Ein Sechstel der Tiere nun tot

Wieder Burghauser Waldrapp in Italien abgeschossen

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Burghausen/Grosseto - Erneut wurde einer der Burghauser Waldrappen in Italien abgeschossen. Das Waldrappteam hat nun eine Petition gestartet.

"Innerhalb von 40 Tagen sind das drei Vögel, ein Sechstel der Waldrappe, die zu dieser Zeit in Italien unterwegs waren", so Johannes Fritz vom Waldrappteam, welches die Tiere betreut, in einem Facebook-Post. "Dieses willkürliche und sinnlose Töten gefährdeter Vögel stellt eine signifikante Bedrohung für die biologische Vielfalt dar und ist ein schwerer Schaden für die europäischen Arterhaltungsbemühungen." 

Daher habe die Organisation eine Onlinepetition gegen die illegale Vogeljagd in Italien gestartet. Diese gebe "jedem die Möglichkeit, aktiv ein Zeichen gegen die illegale Vogeljagd zu setzen, diese unsinnige und kriminelle „Freizeitbeschäftigung“ einiger rücksichtsloser Täter", so Fritz. Dadurch würden "Leben vernichtet, Tiere gequält und Tierarten gefährdet".

Neue Spuren bei zuvor getöteten Vögeln

Bereits Anfang Oktober waren zwei der Tiere abgeschossen worden. In diesem Fall gebe es aber inzwischen Neuigkeiten, so Fritz in dem sozialen Netzwerk. Das Röntgenbild eines er Vögel zeige zahlreiche Schrotpelletes am ganzen Körper. "Der Schuss dürfte wohl gezielt und aus geringer Entfernung angegeben worden sein", so Fritz.

Außerdem zeige es noch eine Besonderheit, ein Projektil im Bereich des Rückens, wahrscheinlich von einem Luftdruckgewehr. "Aus unserer Sicht erhöht das die Chance die Täter, denn es sind ja offenbar zwei, ausfindig zu machen." Wenn jemand mit einem Luftdruckgewehr schieße, würde das jemand auffallen. Er versicherte: "Wir werden mit unseren Partnern alles versuchen, um die Täter zu identifizieren."

Einzigartige Population in Burghausen

Einst war der Waldrapp in ganz Europa verbreitet, im 17. Jahrhundert starben die Tiere aber aufgrund intensiver Bejagung aus. Nun laufen verschiedene Wiederansiedelungsversuche, um ihn als Brutvogel in Europa wieder zu etablieren.

Das Burghauser Projekt „Waldrappteam“ will die Vögel wieder in Mitteleuropa ansiedeln. Dafür ist es insbesondere nötig, den Vögeln aus Zoohaltungen den Weg in ihr Wintergebiet zu zeigen. Handaufgezogene Jungvögel werden trainiert, einem Ultraleichtflugzeug zu folgen, um sie in ein geeignetes Wintergebiet zu führen. Burghausen liegt mitten im historischen Verbreitungsgebiet dieser Ibisvögel.

Mehr über das Projekt erfahren Sie auf der Website der Kreisgruppe Altötting des Bund Naturschutz.

hs

Quelle: innsalzach24.de

Rubriklistenbild: © Screenshot Facebook/dpa (Montage)

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