Kilometerlange Staus im Berchtesgadener Land

Landrat Grabner schreibt Brandbrief an Innenminister!

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Berchtesgadener Land - Die schwierige Verkehrssituation im Zusammenhang mit den Grenzkontrollen hat Landrat Georg Grabner veranlasst, Innenminister Thomas de Maizière ein Schreiben zukommen zu lassen.

Die angespannte Verkehrssituation im Zusammenhang mit den Grenzkontrollen an der Bundesautobahn A8 im Bereich Bad Reichenhall/Piding und am Grenzübergang Freilassing – Saalbrücke mit kilometerlangen Rückstaus, Wartezeiten und starkem Ausweichverkehr zu Hauptverkehrszeiten hat Landrat Georg Grabner veranlasst, Innenminister Thomas de Maiziére ein Schreiben zukommen zu lassen und um Unterstützung zu bitten, damit die notwendigen Grenzkontrollen an den oben genannten Grenzübergängen zweispurig erfolgen:

Mit Art der Kontrollen nicht einverstanden

"Sehr geehrter Herr Bundesminister,

Ich unterstütze ausdrücklich die Grenzkontrollen zu Österreich, die seit dem 13. September 2015 durch die Bundespolizei durchgeführt werden. 

Nicht einverstanden bin ich aber mit der Art und Weise der Durchführung der Kontrollen, zumindest in den Hauptverkehrszeiten. Seit Beginn der Kontrollen setzte ich mich bei den verschiedenen Anlässen und Besprechungen dafür ein, dass in den Hauptverkehrszeiten die Kontrollen zweispurig erfolgen. Die war früher, als es noch Grenzkontrollen gab möglich und wäre auch heute möglich.

Die kilometerlangen Staus täglich auf der Autobahn sind ein großes Ärgernis und eine enorme Belastung für alle, die im Stau stehen, aber auch für die heimische Wirtschaft, die in hohem Maße auf Kunden und Gäste aus dem benachbarten Österreich angewiesen ist sowie für Berufspendler. Umsatzeinbrüche im Handel und in gastronomischen Betreiben bis zur Entlassung von Mitarbeitern sind die Folge. Zwischen Weihnachten und Hl. Drei König reichten die Staus teilweise zurück bis auf die A10 in Österreich. Häufig sind Staus auf zwei Fahrspuren von der Kontrollstelle zurück bis zur Landesgrenze und nach Österreich hinein festzustellen.

Probleme in den Hauptverkehrszeiten

Weil viele Verkehrsteilnehmer diesen Staus ausweichen, fahren sie aus der Stadt Salzburg heraus über den Bundesstraßengrenzübergang auf der B21 auf deutscher Seite bis nach Reichenhall, von dort auf der B20 bis zum Autobahnanschluss Piding und hier wieder auf die Autobahn. Die Folge sind tägliche Staus, die von der Stadt Salzburg bis in die Nähe des Grenzübergangs reichen. An der Einmündung der B21 in die B20 staut sich der Verkehr in den Hauptverkehrszeiten ebenfalls.

Hinzu kommt, dass viele österreichische Verkehrsteilnehmer die Staus auf der Autobahn umfahren, in dem sie das sogenannte kleine Deutsche Eck über Lofer/ Österreich, Bad Reichenhall und Piding ebenfalls bis zum Autobahnanschluss Piding nutzen. Auch hier gibt es in den Hauptverkehrszeiten täglich große Staus mit langen Wartezeiten.

Technisch wäre ohne unvertretbaren Aufwand möglich, die Voraussetzungen zu schaffen, dass in den Hauptverkehrszeiten zweispurig kontrolliert wird. Anderslautende Behauptungen entsprechen nicht in den Tatsachen. Sicher wäre auch die Verlegung der Kontrollstelle zurück an den Grenzübergang, wo auch früher die Kontrollen stattfanden, möglich.

"Situation völlig inakzeptabel!"

Auch am Grenzübergang Freilassing-Saalbrücke staut sich in den Hauptverkehrszeiten der Verkehr oft bis weit in die Stadt Salzburg hinein zurück. Auch hier wäre mit vertretbarem Aufwand möglich, die Grenzkontrolle vor der Mitte der Brücke um einige Meter zurückzuverlegen an die frühere Kontrollstelle. Dieser Bereich befindet sich allerdings auf österreichischem Staatsgebiet. Nach meinen Informationen hat Österreich aber einer solchen Lösung bereits grundsätzlich zugestimmt.

Ich wende mich persönlich an Sie, weil es zwar von Seiten der Bundespolizei bisher teilweise Zusagen für deutliche Verbesserungen gab, sich bis heute aber nichts Wesentliches verändert hat.

Nachdem damit zu rechnen ist, dass die Grenzkontrollen noch länger andauern werden, muss hier dringend etwas geschehen. Die jetzige Situation ist völlig inakzeptabel.

Ich bitte Sie deshalb sehr herzlich um Ihre Unterstützung. Wir leisten ohnehin vor Ort alle viel mehr als man eigentlich von uns verlangen und erwarten könnte."

Pressemitteilung Landratsamt Berchtesgadener Land

Quelle: BGland24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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