Der neue VW Beetle

Mit dem Käfer in der Hummelei

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Ein Käfer im natürlichen Lebensraum: Der VW Beetle ist ideal für kleinere Ausflüge in die Berge oder als Stadtauto – wobei er beim Einparken ­etwas unübersichtlich ist.

„Auf geht’s, wir fliegen mit dem Käfer in die Hummelei!“ Sehr verlockend – und schon sind meine beiden Kinder drin im kugelrunden VW Beetle.

Platz ja, viel Platz nein: Kinder haben hinten genug Beinfreiheit, aber wenig Ausblick, vorne ist sehr viel Raum.

Das Ziel, den Berggasthof an der Sudelfeldstraße, kennen sie nicht, auch die alten VW Käfer aus dem vorigen Jahrhundert (und die warmen Erinnerungen ihres Vaters daran) sind ihnen herzlich egal. Aber Hauptsache, die Familie darf den azurblauen Testwagen bewegen, dieses mit Kinderaugen betrachtet merkwürdig andere Auto. Und wie es so ist: Kindermund tut Wahrheit kund. „Schön rund“, urteilt die kleine Marlene (3). „Cool, irgendwie so breit“, schätzt der nicht ganz so kleine Oskar (5). Und der Vater sagt zustimmend: „Genau, ein Käfer halt.“

VW Beetle 1,2 TSI

Motor: 1,2 Liter TSI
Zylinder: 4
Leistung: 105 PS/77kW Hubraum: 1197 ccm Geschwindigkeit: max. 180 km/h
Von null auf 100: 11,3 Sekunden
Drehmoment: 175 Nm Getriebe: 6-Gang Verbrauch: 6,9 Liter/100 km (kombiniert) Tankinhalt: 55 l Leergewicht: 1280 kg

Preis: ab 16.950 Euro(Grundversion)

Mit diesem Stimmungsbild ist auch ziemlich viel zusammengefasst, kurz gesagt ist der Beetle des Jahres 2012: sehr sympathisch! Klar, mit dem Käfer früherer Tage hat der Beetle technisch gesehen (zum Glück) nicht mehr viel gemein. Aber Form und Design im Innenraum sind Käfer-like, zum Beispiel in der Designvariante mit den lackierten Flächen inklusive zusätzlichem Käferfach über dem Handschuhfach, die dem Beetle einen anerkennenden Blick der Beifahrerin einbringen. Auch die ist früher keinen Käfer gefahren, kann aber sofort nachfühlen, warum der Kleine erst praktisch und später ziemlich cool war. Und gerade deswegen dürfte dieses Urteil „sympathisch“ die Macher von VW sehr zufrieden machen. Schließlich soll der Beetle vor allem eines: Gefühle wecken. Ansonsten müsste man wirklich nicht knapp 18.000 Euro (Ausstattung: Design) ausgeben, denn für diesen Preis gibt es woanders mitunter mehr Auto und Funktionalität. Aber eben auch viel weniger Charme. Den jedoch hat der Beetle!

Er ist ein Hingucker, die neue Form ist etwas flacher, etwas breiter, etwas dynamischer, er hat neue, elegantere Heckleuchten, dazu vorne schöne, dicke Käferaugen und wunderbar runde Radkästen (ja, so hat man das früher in Käferzeiten genannt!). Was der Beetle leider nicht hat, und das ist gerade in der kleinen 1,2-Liter-Version schade, ist eine Start-Stopp-Automatik. Denn wenn schon kleiner Motor, dann doch lieber richtig Sprit sparen! So aber hat man das Gefühl, dass man mit diesen 105 PS zwar völlig ausreichend motorisiert ist, aber eben doch nicht richtig Benzin spart. Etwa sieben Liter flossen bei unserem kombinierten Ausflug mit Stadt- und Überlandstrecken durch den Einspritz-Benziner-Motor, nicht unbedingt wenig. Beim 1,6-Liter-Diesel sind werkseitig allerdings nur 4,5 Liter angegeben, und wenn das annähernd erreicht wird, wäre es eine lohnende Variante.

Abgesehen vom Verbrauch ist auf der Straße aber durchaus Spaß geboten. Klar, es geht nicht zu rasant zu, langweilig aber wird es nie, und das liegt auch an der erwähnten Grundcharakteristik des ­Beetle: sympathisch – da passt sich auch der Fahrstil an, es geht irgendwo zwischen gelassen und flott den Berg hinauf zur Hummelei.

Das ist der neue VW Beetle

Der neue VW Beetle

Stylisch mit wohlplatzierten Instrumenten: das Cockpit des Beetle.

Denn genau dort sind wir auch zum Fototermin verabredet. Grüne Wiesen, das Kaisergebirge im Hintergrund, das ganze etwa 80 Kilometer von München entfernt, das sind die Dimensionen, in denen sich der Beetle bewegt. Wer ein paar Nächte wegfährt, kriegt genug Gepäck in den 310-Liter-Kofferraum, und bequem ist es auch: Der 1,93 Meter große Autor dieser Zeilen hatte ausreichend Beinfreiheit. Nur die kleinen Passagiere im Fond hatten etwas wenig Sicht nach draußen – aber selbst das haben sie klaglos weggesteckt. Denn in einem echten Käfer zu reisen, macht eben Spaß. Weil auch Menschen, die eigentlich gar keine Käfer kennen, den Beetle sympathisch finden.

Klaus Heydenreich

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