Viel PS für wenig Geld

Nissan 370Z Nismo: Der Nippon-Porsche

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Nismo-Tuning: Der 370Z bekam 16 PS mehr (jetzt 344), der Spurt gelingt in 5,2 Sekunden.

Was für ein auffälliges Geschoss! Dicker Retro-Spoiler, satte Sportwagenformen, mächtige grau lackierte 19-Zoll-Felgen, bissige rote Akzente und auch noch ordentlich Kraft unter der Haube.

Nissans Haustuner Nismo (abgeleitet von Nissan Motorsport) hat sich nach dem Juke nun auch den 370Z vorgenommen, der schon für sich mit seinen 328 PS erfolgreich in der Sportwagenklasse mitmischt. Die Nismo-Variante soll mit satten 344 PS die Fans locken.

Was für ein auffälliges Geschoss!

Also, bitte Platz nehmen! Die schwarzen Sportsitze mit ihren roten Ziernähten sind ausgesprochen bequem und schmiegen sich nach entsprechender Einstellung perfekt an den Körper an, Seitenhalt ist zuverlässig gegeben. Die Frau in mir schaut natürlich auch nach dem Platzangebot: Und – Überraschung! – für einen Zweisitzer ist das gar nicht schlecht. Die Handtasche, auch die große, hätte Platz hinter den Sitzen, im Kofferraum lässt sich auch etwas verstauen. Nur beim Tragerl Wasser käme frau ins Schwitzen – Kiste oder Kerl auf dem Beifahrersitz, heißt hier die Frage. Das Ambiente der Armaturen und Verkleidungen hätte etwas mehr Veredelung verdient, unser Testmodell verströmt einen leichten Plastikgeruch – doch die Vorfreude auf einen durchzugsstarken, röhrenden Motor und eine ordentliche Kurvenfahrt wischt diese ersten Eindrücke schnell beiseite.

Geschmackssache: Der riesige Spoiler fasziniert sicher nicht jeden.

Start-Knopf drücken und – na ja. Der V6 mit 3,7 Litern Hubraum bollert ein wenig, aber vom erwarteten satten Sound ist zunächst wenig zu hören. Gibt sich aber gleich. Denn nach einem ordentlichen Tritt aufs Gaspedal donnert es – etwas metallisch zwar – aber doch richtig los. In Fahrt kommt der Leichtmetallmotor schnell. Sein maximales Drehmoment liegt bei 371 Nm bei 5 200 U/min. Den Spurt von null auf 100 km/h bewältigt er so in knackigen 5,2 Sekunden. Die Schaltwege des Sechsganggetriebes sind kurz und knackig, anfangs etwas hackelig, aber dann flutscht es. Bei 250 km/h in der Spitze ist Schluss – elektronisch abgeregelt. Durch die Kurven im Kölner Umland – wo der 370Z Nismo jetzt vorgestellt wurde – jagt der heckgetriebene Sportwagen ausgesprochen präzise und stabil. Und auch bei schneller Geradeausfahrt hält der Wagen stoisch die Spur. Der Nismo klebt regelrecht auf dem Asphalt, nicht zuletzt der Riesenspoiler und die nach vorn weit heruntergezogene Schürze sorgen für einen entsprechenden Anpressdruck. Die Lenkung arbeitet angenehm direkt. Das Fahrwerk bügelt Stöße und Bodenwellen locker weg. Und die Bremsen verzögern perfekt. Nein, am Fahrspaß und -gefühl gibt es wahrlich nix zu meckern.

Dafür dürfte dem künftigen Besitzer eines 370Z Nismo der Verbrauch zu schaffen machen. 10,2 Liter stehen in den Papieren. Super Bleifrei! Das dürfte utopisch bleiben, vor allem, wenn man seinen Nismo so richtig fordern will.

Der Preis für das dreitürige Coupé? 44.900 Euro sind für den 370Z Nismo fällig, Konfigurierungen sind nicht möglich. Der „normale“ Z kostet ab 32.900 Euro. Er hat 16 PS weniger und ein Drehmoment von 363 Nm, aber ist nur 0,1 Sekunden langsamer im 100 km/h-Spurt.

Fazit

Wer einen bezahlbaren Sportwagen sucht, sollte einen Blick und eine Probefahrt im 370Z Nismo riskieren.

K. Basaran

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