Mutter ermordet: die Hintergründe der Tat

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S. K. (38) galt als fleißig und freundlich

Rosenheim - Die 38-jährige Rosenheimerin S. K. ist in der Nacht zum Samstag von ihrem Ex-Eheman getötet worden. Jetzt werden immer mehr Details zum Hintergrund der Tat bekannt.

"Glück ist das Einzige, das sich multipliziert, wenn man es teilt", gab S. K. in einem Internet-Netzwerk als Lebensmotto an. Glück schien die 38-Jährige in den vergangenen Wochen endlich auch für sich selbst gefunden zu haben: Sie hatte nach ihrer gescheiterten Ehe endlich wieder einen neuen Partner gefunden. Dieses Glück wurde ihr allerdings zum Verhängnis.

Unter seinem alten, bereits abgemeldeten Golf hat der mutmaßliche Mörder seine tote Ex-Frau gezerrt und versteckt.

Weil er die Scheidung von seiner Frau und deren neue Beziehung offensichtlich nicht akzeptieren wollte, passte der mutmaßliche Mörder seine Ex-Frau am Samstag gegen 3.30 Uhr vor ihrer Wohnung in der Samerstraße ab. Wie er der Polizei gegenüber erklärte, habe er sie dann mit einem Messer und einem Stock getötet. Die Leiche zerrte er unter seinen im Hinterhof geparkten und abgemeldeten VW Golf. Mit dem Auto seiner Frau trat er dann die Flucht an.

Weit sollte er aber nicht kommen. S. K., die in einer Bäckerei in der Innenstadt als Verkäuferin arbeitete, galt als äußerst zuverlässig - unentschuldigtes Fehlen hatte es bei ihr bis dato nie gegeben. Gegen 10 Uhr verständigte ihre Chefin daher die Polizei, die fuhr zu S.s Wohnadresse in der Samerstraße, bald darauf der grausige Leichenfund im Hinterhof des Hauses.

Wie Martin Winkler, Sprecher am Rosenheimer Polizeipräsidium, gestern erklärte, hätten daraufhin die Beamten sofort begonnen, das Umfeld des Opfers auszuleuchten - der wegen körperlicher Gewalttaten bereits mehrmals auffällig gewordene Ex-Gatte rückte immer mehr ins Zentrum der Ermittlungen.

Dessen Bekannte schließlich gaben der Polizei den entscheidenden Hinweis: Der 42-Jährige gehe gern zum Wandern, das Gebiet am Samerberg kenne er gut. Um 16.30 Uhr in einem Waldstück bei Samerberg klickten die Handschellen. Kurz darauf gestand der Mann die Tat.

Rosenheim: Frauenleiche gefunden

In der Samerstraße 22 lebte S. K. mit ihren beiden Kindern. Der Ex-Mann war nach der Trennung ausgezogen

Das türkischstämmige Paar hat zwei Kinder. Laut Polizeiführte die Familie eine "sehr weltliche Lebensweise" und hatte eine"sehr weltliche Lebensanschauung". Der mutmaßliche Täter, der als Imbissverkäufer arbeitete, habe auch gerne viel Alkohol getrunken - Polizei-Sprecher Winkler: "Das beweist, dass er es eher mit den weltlichen als den religiösen Dingen gehabt hat." Auch Nachbarn der Familie betonen, dass bei den K.'s niemals türkisch, sondern immer nur deutsch gesprochen worden sei. Einen sogenannten Ehrenmord könnte man nach jetzigem Ermittlungsstand daher wohl eher ausschließen, fasst Winkler zusammen.

Nach der Scheidung im Sommer hatte laut Aussagen von Bekannten des Paares der 42-Jährige zwar immer wieder die Nähe zu seiner Ex-Frau gesucht. S. K. erwirkte - auch im Hinblick auf die beiden Kinder - jedoch kein Kontaktverbot gegen ihren Ex-Mann. Warum ihr in der Tatnacht niemand zu Hilfe kam, erklärt sich laut Polizei und Nachbarn durch die unmittelbare Nähe zu einer Diskothek: Die Bewohner seien an nächtlichen Lärm einfach gewöhnt.

Der mutmaßliche Täter sitzt derzeit in der JVA Stadelheim ein. Die beiden Kinder kamen im Verwandten- beziehungsweise Bekanntenkreis der Familie unter.

Stefanie Zipfer/Oberbayerisches Volksblatt

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