Hochwasser in Niederbayern

Stadtrat Burghausen: 250.000 Euro Ersthilfe für Simbach

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Freiwillige Helfer in SImbach

Burghausen/Simbach - "Wie geht Hilfe sinnvoll?", war die Frage auf der Stadtratssitzung in Burghausen in punkto Hochwasser in Niederbayern. Heraus gekommen ist eine Win-Win-Situation auf vor allem menschlicher Ebene.

Das kann man nicht mehr erhalten“, fasste Bürgermeister Hans Steindl auf der Stadtratssitzung am Mittwochnachmittag das zusammen, was er nach der Hochwasserkatastrophe in Niederbayern vor Ort gesehen hatte. 80-90 Prozent der Häuser, allein in Simbach, seien reif für die Abrissbirne.

Auch Burghauser seien direkt oder indirekt davon betroffen, wie beispielsweise ein bekanntes Musikgeschäft mit. „Das war ein schöner Jugendstilbau. Das Haus, die Werkzeuge - alles ist kaputt“. Eine erste und vor allem möglichst unbürokratische Hilfe musste aufgelegt und durch den Burghauser Stadtrat beschlossen werden.

So hat es in Simbach am Freitagnachmittag ausgesehen:

Simbach: Schäden werden jetzt erst richtig deutlich

Simbach: Schäden werden jetzt richtig deutlich - Teil 2

Wie geht Hilfe sinnvoll?

Dazu hat sich Hans Steindl mit Klaus Schmid, seinem Amtskollegen in Simbach, unterhalten. „Es fehlt an Geld“, berichtete Steindl. „Im Kerngebiet haben viele einfach alles verloren. Da gibt’s auch keine Bankkarte mehr, die irgendwo zu finden wäre, geschweige denn irgendwelche Unterlagen“.

Simbachs Bürgermeister Klaus Schmid am Freitag vor der Presse zur Situation:

So schlug Steindl dem Stadtrat vor, dem Vorschlag von Simbachs Bürgermeister Schmid nachzukommen und die erste finanzielle Hilfe dem Hilfsfond der Stadt zufließen zu lassen. 250.000 Euro gehen per einstimmigen Beschluss auf das Simbacher Ersthilfe-Konto.

Das Geld soll personenbezogene Hilfe leisten. „Der Rest sind staatliche Aufgaben“, erklärte Steindl zu den infrastrukturellen Aufgaben. 200 Brücken in der Region, die es nicht mehr gibt, halbseitig, teilweise voll gesperrte Straßen in der Peripherie um Simbach – das alles sei letztlich für einzelne Kommunen, auch im Verbund nicht zu leisten und nicht deren Aufgabe.

Die Hilfe geht weiter!

Auch weiterhin werde die Stadt natürlich logistische Hilfe in Form von ausgebildeten Einsatzkräften leisten. Steindl berichtete am Mittwochnachmittag auch von Gesprächen mit den Obersten der in Burghausen ansässigen Industrie. Demnach sei am ersten Tag nach dem Unglück der Werksverkehr völlig zusammengebrochen. Wacker, OMV und anderen hätten bereits ein eigenes Hilfspaket geschnürt. Tatsächlich sind sie nämlich auch direkt von diesem Unglück betroffen. Auf bis zu 3000 wird die Zahl derer geschätzt, die aus Niederbayern nach Burghausen zur Arbeit pendeln.

Auch hier ist von personenbezogenen Hilfen die Rede. Kinder von Arbeiterfamilien sollen in Burghausen in den Kindergarten oder zu Schule kommen können „bis das Schlimmste erst einmal behoben ist und wieder Struktur reinkommt“.

Hans Steindl „Dann ist es halt nicht 100%ig auflagenkonform!“

Entschlossen zu helfen, wo es nur geht, sprach Steindl auch davon, die betroffenen Betriebe aus dem Mittelstand zu unterstützen. „Da werden wir natürlich bei Ausschreibungen darauf achten, dass wir die Wertschöpfung hier in der Region lassen“. Soll heißen, dass Mittelstandsbetriebe aus der Region den Vorzug erhalten für Aufträge der Stadt. „Burghausen und die Region um Simbach liegen in einer Linie“, erklärte Steindl gerade in diesem Punkt noch einmal deutlich. 

Jeder profitiert vom anderen“. Argumente wie Arbeitsplätze und Gewerbesteuer führte er an und betonte dass die Hochwasserkatastrophe in Simbach von allen in einem Umkreis von mindestens 50 Kilometern, die es nicht getroffen hat, unbedingte Solidarität verlange, Auflagen bei der Vergabe von öffentlichen Aufträgen hin oder her.

Zu den weiteren Themen auf der jüngsten Burghauser Stadtratssitzung folgen gesonderte Artikel.

Quelle: innsalzach24.de

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