Tragödie am 3. Oktober im Landkreis Mühldorf

Nach Zugunfall: So geht es der Mutter und ihren Kindern

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Aus diesem Autowrack wurden Olga und ihre beiden Kinder befreit. Alle waren schwerst verletzt. 

Thalham (Landkreis Mühldorf) - Dieses schwere Zugunglück erschütterte die Region: Olga P. (35) und ihre Kinder Julia (13) und Mark (2) wurden mit ihrem Mietwagen von einem Regionalzug erfasst.

Der Unfall ereignete sich am 3. Oktober - und endlich, fast einen Monat danach, hat unsere Redaktion erste gute Nachrichten aus dem Umfeld der Verunglückten erhalten.

"Das ist ein Wunder", sagt uns Alexandre Baikalov, ein Freund der Familie, am Telefon. Er meint damit, dass Olga und ihre Kinder nach seinen Informationen mittlerweile alle aus dem Koma erwacht sind. Besonders der Gesundheitszustand der Mutter galt in den letzten Wochen als äußerst kritisch und lebensbedrohlich.

Olga mit Mark, der mittlerweile zwei Jahre alt ist. Dies ist kein aktuelles Foto. Die Fotos erhielten wir über den Freund der Familie vom Familienvater.

Mit Olga hatte Baikalov die Schulzeit in Moldawien verbracht und mit ihr auch zwei Jahre die Universität im heimischen Balti besucht. Dort studierten sie Germanistik. Auch Olgas Mann Valeriu, der nicht im Auto saß, ist moldawischer Herkunft. Der Kontakt hielt, auch wenn die Familie mittlerweile in Montreal in Kanada lebt und Baikalov selbst in Paris. Andere Freunde der Familie leben noch in Deutschland und Österreich - diese besuchte die 35-Jährige mit ihren Kindern bevor es zur Tragödie kam.

Freundeskreis richtete Homepage ein

So wundert es nicht, dass der Freundeskreis die Homepage saveolga.org eingerichtet hat, die in vier Sprachen über den Genesungsprozess der Familie informieren will.

Dieses Foto von Julia entstand vor dem Unfall.

Olga war mit ihren zwei Kindern gerade mit einem Mietwagen auf dem Heimweg zum Münchner Flughafen, als es an einem unbeschrankten Bahnübergang zur Kollision mit dem Regionalzug kam. Durch die Wucht des Aufpralls wurde der Ford Grand C-Max etwa 40 Meter von der Lokomotive mitgeschleift und in daraufhin in eine Baumgruppe geschleudert.

Nach dem Unfall kam Olga mit einem schweren, offenen Schädel-Hirn-Trauma und mehreren Frakturen ins Klinikum Schwabing. Die 13-jährige Julia wurde mit zahlreichen Knochenfrakturen, einer Lungenquetschung und offenen Wunden, die ein Hauttransplantation erforderten, ins Klinikum Traunstein eingeliefert. Der kleine Mark (2) musste mit schweren Schädelverletzungen und einer Lungenquetschung im Dr. von Haunerschen Kinderspital in München behandelt werden. Anschließend wurde er in einer Rehabilitationsklinik bei Rosenheim weiter betreut.

 

Ehemann Valeriu ist auch nach Deutschland gereist, um in den Krankenhäusern zu sein. Dies hier ist ein altes Foto.

Die Kosten für die ärztlichen Behandlungen, die Reha-Maßnahmen und nötige Umbaukosten im heimischen Montreal belastet jedoch schon jetzt die Zukunft der vierköpfigen Familie. Es drohen neue, nämlich finanzielle Sorgen. Unklar ist momentan auch noch, inwiefern die Versicherung für den zerstörten Mietwagen aufkommt, so Baikalov. Der Familienvater hat außerdem seinen Job aufgegeben, um seinen verletzten Lieben in Deutschland zur Seite zu stehen. Der Freund der Familie bittet daher auch um Spenden. Nähere Informationen finden sich auf der Homepage.

Archivmaterial zum Unfall:

Schwerer Zugunfall bei Thalham

mg

Quelle: innsalzach24.de

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