"Deutschlands Superhirn" im Interview

Alisa Kellner aus Altötting über sich und die ZDF-Show

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Mit diesem Plakat haben sie ihre Familie und Freunde empfangen und das war nur der Anfang des wohl spannenden Fernsehabends für alle.

Altötting/München - Lange hatte sie nichts sagen dürfen über ihre Teilnahme an "Deutschlands Superhirn". Jetzt spricht die Wahl-Münchnerin Alisa Kellner ausführlich über sich und die Show.

Man darf nix sagen“, betont Alisa Kellner (29) zu ihrer Teilnahme bei „Deutschlands Superhirn“, einer weit vor der Ausstrahlung aufgezeichneten „Game-Show“ im ZDF. Tatsächlich ist das heute im Fernsehen nicht unüblich wie beispielsweise bei den Stars der „Lindenstraße“ o.Ä., die – so sind die Verträge – nichts sagen dürfen. Überlebt nun – sagen wir einfach mal beispielsweise – Mutter Beimer ihren schweren Unfall? 

Alisa Kellner (mitte) auf der Couch im Studio mit Steven Gätjen und Christiane Stenger

Sie dürfen es natürlich nicht vorher schon hinausposaunen. Erst nach der Ausstrahlung darf man drüber reden. Umso erleichterter sei sie, jetzt endlich was dazu sagen zu können, so Alisa. Sie tut es auch ziemlich ausführlich, nimmt sich viel Zeit für Familie und Freude aber nicht nur: Gegenüber innsalzach24.de spricht Alisa Kellner, gebürtige Altöttingerin, „Deutschlands Superhirn“ offen und ausführlich über sich und die Show.

Alisa´s Auftritt:

Alisa Kellner wird gesichert

Es nennt sich „House-Running“: An einem Seil gesichert, machte sich Alisa an einem Hochhaus in Bonn an der Außenfassade entlang auf dem Weg nach unten. 40 von 100 sogenannter Hexadezimalcodes waren per Los in regelmäßigen Abständen an der schier endlosen Fensterwand angebracht. Diese musste sich Alisa einprägen, sie mit dem jeweiligen Stockwerk verbinden und schließlich fünf davon, auch zufällig ausgewählt, der jeweils richtigen Farbe, die hinter jedem Code steckte, zuordnen. Sie hat es geschafft. Das Publikum im Studio entschied schließlich: Alisa ist „Deutschlands Superhirn“.

Sie mag Architektur, Kunst und Kultur: Alisa Kellner am Brunnen vor dem Kultur + Kongress Forum in Altötting

Was Alisa und ihre Mitbewerber in der Show da machen, läuft unter dem Titel Gedächtnissport, auch Mnemotechnik genannt. Der Trick dabei ist eigentlich leicht erklärt: Wir merken uns Dinge in einer bestimmten Reihenfolge schneller und sicherer, wenn wir sie so abwegig wie möglich mit einer Geschichte verbinden, uns sozusagen Eselsbrücken bauen. Je abwegiger – und das ist das erstaunliche an diesem Hirnschmalzsport – desto besser funktionieren unsere grauen Zellen.

Freilich, die verschiedenen Aufgaben der Kandidaten sind nicht mehr mit Rudi Carrells „Am laufenden Band“ zu vergleichen. Damals musste man sich so viele Dinge wie möglich in der richtigen Reihenfolge merken. Je mehr man nachher nennen konnte, desto größer war der Gewinn. „Das ist für uns Gedächtnissportler allenfalls fürs Aufwärmen gut“, sagt Alisa, selbst Weltmeisterin in ihrem Fach.

Die Show:

40 Stockwerke, 40 von 100 Codes: Klettern und Gedächtnissport in einem

Nur wer seine Aufgabe erfolgreich und ohne Fehler bewältigt, darf sich am Ende der Show der Wahl zu "Deutschlands Superhirn" stellen. Das Publikum im Studio entscheidet, wer das Preisgeld mit nach Hause nimmt. Moderator Steven Gätjen wird dabei von Gedächtnisweltmeisterin Christiane Stenger unterstützt, die als Superhirn-Expertin spielerisch erklärt, worauf es bei den Gedächtnisleistungen ankommt.

Nun liegen mehrere Wochen des „Schweigens per Vertrag“ hinter Alisa. Sie durfte nix sagen. Am Donnerstagabend war dann die Stunde der Wahrheit. Im engsten Kreis kuckte Alisa mit Familie und Freunden die Show.

„Ich war extrem hibbelig“

Beim „familiären Public Viewing“, wie sie es beschreibt, habe sie noch einmal selbst mitgefiebert. Für den Ausstrahlungstermin der Sendung war die Wahl-Münchnerin nämlich zu ihren Eltern nach Altötting gefahren und hatte sich den Freitag frei genommen.

Probleme bei den Proben: "Da muss man sich einfach wieder selbst finden". 

