"Auf Kante genäht"

Bayerns Gefängnispersonal macht 65 400 Überstunden

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Die Justizvollzugsanstalt Stadelheim in München.

München - Die Personalsituation in den bayerischen Gefängnissen ist weiterhin angespannt. Trotzdem schneiden sie im bundesdeutschen Vergleich noch relativ gut ab.

Rund 65 400 Überstunden wurden von den Bediensteten auf den rund 4050 Stellen im vergangenen Jahr geleistet, das sind etwa 2100 weniger als noch 2014. Das teilte das Justizministerium auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Der Personalstand sei „auf Kante genäht“, sagte eine Sprecherin. Bis 2018 würden deshalb 250 weitere Planstellen geschaffen.

„Diese Stellen sind aber nicht sofort verfügbar“, sagt Ralf Simon, Vorsitzender der Gewerkschaft Strafvollzug in Bayern, „dabei ist die Arbeit in den vergangenen Jahren deutlich schwieriger geworden“. Die Flüchtlingsproblematik etwa belaste vor allem die Anstalten im Grenzbereich, wo vermehrt Schleuser inhaftiert seien und auf ihren Prozess warteten.

Im Bundesvergleich steht Bayern verhältnismäßig gut da. In Sachsen etwa kommen nach Angaben des dortigen Justizministeriums auf einen Beamten derzeit rund 40 Überstunden, in Bayern sind es 16. Auch die Krankenstände sind in Bayern niedriger: In Sachsen kommt demnach jeder Vollzugsbeamte auf durchschnittlich 36 Krankentage, in Bayern sind es dagegen 21.

dpa

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