"Sakramente muasst spürn"

Do schau her: Münchner Kult-Pfarrer gewinnt Dialektpreis

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Pfarrer Rainer Maria Schießler wird mit der "Bayerischen Sprachwurzel" ausgezeichnet.

Straubing  - Er predigt im Dialekt, und auch im TV spricht er, wie ihm der Schnabel gewachsen ist: Der Münchner Kult-Pfarrer Rainer Maria Schießler wurde mit der "Bairischen Sprachwurzel" geehrt.

Der aus Bayern stammende emeritierte Papst Benedikt XVI. hat sie schon - und nun ist auch noch einer der derzeit bekanntesten katholischen Pfarrer im Freistaat damit ausgezeichnet worden: Der Münchner Priester Rainer Maria Schießler hat am Sonntag in Straubing die „Bairische Sprachwurzel“ erhalten. Damit würdigte der Dialektförderverein „Bund Bairische Sprache“ den Einsatz des Kirchenmannes für die Dialektvielfalt.

Der Vorsitzende Sepp Obermeier nannte Schießler bei der Preisverleihung einen „dialektalen Menschenfischer“. Der Priester habe eine Folge der Livesendung „Jetzt red i“ des BR-Fernsehens im Frühjahr zu einer Sternstunde des Dialekts werden lassen. Als Beispiel nannte Obermeier den Satz Schießlers: „Sakramente muasst spürn, Liturgie deaf ned wehdoa und d' Leit muassd mögn.“

Laudator Ludwig Holzfurtner von der Kommission für Bayerische Landesgeschichte bescheinigte dem Priester Kurioses: Seien einst der Dorflehrer und -pfarrer die einzigen gewesen, die nach der Schrift redeten, sei heute der Großstadtpfarrer Schießler der einzige, der Dialekt spricht, und das mit einer seelsorgerischen Strategie.

Schießler ist Pfarrer im Glockenbachviertel

Rainer Maria Schießler ist seit 1993 Stadtpfarrer in der Pfarrkirche St. Maximilian im Münchner Glockenbachviertel, seit 2011 ist er auch für die Heilig-Geist-Kirche am Viktualienmarkt zuständig. Er wurde 1960 in München geboren. Der Pfarrer machte unter anderem von sich reden, weil er von 2006 bis 2012 sowie 2015 als Bedienung im Schottenhamel-Zelt auf dem Oktoberfest in München arbeitete. Das eingenommene Geld spendete er. Mit der tz sprach er kürzlich über sein neu erschienenes Buch - und über Sex, das Zölibat und Verhütung.

Mitte August begeisterte Schießler Starbulls-Fans mit einer emotionalen Video-Botschaft.

Schießler ist auch eng mit dem Rosenheimer Eishockey verbunden. Ende der 1980er-Jahre war Schießler Kaplan in der Rosenheimer Pfarrei St. Nikolaus. Dort lernte er den Eishockeysport in der damals als „Marox-Stadion“ bezeichneten Rosenheimer Heimspielstätte kennen und lieben. Im Rahmen seines ersten Besuchs eines Eishockeyspiels überhaupt, erlebte er ein emotionales Duell zwischen Rosenheim und Düsseldorf, das die Grün-Weißen mit 7:2 gewannen. Als Schießler 1991 seine Rosenheimer Pfarrei und damit auch die Innstadt wieder verließ, erhielt er als Geschenk einen signierten Eishockeyschläger, den er als Andenken bis heute in Ehren hält. Mitte August begeisterte er Starbulls-Fans mit einer emotionalen Video-Botschaft.

Bisherige Träger des seit 2005 vergebenen und nicht dotierten Sprachpreises in Form einer Glasskulptur sind unter anderem die Kabarettistin Luise Kinseher und Regisseur Markus H. Rosenmüller.

dpa/mit Material von Starbulls Rosenheim

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