Um 0,1 Prozent

Arbeitslosenzahl in Bayern steigt an

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Nürnberg - Die Zahl der Arbeitslosen in Bayern ist im Juli angestiegen. Die Bundesagentur für Arbeit gibt aber Entwarnung: Für diese Jahreszeit sei der Anstieg absolut üblich.

Die Zahl der Arbeitslosen in Bayern ist zum Beginn der Sommerpause auf etwa 236 400 gestiegen. Im Juli waren damit knapp 2500 Menschen mehr erwerbslos als im Vormonat, wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit am Donnerstag in Nürnberg mitteilte. Die Arbeitslosenquote stieg im Vergleich zum Vormonat um 0,1 Punkte auf 3,3 Prozent. Damit „haben wir die niedrigste Arbeitslosenquote aller Zeiten in einem Juli in Bayern“, sagte Arbeitsministerin Emilia Müller (CSU). Im Vergleich zum Vorjahr ging die Arbeitslosenzahl im Juli um etwa 7300 zurück.

„Der bayerische Arbeitsmarkt zeigt sich auch im Juli von seiner sonnigen Seite“, sagte der Chef der Regionaldirektion, Markus Schmitz. „Gegenüber dem Vormonat hat die Arbeitslosigkeit zwar leicht zugenommen. Dies ist aber für diese Jahreszeit üblich.“ Im Sommer melden sich viele Schulabgänger vorübergehend arbeitslos, und Betriebe warten mit Neueinstellungen bis nach den Ferien. Der saisonübliche Anstieg sei in diesem Jahr aber geringer ausgefallen als in den beiden Vorjahren, sagte Schmitz.

Auch die Langzeitarbeitslosigkeit sei abgebaut worden. Sie ging um mehr als 4800 Menschen zurück (-7,4 Prozent). Die Arbeitslosenquote sei 0,1 Punkte besser als im Vorjahr. Somit zeige sich der Arbeitsmarkt im Freistaat „weiterhin topfit, aufnahmefähig und ein weiteres Stück hin auf dem Weg zur Vollbeschäftigung“.

Die Zahl der arbeitslos gemeldeten Flüchtlinge lag im Juli bei 14 417. Sie blieb damit im Vergleich zum Vormonat nahezu unverändert. Etwa 14 400 Asylbewerber, Geduldete und anerkannte Flüchtlinge konnten in diesem Jahr bereits in Arbeit vermittelt werden. Damit liege man „voll auf Kurs“, sagte Schmitz. Bayerische Wirtschaft, Staatsregierung und BA hatten sich das Ziel gesetzt, in diesem Jahr 20 000 und bis 2019 weitere 40 000 Flüchtlinge in Arbeit zu bringen. Die meisten dieser Arbeitsgelegenheiten seien bislang jedoch noch Helferjobs, gab Schmitz zu. „Daher müssen wir mit Angeboten zur Weiterqualifizierung in Beschäftigung dranbleiben.“

Die Zahl der Menschen mit einer regulären Beschäftigung stieg aktuellen Hochrechnungen zufolge im Mai auf knapp 5,31 Millionen. Dieser Wert stelle ein neues Allzeithoch dar. Monatliche Ergebnisse liegen seit Juni 1999 vor. Und die Unternehmen suchen noch immer nach neuen Mitarbeitern. Im Juli wurden den Arbeitsagenturen mehr als 32 000 neue Stellen gemeldet. Insgesamt gibt es damit derzeit rund 107 500 offene Stellen - die meisten stammen aus dem verarbeitenden Gewerbe, dem Handel und der Zeitarbeit.

Trotz der aktuell guten Lage warnte die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft vor zunehmenden Unsicherheiten in den kommenden Monaten. Der Konflikt mit Russland und der geplante EU-Austritt Großbritanniens belasteten die Unternehmen nach wie vor. 2015 war Großbritannien mit einem Anteil von 8,6 Prozent Bayerns zweitwichtigster Exportmarkt nach den USA.

dpa

Rubriklistenbild: © picture-alliance / dpa

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