Schon bei der Studioaufzeichnung sei sie noch einen Ticken hibbeliger gewesen als ihre Mitstreiter. Immerhin lag der Aufzeichnungstermin für ihre Aufgabe zu diesem Zeitpunkt auch schon einige Tage zurück. Die anderen „Aufgaben“ wurden erst dann und direkt im Studio gelöst oder wie im Fall von Johannes eben nicht.

Alisa und Johannes - die beiden kennen sich schon längere Zeit. „Ich war 17, als wir zusammen die ersten Meisterschaften bestritten“, erinnert sich Alisa. „Er ist einer der angenehmsten Charaktere im Gedächtnissportbereich und es hat mir das Herz zerrissen, dass er seine Aufgabe nicht fehlerfrei beenden konnte“. Sie kenne solche Situationen. Plötzlich sei die Information einfach weg „und dann merkt man, dass sie nicht mehr zurückkommen wird und das nagt an einem“.

„Ich bin einfach so“

„Sie ist jung, dynamisch, hat ihre Ausbildung, lebt in München und hat das ganze Leben noch vor sich“, möchte man meinen, wenn man sie so sieht. Dagegen wirkte sie doch irgendwie fast schon zu ruhig in der Sendung, insbesondere vor und nach ihrer Aufgabe. Im Kreise von Familie und Freunden sehe das schon anders aus, so „Deutschlands Superhirn“. „Da kann selbst ich Emotionen zeigen“, sagt sie mit einem Augenzwinkern.

Sie mag Architektur, Kunst und Kultur: Alisa Kellner am Brunnen vor dem Kultur + Kongress Forum in Altötting

Am Drehtag für ihre Aufgabe sei sie extrem angespannt gewesen. Schon um fünf Uhr morgens sei es für sie losgegangen, so Alisa. „Während der Proben kamen Probleme und Zweifel bei mir auf“. Ein Punkt, an dem man sich besinnen müsse, sonst habe man verloren, so Kellner. „Ich bin extrem ehrgeizig und ich würde mir Fehler nicht verzeihen“. Sie sollte ihre Aufgabe meistern. „Erst im Hotel fiel die Last von mir ab. Da war es dann aber bereits 23 Uhr“.

"Sie Stuntman haben mir ein gutes Gefühl gegegebn" 

Ihr persönliches Highlight dieser spannenden Tage und Wochen bis zur Ausstrahlung seien die Stuntmen gewesen. Alisa musste schließlich ein Haus hinunter gehen – von außen. „Die Jungs waren so klasse und ich denke, ich hätte das alles auch nicht so durchgezogen, wenn sie mir da nicht von Anfang an das Gefühl vermittelt hätten, dass sie alles im Griff haben“.

„Ich war kurz vor dem Umkippen“

„In der Sendung selbst, war ich in einem komplett anderen Modus“, erzählt Alisa. Dass sie am Ende zu den letzten beiden gehören sollte, als die Ergebnisse auf der Balkengrafik entschlüsselt wurden, habe sie niemals erwartet. „Als die Kids und Helge von der Bühne gehen mussten, begann ich zu realisieren was da grad in greifbare Nähe rückt und da begann dann auch eine gewisse innerliche Schockstarre“.

Ohrensausen habe sie gehabt und ihr Herz habe ihr bis zum Hals geschlagen. „Das kam so plötzlich, dass ich eher damit beschäftigt war, Weinen zu vermeiden und nicht umzukippen“. Helge, Mitstreiter um den Titel „Deutschlands Superhirn“, habe das bemerkt und ihr, „was man in der Sendung nicht gesehen hat“, geholfen und Alisa bei der Aufzeichnung beiseite genommen, so dass sie Halt hatte. Nein, sie habe wirklich nicht mit dem Sieg gerechnet. Kurz nach der Sendung wurde Alisa gefragt, was sie denn nun mit dem Preisgeld in Höhe von 25.000 Euro machen wird. "Ich bräuchte nen neuen Staubsauger".

Soziale Netzwerke:

„Das ist ein Thema, das mich grade extrem umhaut“, sagt Alisa. „Ich hab mit derartig viel Resonanz nicht gerechnet“. Wenige Tage vor der Sendung, als sie mit ihrer Nachricht, dass sie Kandidatin ist, herauskam, „stiegen die vielen lieben Nachrichten an“. „Ich bin beeindruckt, wie viel Interesse am Gedächtnissport besteht“.

Welcher Aufgabe aus dem Bereich der Mnemotechnik sie sich als nächstes stellen wird, konnte Alisa noch nicht sagen. Zufrieden sei sie mit ihrer Leistung bei „Deutschlands Superhirn" „und ich freue mich auf neue Herausforderungen“, so die 29-jährige gelernte Architektin gegenüber innsalzach24.de. „Es war ne tolle Zeit, in der man viele liebe Menschen kennengelernt hat und auch ein wenig mit dem Team zusammen wächst. Wer bekommt schon mal die Möglichkeit, sich einer derartigen Challenge zu stellen?“

Quelle: innsalzach24.de

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