Testlauf für den neuen Hochwasserschutz

60 Zentimeter mehr Sicherheit in Burghausen

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So richtig schwer sind sie nicht, die Aluelemente des neuen Hochwasserschutzes für Burghausens Altstadt.

Burghausen - „Ich hoffe, dass wir diesen Wasserstand nie erreichen“, sagte Bürgermeister Hans Steindl am Samstagvormittag in Burghausen zum neuen Hochwasserschutz an der Salzlände.

Um es gleich vorweg zu sagen: Dieser Probleauf mit dem neuen Hochwasserschutz am Samstagvormittag hat ursächlich nichts mit der Katastrophe in Niederbayern zu tun. Das sei reiner Zufall, so Bürgermeister Hans Steindl vor Ort gegenüber den Medienvertretern. Tatsächlich sind nämlich von der Idee eines weiteren Hochwasserschutzes an der Salzach in Burghausens Altstadt bis zum ersten Probelauf fünf Jahre vergangen.

Testlauf: Neuer Hochwasserschutz in Burghausen 1

120% sind besser als 100

750.000 Euro hat der zusätzliche Hochwasserschutz gekostet.

Der bisherige Hochwasserschutz für die Burghauser Altstadt bestand aus der Mauer mit einer Höhe von 9,20 Metern. Jetzt setzt die Burghausen in Eigenleistung noch mal 60 Zentimeter oben drauf. „Man weiß nicht, was noch alles kommt und die aktuellen Ereignisse zeigen, dass man viele Dinge nicht voraussagen kann“, erklärte Steindl im Hinblick auf die Tragödie in Niederbayern, mit der niemand habe rechnen können. 750.000 Euro kosten die 60cm mehr an Hochwasserschutz.

Millionenwerte liegen unterhalb der Burg von Burghausen

Hochwassergefahr in Burghausen könne man nicht mit Ereignissen wie in Niederbayern vergleichen, so Steindl. „Mit modernen Mitteln können wir die Salzach gut berechnen“, sagt er. Vorkehrungen wie Polder oder Überläufe seien vorhanden und überhaupt: „Durch Salzburg und Laufen flussaufwärts kennen wir die Pegelstände und wissen rechtzeitig, was da möglicherweise auf uns zukommt“. Der Stadtrat sei dem Wunsch der Anwohner und Burghauser aber dennoch nachgekommen und habe sich bewusst für einen 120%igen Hochwasserschutz entschieden und das schon vor fünf Jahren.

Von der Idee bis zur Umsetzung

Hans Steindl, 1. Bürgermeister der Stadt Burghausen vor Ort

Der Grund für diese lange Zeit bis zur Umsetzung liege zum einen in der Planung: Schließlich gehe es hier um Millionenwerte, die mit der Burghauser Altstadt verbunden seien, die Sorgen der Anwohner, letztlich um ganz Burghausen, so Steindl. Da wolle man dann schon sicher sein, dass es auch richtig geplant ist.

Viel Zeit habe auch das Genehmigungsverfahren in Anspruch genommen. Die Mauer als bisheriger Hochwasserschutz gehört dem Freistaat Bayern. Die Stadt Burghausen ist diesbezüglich seinerzeit in einen Unterhaltsvertrag eingetreten. Hier einfach mal Löcher zu bohren damit man im Fall des Falles Aluminiumelemente als Schutz zwischen die Träger einstecken, fest verschrauben und verankern kann, geht schon allein rein rechtlich nicht so einfach.

Die oberösterreichischen Nachbarn erklärten sich einverstanden mit der Erhöhung der Mauer.

Dazu kommen die betroffenen Gemeinden in der Umgebgung, Salzburg und das Bundesland Oberösterreich, insbesondere die direkten Nachbarn jenseits der Salzach im oberösterreichischem Hochburg/Ach. Auch sie mussten gefragt und Pläne und Berechnungen vorgelegt werden. Warum? Drüben haben sie keine Mauer wie Burghausen. Da könnte es doch das Wasser an die andere Seite drücken. Die Sorge scheint berechtigt aber Berechnungen hätten ergeben, dass in sei einem Fall die österreichische Seite lediglich mit einem höheren Pegel im Millimeterbereich zu rechnen hätte. Die Folge: Schließlich haben alle, die gefragt werden mussten, G rünes Licht gegeben.

Testlauf: Neuer Hochwasserschutz in Burghausen 2

Was lange währt, …

Der Probelauf sei äußerst erfreulich verlaufen, so Steindl. Mit vier bis fünf Stunden habe man gerechnet. Nach dreieinhalb war alles vorbei und die Mauer hatte ihren 60 Zentimeter hohen Zusatz-Hochwasserschutz aufgesetzt bekommen. Bemerkenswert dabei ist, dass es heute nicht um die Zeit ging. Vordringliches Ziel war es heute, das neue Hochwasserschutzsystem auszuprobieren, ein Gefühl dafür zu bekommen und schließlich eine Systematik praktisch zu erarbeiten.

  • 250 Stützen 
  • 4 Aluelemente pro Feld/850 Elemente insgesamt in drei verschiedenen Längen 
  • Eine Mauer, die nicht schnurgerade dahin läuft und Aussparungen hat wie beispielsweise bei den Bushaltestellen

All das und noch viel mehr wollte heute ausprobiert werden. Hans Steindl zeigte sich zufrieden: „Das gibt uns das gute Gefühl, dass wir alles gemacht haben, was möglich ist“.

Quelle: innsalzach24.de

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