Mulmiges Gefühl

Tunnelblick: Sicher durch die "Röhre" fahren

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Höllenschlund oder Betonröhre? Viele Autofahrer haben gemischte Gefühle, wenn sie durch Tunnel fahren müssen. 

Viele Ferienrouten führen Autofahrer durch Tunnel. Nicht wenige fühlen sich dabei mulmig oder haben gar Angst davor. Wie kommt man aber sicher an die andere Seite?

Beklemmung, Pulsrasen und Schweiß auf der Stirn - das sind Merkmale, die einige Autofahrer feststellen, wenn sie durch Tunnel fahren. Tunnelangst ist weit verbreitet, erklärt der Automobilclub Kraftfahrer-Schutz (KS).

Wer an dieser Form der Klaustrophobie leidet, sollte die Röhren meiden. Betroffene Autofahrer wählen besser ihre Tour im Vorfeld so, dass auf ihr keine Tunnel liegen. Bei vielen Navis lasse sich das einstellen. Statistisch gesehen passieren laut Automobilclub allerdings im Tunnel weniger Unfälle als auf anderen Streckenteilen.

  • Um sicher durch den Tunnel zu kommen, sollte man die Geschwindigkeitsbegrenzung einhalten, viel Abstand zum Vordermann halten und das Abblendlicht einschalten. Letzteres ist in Deutschland bei Androhung von bis zu 35 Euro Bußgeld Pflicht. Sonnenbrillen setzt man allerdings ab und schaltet den Verkehrsfunk ein. Gerade vor längeren Tunnels wichtig: Ist noch genug Treibstoff an Bord?
  • Stau oder Unfall im Tunnel? Jetzt sollten Autofahrer in der Regel ihr Fahrzeug nicht verlassen. Ausnahmen: Wenn andere Verkehrsteilnehmer Hilfe brauchen. Oder wenn sich ein Brand nicht mit vorhandenen Mitteln kontrollieren lässt. Bei so einem Feuer gilt: sofort raus aus dem Auto und in die ausgewiesenen Sicherheitsräume gehen.

    Kommt es zu Unfällen, Pannen oder Staus, nennt der Automobilclub erste Schritte: 
    - Warnblinkanlage anstellen
    - möglichst weit rechts ran und mit viel Platz zum Vordermann halten.
    - den Motor ausstellen und dabei den Schlüssel stecken lassen. Dann können Rettungskräfte das Auto bei Bedarf einfacher wegschaffen.

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DIE GRÖßTEN TUNNEL-KATASTROPHEN

MONT-BLANC-TUNNEL: Die Röhre unter dem Montblanc-Massiv verbindet Frankreich mit Italien. Pro Tag fahren rund 5000 Fahrzeuge hindurch. Am 24. März 1999 kommt es zur Katastrophe. Der Motor eines belgischen Lastwagens gerät in Brand, vermutlich wegen einer weggeworfenen Zigarettenkippe. Der Fahrer kann flüchten, doch viele Menschen sitzen hinter dem Laster in ihren Autos fest. 39 von ihnen verbrennen. Das Feuer wütet über 53 Stunden.

TAUERNTUNNEL: 29.05.1999: Er gehört zur Tauern-Autobahn A 10 Salzburg-Villach in Österreich. Am frühen Morgen des 29. Mai 1999 übermannt der Sekundenschlaf einen Lkw-Fahrer aus Oberösterreich. Der Laster, beladen mit 24 000 Lackspraydosen, rammt eine stehende Auto-Kolonne, die vor einer roten Ampel wartet. Feuer bricht aus, es entstehen Temperaturen von bis zu 1200˚C. Zwölf Menschen kommen in den Flammen um.

GOTTHARD: Mit seinen 16,9 Kilometern unter dem Schweizer Berg-Massiv ist er der drittlängste Straßentunnel der Welt – und einer der gefährlichsten. In 30 Jahren ereigneten sich rund 900 Unfälle.

Der Schwerste geschah am 24. Oktober 2001: Zwei Lkw stießen zusammen und gerieten in Brand. Elf Menschen starben.

BODENSEE: Bei der Einfahrt in einen Tunnel der Bundesstraße 31 bei Eriskirch im Bodenseekreis gerät ein Auto am 25. Dezember 2005 ins Schleudern, prallt gegen ein entgegenkommendes Fahrzeug und rammt schließlich die Tunnelwand. Das Auto fängt sofort Feuer. Vier Menschen im Alter zwischen 18 und 23 Jahren verbrennen. Ein fünftes Opfer wird aus dem Wagen geschleudert und stirbt ebenfalls.

dpa/tmn

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