Bodensee: Hatte Maxi nie eine Chance?

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Bodman/Altötting - Die Hälfte der Strecke schaffte der Altöttinger Maxi Melyarki beim Versuch, den Bodensee zu queren. Wie realistisch war der Rekordversuch? * NEU: VIDEO *

Schon zwei Extremsportler sind in diesem Sommer mit dem Versuch gescheitert, den Bodensee ohne Neoprenanzug auf seiner ganzen Länge von 64 Kilometern zu durchschwimmen. Das sei keine Überraschung - sondern natürlich, sagte Helmut Pabst, Präsident des Bayerischen Sportärzteverbands, im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. Denn bei einer derart langen Strecke kühle der Körper ohne schützenden Anzug aus. „Ohne Neoprenanzug würde ich so etwas selbst in wärmerem Wasser nicht probieren. Das ist für meine Begriffe verrückt. Sie haben keine Chance, sie müssen fast auskühlen.“

Maximilian Melyarki beim Start in Bodman am Bodensee

Als letzter Extremschwimmer hatte der 22 Jahre alte Maximilian Melyarki aus dem oberbayerischen Altötting in der Nacht zum Mittwoch seinen Versuch nach 33 Kilometern abgebrochen. Wie seine Vorgänger trug auch er keinen wärmenden Schutzanzug. Eine dritte Schwimmerin allerdings - Kirsten Seidel aus Dresden - scheiterte zwar bei ihrem Vorhaben, den Bodensee einmal schwimmend auf einer Länge von 136 Kilometer zu umrunden. Seidel schaffte aber als erste die Längsquerung, auch wenn sie sich nach Angaben des Senders SWR dabei für einige Minuten an einem Boot festhielt.

Bilder von Maxis Rekord-Versuch:

Maxi will Bodensee durchschwimmen: Bilder vom Start

Maxi bricht Rekordversuch ab

Im Körperinneren betrage die Temperatur 38 bis 39 Grad, sagte der Mediziner. Der Bodensee hat derzeit eine weit niedrigere Temperatur von etwa 23 Grad. „Bei dieser Differenz unterkühlen sie.“ In ganz kaltem Wasser sei sogar ein Kilometer Schwimmen ohne Neoprenanzug schon sehr mühevoll. Selbst im warmen Wasser des Mittelmeers holten sich viele Urlaube eine Erkältung, sagte Pabst. „Die Leute planschen drei, vier Stunden im Wasser und kühlen aus, ohne es zu merken.“

Der Sportmediziner nennt einen zweiten Grund, warum die Erfolgschancen beim Durchschwimmen des Bodensees außerordentlich niedrig sind: „Wenn man solche extremen Langstreckenversuche machen möchte, muss man jahrelang trainieren. Wenn man nicht acht bis zehn Jahre trainiert hat, geht es in der Regel nicht.“ Deswegen seien erfolgreiche Marathonläufer in der Regel um die dreißig Jahre alt.

Auf die Gesundheit hätten solche Extremversuche ohnehin keine positive Auswirkung, sagt der Arzt. „Als Sportmediziner wäre mir lieber, wir hätten nicht einen, der so lang schwimmt, sondern viele, die kürzer schwimmen.“

dpa

Quelle: innsalzach24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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