Steigende Personalkosten

Verkehrsbetriebe erhöhen vielerorts Ticketpreise

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Die Ticketpreise steigen durchschnittlich um zwei bis drei Prozent.

Würzburg/München - Wer Bus und Bahn in Bayern fährt, muss sich regelmäßig auf höhere Fahrkartenpreise einstellen. Grund sind die steigenden Kosten für die Verkehrsbetriebe. Fahrstrom und Kraftstoff für die Fahrzeuge sind dabei nicht der größte Posten, wie eine Umfrage ergeben hat.

Alle Jahre wieder: Fahrgäste der Busse, Straßenbahnen, U- und S-Bahnen in Bayern müssen sich vielerorts auf Tariferhöhungen einstellen. Fast alle Verkehrsverbünde haben heuer ihre Preise erhöht oder werden das in den kommenden Monaten tun. Die Fahrten mit Bus und Bahn werden deshalb durchschnittlich zwei bis drei Prozent mehr kosten. In den meisten Regionen sind die jährlichen Anpassungen der Ticketpreise mittlerweile Routine. Das ergab eine bayernweite Umfrage der Deutschen Presse-Agentur.

Der Verkehrsverbund für den Großraum Nürnberg, der bis Bamberg reicht, passt seine Fahrkartenpreise jährlich den Kosten an. „Wir kalkulieren nach einen Kosten-Warenkorb-Index für das kommende Jahr und passen die Fahrpreise zum 1. Januar jedes Jahres an“, sagte VGN-Sprecher Manfred Rupp. Zum Jahreswechsel 2015/2016 müssen die Fahrgäste der aktuellsten Berechnung zufolge durchschnittlich 3,11 Prozent mehr bezahlen - über alle Fahrkartenarten und -tarife hinweg.

„Der gewichtigste Brocken bei der Berechnung der künftigen Ausgaben sind die Personalkosten“, sagte Rupp weiter. Allein die höheren Tariflöhne machten Erhöhungen nötig. Ein zweiter Punkt bei der Kalkulation sind die Energiekosten. „Dafür haben wir meist mehrjährige Lieferverträge abgeschlossen.“ Kurzzeitig günstiges Benzin wirke sich deshalb nicht grundsätzlich positiv auf die Fahrpreise aus. Im Kosten-Warenkorb der Verkehrsbetriebe schlagen auch geplante Investitionen, Versicherungen und Werkstatt-Dienstleistungen zu Buche.

Auch München passt mit Blick auf die gestiegenen Kosten die Tarife an. Für Fahrten im Münchner Nahverkehr steigen die Preise von Mitte Dezember an um durchschnittlich 2,8 Prozent. Eine Tageskarte wird dann 12,40 Euro statt wie bisher 12,00 Euro kosten. Auch Monatskarten werden teurer. Einzelfahrkarten für eine Zone oder Kurzstrecke bleiben preislich dagegen unverändert.

Der Verkehrsunternehmens-Verbund Mainfranken hat bereits im Sommer seine Preise um durchschnittlich 1,8 Prozent erhöht. „Dieses Jahr kommt nichts mehr dazu“, sagte Sprecher Manuel Schön. So kostet der Einzelfahrschein in Würzburg nun beispielsweise fünf Cent mehr als vorher - und damit 2,50 Euro.

Die Ingolstädter Bus- und Bahnfahrer mussten im September ebenfalls eine Tariferhöhung in Kauf nehmen. Die Ingolstädter Verkehrsgesellschaft zog die Preise um durchschnittlich 2,4 Prozent an. „Auch künftig sollen die Tarife alle ein bis zwei Jahre angepasst werden“, sagte der Geschäftsführer der Ingolstädter Verkehrsgesellschaft, Robert Frank.

Noch unentschieden ist der Regensburger Verkehrsverbund. „Wir sind noch in der Diskussion. Wie und wann Tarife angepasst werden, ist offen“, sagte RVV-Geschäftsführer Kai Müller-Eberstein. Es werde definitiv Erhöhungen geben, Details stünden jedoch erst zum Jahreswechsel fest. Ähnliches sieht es in Augsburg aus, wo der Verkehrs- und Tarifverbund AVV noch abwartet. „Es wird noch intern diskutiert, ob die Tarife erhöht werden sollen oder nicht“, sagte AVV-Sprecherin Irene Goßner.

Die Landshuter Fahrgäste des Nahverkehrs dürfen sich dagegen zunächst über stabile Preise freuen. Dort wurde zuletzt im Januar 2015 erhöht. „Wir machen das nicht automatisch, sondern machen das nach Bedarf. Und mir ist nicht bekannt, dass demnächst die Preise erhöht werden sollen“, sagte Sprecherin Susanne Franck.

dpa

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