Pöbeleien von Asylbewerbern in Ampfing?

"Opfer" hatte Angst, wurde aber nicht belästigt

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Das ist der ursprüngliche Facebook-Post der Userin, der im Netz für große Aufregung sorgte!

Ampfing - Haben acht Asylbewerber eine junge Frau angepöbelt und (sexuell) belästigt? Dieser Vorwurf sorgte im Netz für Aufregung. Die Polizei ermittelte, sprach mit dem "Opfer" - und jetzt stellt sich die Lage ganz anders dar:

Eine junge Frau soll am Montagabend, 11. Januar, vor dem Lidl in Ampfing von einer Gruppe von acht Männern mit Migrationshintergrund angepöbelt und (sexuell) belästigt worden sein. Eine Zeugin hatte daraufhin einen (inzwischen gelöschten) Beitrag auf Facebook veröffentlicht, der weit über 1.000 Mal geteilt worden war.

Als innsalzach24.de die Polizei nach einem Hinweis eines unserer User mit dem Vorfall konfrontierte, übernahmen die Beamten sofort die Ermittlungen. Zunächst wurde die Zeugin vorgeladen, die den Beitrag auf Facebook gepostet und dann der jungen Frau zur Hilfe gekommen war. Das vermeintliche Opfer selbst meldete sich erst nach einem Öffentlichkeitsaufruf bei der Polizei. Jetzt hat sie ebenfalls ihre Aussage gemacht - und nun stellt sich der Sachverhalt ganz anders dar!

Demnach hätte sich am fraglichen Tag zwar eine Gruppe von Flüchtlingen vor dem Supermarkt aufgehalten, zu Belästigungen und Pöbeleien sei es jedoch nicht gekommen. Angst hatte die junge Frau aber trotzdem - und zwar wegen einem Fall vor etwa zwei Monaten, als sie von einem Parkplatz aufdringlich angesprochen worden war. Jetzt hat sich auch nochmal die Polizei an die Öffentlichkeit gewandt und einen Nachtrag zu ihrer ersten Pressemeldung zu diesem Fall veröffentlicht.

Die Pressemeldung der Polizei im Wortlaut:

Bei dem genannten Vorfall wurde angeblich eine junge Frau von Männern mit Migrationshintergrund angepöbelt und belästigt. Die polizeilichen Ermittlungen haben nun ergeben, dass es zwar stimmt, dass die junge Frau eine Kundin des Lebensmittelmarktes um Hilfe gebeten hatte. Sie hatte Angst vor einer Gruppe von ausländischen Männern gehabt, welche sich vor dem Markt befanden. Wie sie gegenüber der Polizei aber selbst angab, hatte es zuvor keine Belästigung oder Pöbeleien aus dieser Gruppe gegeben.

Hintergrund ihrer Hilfesuche war wohl ein Vorfall, welcher bereits etwa zwei Monate zurückliegt und bei dem sie am Bahnhofsparkplatz Ampfing von einem Ausländer aufdringlich angesprochen worden wäre. Zu Straftaten sei es aber auch damals nicht gekommen.

Die Frau, welche ihr zur Hilfe kam, war der Meinung, dass für die Angst der jungen Frau tatsächlich ein konkreter Anlass bestanden hatte. Deshalb begleitete sie die junge Frau aus dem Markt heraus. Das Pfefferspray hatte sie zu ihrer eigenen Sicherheit dabei gehabt.

Durch einen Post zum Vorfall in einem sozialen Netzwerk war eine heftige und teils unsachliche Diskussion rund um das Thema Asyl entstanden. Die Polizei weist darauf hin, dass Einträge in den sozialen Netzwerken teils subjektive Wahrnehmungen der Verfasser wiedergeben, oftmals aber nicht den tatsächlichen Ereignissen gerecht werden.

mw/Pressemeldung Polizei Mühldorf

Quelle: innsalzach24.de

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