinder G 63 AMG steht ein Spielzeug zur Verfügung, das wieder beweist: Unvernunft kann so schön sein. Woran man den AMG erkennt?

Offroader-Klassiker: Mercedes G-Klasse

Offroader-Klassiker: Mercedes G-Klasse 

Optisch an den drei großen Lufteinlässen zum Atmen für das 5,5-Liter-Triebwerk (760 NM Drehmoment, 544 PS) und an den Zwillingsstreben im Motorkühler. Akustisch: am brabbelnden Soundteppich, mit dem die verchromten Sidepipes die Umgebung

Modellpflege für den G-Mercedes: Unvernunft kann so schön sein!

beschallen. Der Biturbo ist eine Zugmaschine im wahrsten Sinn des Wortes, im strotzenden Sound-Stakkato der Auspuffrohre jagt der zeitlos schöne „Jeep“ wie eine von der Tarantel gestochene Bergziege die Anhöhen hinauf. Das Fahrwerk sorgt für gute Kurveneigenschaften, wenngleich dem G-Mercedes aufgrund seines hohen Schwerpunkts natürliche Grenzen gesetzt sind. Innen ist alles am angestammten Platz wie der Klammergriff oberhalb des Handschuhfachs. Neu sind ein großer Bildschirm, eine überarbeitete Instrumententafel und natürlich jede Menge edle Design-Elemente, schließlich ist der G, um es auf den Punkt zu bringen, mehr Luxusgeschöpf als Off-Road-Pomeranze.

Mercedes G Klasse

Den G gibt es als Station Wagon und als Cabriolet. Los geht die Preisliste bei knapp über 85.000 Euro, dafür sind Spielereien wie Distronic, Spurhalte-Assistent & Co. schon mit an Bord. Der G 63 kostet bereits 137.000 Euro. Nach oben ist natürlich noch Luft, vor allem, wenn man sich den 12-Zylinder G 65 AMG (612 PS, 1000 Nm Drehmoment) leisten will. Da kosten die vier Töpfe im Motorraum einen satten sechsstelligen Betrag als Aufpreis.

Aber: Die Anzahl der vorliegenden Bestellungen übertrifft bereits jetzt die ohnehin nicht gerade verhaltenen Erwartungen bei Mercedes um das Doppelte. Noch Fragen?

RDF

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