Gebirgsjägerbataillon übt für bevorstehende Aufgaben

Soldaten aus Bischofswiesen bei Übungseinsatz

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Kompaniechef Oberleutnant Ortner gibt den Befehl zum Angriff.

Bischofswiesen/Altmark - Soldaten aus Bischofswiesen waren zu Übungszwecken im Gefechtsübungszentrum Heer. Verschiedene Aufgaben galt es zu meistern.

Das Gebirgsjägerbataillon 232 übte als Gefechtsverband (GefVbd 232) im Gefechtsübungszentrum Heer (GÜZ) in der Altmark für den bevorstehenden Einsatz OFF. Der zweite Übungsdurchgang fand vom 24.01.2016 bis 05.02.2016, unter Anwendung der neuen Soldatenarbeitszeitverordnung statt und übte die Operationsart Angriff im bewaldeten und bebauten Gelände. Dabei wurden die Gebirgsjäger aus Bischofswiesen durch eine Infanteriekompanie aus Mittenwald, Gebirgspioniere aus Ingolstadt sowie Aufklärungs- und Versorgungskräften aus Füssen unterstützt.

Einsatzübung Teil 1 - Die digitale Gefechtsstandsimulation

Die Ortschaft Hottendorf bietet ausgezeichnete Möglichkeiten zum Üben des Orts- undHäuserkampfes.

Neben seiner beweglichen Befehlsstelle ist der Gefechtsstand eines der wichtigsten Elemente des Kommandeurs, um die Führung des Verbandes zu ermöglichen. In ihm sind verschiedene Elemente des Bataillons vereint. Diese arbeiten dem Bataillonskommandeur zu und erleichtern ihm damit die Entschlussfassung im Gefecht. 

Während der digitalen Führungsübung, welche mehrere Tage in Anspruch nahm, wurden die einzelnen Elemente innerhalb des Gefechtsstandes geschult. Dabei wurden vom Leitungsbereich des Gefechtszentrums unterschiedliche Lagen eingespielt, die inhaltlich die zweite Einsatzübung vorbereiteten. Diese Lagen dienen dem Kommandeur und dem Führer des Gefechtsstands sowie seinen Abteilungsleitern als Vorbereitung für die Einsatzübung. Als Folge konnten in der Voraussicht auf den zweiten Teil des Übungsaufenthaltes, bereits erkannte Mängel identifiziert und abgestellt werden.

Bilder: Soldaten aus Bischofswiesen bei Übungseinsatz

Kampf um den Infanteriesteg

Während der Bataillonsgefechtsstand in der digitalen Führungsprüfung den Führungsprozess im Gefecht übte, wurden die Kompanien in einem Stationskreislauf ausgebildet und beübt. Die Themen der Stationen waren unter anderem Waldkampf, Orts-und Häuserkampf und das Nehmen von Engen. Als Beispiel dafür wurde mit einer Kompanie der Waldkampf um den „Infanteriesteg“ geübt. In diesem Szenario musste die Kompanie als erstes Zwischenziel eine Gewässerüberquerung für das Bataillon ermöglichen. 

Neben dem einzelnen Führerkönnen vom Gruppenführer bis hin zum Zugführer und Kompaniechef, war das Zusammenwirken mit den unterstellten Kräften gefordert. Die Waffenträger Wiesel wurden so in Stellung gebracht, dass sie die Annäherung der Kompanie decken konnten. Die unterstellten Pionierkräfte hielten sich bereit für den Einsatz der Pionierpanzer „Dachs“ und „Biber“, um im folgenden Gefechtsverlauf den Übergang über einen Fluss sicherzustellen. Die Infanteriekompanie hatte den Auftrag den Übergang zu sichern, dazu wurde nach einem aufgesessenen Anmarsch, abgesessen gekämpft.

Einsatzübung Teil 2

Zwischenziel genommen: Der Waffenträger Wiesel sichert den Gewässerübergang.

Am Sonntag startete die mehrtägige Gefechtsübung. Das Operationsziel war der Ort „Hottendorf“ im Norden des Truppenübungsplatzes. Der Kommandeur, Oberstleutnant Dirk Borg, setzte auf die Taktik „Angriff im Breitkeil“ mit dem Schwerpunkt auf der rechten Seite. Als erstes Zwischenziel musste der Gewässerübergang in der Nähe des “Infanteriestegs“ genommen werden, um den Hauptkräften das Überwinden des Flusses zu ermöglichen und den Angriff fortsetzen zu können. 

Durch das offene Gelände hatte der Gefechtsverband nur eine Option: den auf und abgesessenen Angriff über die einzelnen Waldgruppen und über die jeweiligen Zwischenziele in das Angriffsziel. Der Feind verzögerte den GefVbd 232 durch den Einsatz von Sperren und gepanzerten Kräften.

Kampf um Hottendorf

Nach dem die Zwischenzielen genommen waren, wurde über Nacht ein Verfügungsraum bezogen und das Bataillon in der sogenannten „Blauen Nacht“ gefechtsmäßig versorgt. 

Am letzten Tag stand der Gefechtsverband vor dem Angriff auf die Ortschaft Hottendorf. Im Schwerpunkt des Bataillons griffen zwei Kompanien nebeneinander an. Durch den Einsatz von Mörsern und Close Air Support (CAS) konnte der Einbruch geschafft und anschließend im Zusammenwirken aller Kräfte die Ortschaft nach zwei Stunden Kampf genommen werden.

"Geschafft"

Nach anstrengenden zwei Wochen ging der Durchgang im Gefechtsübungszentrum des Heeres für den GefVb 232 zu Ende. Lob für das Leistungsvermögen gab es vom Divisionskommandeur der 10. PzDiv, Generalmajor Schütt, der sich einen Eindruck von der Truppe verschaffte. Brigadegeneral Sollfrank, Kommandeur der Gebirgsjägerbrigade 23, analysierte zusammen mit dem Auswerte- und Leitungsdienst des GefÜbZH die vergangenen Gefechtstage und besprach sie in einer gemeinsamen Schlussbesprechung mit dem Führungspersonal des Gefechtsverbandes.

Ausbildungsziel erreicht, war sein Urteil. Allerdings gibt es eine Vielzahl von Aufgaben, um das Niveau zu halten. „Die sehr professionell durchgeführte, angeleitete Ausbildung, Übung und Auswertung durch das Ausbildungsteam des GÜZ hat den GefVbd 232 einen deutlichen Schritt nach vorne gebracht. Wir wissen nun, wo es Handlungsbedarf gibt und Verbesserungen notwendig sind. Die Motivation, Lern- und Leistungsbereitschaft meiner Soldatinnen und Soldaten war exzellent!“, resümierte der Kommandeur Oberstleutnant Dirk Borg.

Presseartikel Bundeswehr

Quelle: BGland24.de

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