Leiche der jungen Frau gefunden

Fall Anneli: Verdächtiger Bayer wegen Sexualdelikt bekannt

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Der Fundort im sächsischen Lampersdorf.

München/Dresden - Im Fall der getöteten Anneli (17) wurden am Montagabend zwei Männer festgenommen. Einer davon in Bayern.

Update vom 21. August 2015: Annelis mutmaßlicher Mörder Markus B. ist unheilbar krank. Das könnte ein mögliches Motiv für den grausamen Mord sein. Der arbeitslose Koch hatte nichts mehr zu verlieren.

Update vom 20. August 2015: Die Eltern der ermordeten Anneli haben alles versucht, um ihr Kind zu retten. Jetzt wurde bekannt: Sie posteten eine mysteriöse Nachricht auf Facebook, um mit Annelis Entführern in Kontakt zu treten.

Update vom 19. August 2015: Die 17-jährige Anneli ist ermordet worden. Das ist die traurige Gewissheit nach dem Warten in den vergangenen Tagen. Jetzt sind neue schockierende Details in Dresden ans Licht gekommen.

Traurige Wende im Entführungsfall Anneli: Die seit vergangener Woche vermisste 17-Jährige aus Sachsen ist tot. Wie Dresdens Polizeipräsident Dieter Kroll am Dienstag mitteilte, handele es sich bei der am Montagabend auf einem Hof bei Meißen gefundenen Leiche um die seit Donnerstag vermisste Gymnasiastin. „Alle Hoffnungen und Gebete haben sich nicht erfüllt“, sagte er. Das abschließende rechtsmedizinische Gutachten stehe aber noch aus.

Der Tat verdächtigt werden zwei Männer im Alter von 61 und 39 Jahren, die am Montag in Dresden und in einem Ort nahe dem bayrischen Bamberg festgenommen worden waren. Der 39-Jährige aus Bayern war wegen eines Sexualdelikts den Ermittlern bekannt. Er sei außerdem wegen Brandstiftung und Versicherungsbetrugs aktenkundig, teilte die Polizei mit. Das Sexualdelikt liege dabei länger zurück als die anderen Delikte. Rechtskräftig verurteilt sei er nicht. Im Fall Anneli gibt es bislang keine Hinweise auf ein Sexualverbrechen. 

Anneli wurde nicht zufällig zum Opfer der Entführer

Nach Informationen der "Bild"-Zeitung soll es sich um einen 39-jährigen arbeitslosen Koch und einen 61 Jahre alten Edelmetall-Händler handeln. DNA-Spuren des 39-Jährigen unter anderem an dem Fahrrad des Mädchens hatten die Ermittler auf die Spur der Verdächtigen gebracht. Außerdem gab der 61-Jährige in einem Teilgeständnis Hinweise auf den Fundort der Leiche.

Den Männern wird gemeinschaftlicher Mord und erpresserischer Menschenraub mit Todesfolge vorgeworfen. Gegen beide wurde Haftbefehl erlassen. Der 61-Jährige habe ein Teilgeständnis abgelegt und schließlich auch den Hinweis auf den Fundort der Leiche gegeben.

Die Entführer haben die 17-jährige Anneli nach Auffassung der Ermittler nicht zufällig als Opfer ausgesucht. Mindestens einer der beiden habe die junge Frau vermutlich vom Sehen gekannt, teilten die Ermittler mit. Außerdem hätten sich die mutmaßlichen Täter vor der Entführung wohl bei Facebook über ihr Opfer informiert.

Die 17-jährige Unternehmertochter war am Donnerstagabend nicht von einem Spaziergang mit ihrem Hund zurückgekehrt. Nach Angaben der Ermittler gab es eine Lösegeldforderung. Der Polizei zufolge belief sie sich auf rund 1,2 Millionen Euro. Mehrfach habe es Kontakt mit dn Entführern gegeben. 

Suche nach Anneli: Frauenleiche in Lampersdorf gefunden

Die Ermittler zeigten sich tief betroffen von dem Verbrechen an der 17-Jährigen. Am Sonntag waren sie mit dem Fall an die Öffentlichkeit gegangen. An der Suche nach Anneli waren 1200 Beamte beteiligt. Nach einem Zeugenaufruf gingen dutzende Hinweise ein. Die Einsatzkräfte durchsuchten mehrere Gebäude. Bei der Durchsuchung eines Hofes bei Klipphausen stießen die Beamten dann am Montagabend auf die Frauenleiche. Die Polizei vermutet, dass es sich bei der Tat um einen Verdeckungsmord handelt. Nach ersten Erkenntnissen wurde die 17-Jährige am Freitag getötet.

In einer von der Staatsanwaltschaft am Sonntag veröffentlichten Erklärung hatte die Familie des Mädchens gefleht, ihr die Tochter zurückzubringen. "Die Entführer sollen wissen, dass wir die angezeigten Forderungen erfüllen werden, um unser Kind bald in die Arme nehmen zu können", hieß es in dem Brief.

AFP/dpa

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