Ausgespielt: Polizei fasst Kasino-Betrüger

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Ingolstadt - Ausgespielt hat der Chef einer Betrüger-Bande, die sich auf Spielkasinos spezialisert hat. Die bayerische Polizei hat den Anführer einer 26-köpfigen Gruppe gefasst.

Die Ermittler nahmen den 49-Jährigen bereits Ende April nach einer Routinekontrolle an einer Autobahnraststätte in Baden-Württemberg fest, wie die Polizei in Ingolstadt mitteilte. Gegen den Chef der international agierenden Betrügergruppe lag ein Haftbefehl vor.

Die Bande soll seit 2005 mehrere Spielbanken in ganz Deutschland und im benachbarten Ausland beim Roulette betrogen haben. Die ersten Taten wurden in Oberbayern gemeldet,

unter anderem in Bad Reichenhall, Bad Wiessee und Garmisch-Partenkirchen. Neben dem Kopf der Gruppe konnte die Polizei fünf weitere Verdächtige festnehmen.

Die Betrüger hatten sich nach ersten Ermittlungen meist mit gefälschten Ausweisen Zugang zu den Spielbanken verschafft. Sie lenkten das Personal an den Roulettetischen ab und setzten hohe Beträge, nachdem die Kugel bereits gefallen war. In mehreren Kasinos soll so ein Schaden von bis zu 10 500 Euro entstanden sein.

Zum Gesamtschaden konnte die Polizei zunächst keine Angaben machen. In enger Zusammenarbeit mit der Polizei im italienischen Venedig können den Tatverdächtigen aber insgesamt 31 Betrugstaten und 143 Urkundenfälschungen zur Last gelegt werden.

Obwohl fast alle Beschuldigte in deutschen Spielbanken gesperrt waren, kamen sie mit gefälschten Ausweisen und geschickte Verkleidung immer wieder in Spielbanken. 

Die Münchner Staatsanwaltschaft teilte mit, auch eine 46-jährige Komplizin des mutmaßlichen Bandenchefs sitze derzeit in Untersuchungshaft. Das Duo soll allein 45 000 Euro erbeutet haben. Drei Täter seien bereits vor vier Jahren zu Bewährungsstrafen verurteilt worden, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Erste Polizeiangaben, nach denen fünf Bandenmitglieder momentan in U-Haft sitzen, konnte der Sprecher nicht bestätigen. Auch zum Gesamtschaden machten Polizei und Staatsanwaltschaft zunächst keine Angaben. Nach den anderen Bandenmitgliedern werde weiter gesucht.

dpa / mm

Rubriklistenbild: © dpa

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