Milchpreispolitik: Zustimmung oder Ablehnung?

"Ist es den Discountern peinlich"?

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Aufkleberaktion vom "Bauernstand" auf Milchprodukten

Landkreis Berchtesgadener Land - Dass die Milchpreispolitik ein schwieriges Thema ist, steht außer Frage. Der "Bauernstand" versucht seit einiger Zeit mit einer Aufkleberaktion zu polarisieren. Bringt das etwas?

"Ländliche Umgebung erhalten - was können wir tun?" Das ist nur eine der Fragen, die auf einer Aufkleberaktion gestellt wird, die sich an die Verbraucher richtet. Die Aufkleberaktion polarisiert derzeit in unterschiedlichen Discountern im Berchtesgadener Talkessel. 

Als Absender outet sich der "Bauernstand", mit dem wir mittlerweile ausgiebig im Kontakt sind. Mit zwei Molkereien haben wir bereits gesprochen und ihr Feedback veröffentlicht. Als Nächstes möchten wir die Verbraucher und Discounter zu Wort kommen lassen. Was halten sie von der Aufkleberaktion?

"...mit großem Interesse habe ich die Artikel und Eintragungen auf Facebook über die rätselhaften Milchaufkleber gelesen. Sehr erfreut war ich auch über die Nachricht auf BGLand24.de, dass die Molkerei in Piding bereits mehrere Anfragen hierüber erhalten hat. Gibt es zur jetzigen Zeit schon nähere Infos darüber oder wurden weitere Aufkleber entdeckt?...", so lautete ein erstes Feedback auf unseren ersten Artikel. 

In den nachfolgenden Tagen erhielten wir viele Zuschriften von Lesern, wie zum Beispiel von Kathi: "Und zwar geht es um diese Milchpreis-Geschichte. Das war ja vorletzte Woche ganz schön in den Medien. Gestern habe ich im Penny in Mitterfelden (beim Kreisverkehr) auch so eine Packung mit einem Aufkleber bekommen. An der Kasse hat man mir gesagt, ich soll mich an die Hauptfiliale wenden – habe ich gemacht aber natürlich auch keine Antwort bekommen. Kann es sein, dass es den Discountern in der Region peinlich ist? Wie auch immer – mir und vielen anderen auch gefällt 'der Bauernstand' – Daumen hoch! LG Kathi."

Eigentlich eine eindeutige Antwort, dass die Verbraucher die regionalen Produkte und diese Aktion befürworten. 

Das sagt Kaufland

"In der Marktwirtschaft bilden Angebot und Nachfrage die Grundlage der Preisbildung. Zudem bestehen bei landwirtschaftlichen Produkten hohe Unterschiede bei den Beschaffungspreisen, die ebenfalls Auswirkungen auf den Verkaufspreis haben. 

Mit unseren Verkaufspreisen richten wir uns generell am Markt aus. Wir bieten unseren Kunden ein sehr breites Sortiment an Milch und Molkereiprodukten.
Dazu zählen auch Premium-, Bio- und Regionalmarken, die im Schnitt doppelt so teuer angeboten werden, wie die Preiseinstiegsmarken

Der Kunde hat also bereits jetzt schon die Wahl, durch das eigene Einkaufsverhalten ebenfalls seinen Beitrag zu leisten. Wir hoffen, dass wir Ihnen mit diesen Informationen behilflich sein konnten."

Das sagt ALDI SÜD

"Als einer der führenden Lebensmitteleinzelhändler sind wir uns bei ALDI SÜD unserer gesellschaftlichen Verantwortung und der aktuell schwierige Situation auf dem Milchmarkt bewusst. 

Grundlage für die Preisfindung bei ALDI SÜD sind faire Einkaufspraktiken, bei denen der finale Einkaufspreis über festgelegte Ausschreibungsprozedere bestimmt wird. Dabei bildet sich der Einkaufspreis von Milch und Butter - wie auch von allen anderen Erzeugnissen – aufgrund der Marktlage, die wiederum durch Angebot und Nachfrage bestimmt ist

Für den Einkaufspreis von Milch und Butter ist nicht nur das nationale und internationale Angebot, sondern auch die verbrauchsbedingte weltweite Nachfrage maßgeblichDer Lebensmitteleinzelhandel kann diese preisbildenden Faktoren nicht beeinflussen

Da immer mehr Verbraucher in ihrer Einkaufsentscheidung auch nachhaltige bzw. regionale Aspekte berücksichtigen, bieten wir neben konventioneller Milch seit vielen Jahren unsere ökologisch hergestellte Milch zu einem höheren Preis an. Seit Juni 2015 haben wir mit milfina „meine bayrische Bauernmilch“ eine regionale und gentechnikfrei produzierte Milch im Angebot. 

Durch den – gegenüber der konventionellen Milch – höheren Preis profitiert auch der Erzeuger in Bayern, der für seinen Mehraufwand, den er unter anderem auch im Sinne einer besseren tierartgerechten Haltung der Milchkühe betreibt, honoriert wird. Trotz einer verhaltenen Nachfrage seitens unserer Kundinnen und Kunden sehen wir den Verkauf der „bayrischen Bauernmilch“ auch als Unterstützungsmaßnahme der bayerischen Milchindustrie und werden den Artikel auch weiterhin anbieten

Im Oktober 2015 haben wir außerdem die Preise für Milch und Butter freiwillig um 4 Cent bzw. 10 Cent erhöht. Mit der Anhebung wollten wir dazu beitragen, dass sich die Lage der deutschen Milcherzeuger verbessert. Leider hat diese Maßnahme nicht zu einer Verbesserung der Situation führen können. 

Als Handelsunternehmen stehen wir am Ende einer komplexen Lieferkette. Uns ist es deshalb wichtig darauf hinzuweisen, dass die aktuelle Lage der Milchbauern nicht nur ein Thema des Einzelhandels ist, sondern aller Beteiligten der Wertschöpfungskette sowie der Politik. Dies gilt vor allem, da nur rund 37 Prozent der in Deutschland hergestellten Milch- und Molkereiprodukte an den deutschen Lebensmitteleinzelhandel verkauft werden. 

Fast die Hälfte der von deutschen Landwirten hergestellten Milch- und Molkereiprodukte wird ins Ausland exportiert."

Fortsetzung folgt

Anfragen bei weiteren Discountern haben wir rausgeschickt. Außerdem stehen wir in engem Kontakt mit dem Bauernstand und Milchbauern aus der Region.

Quelle: BGland24.de

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