Großübung

Industriepark Gendorf übt für den Ernstfall

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Rauchwolke über Gebäude 350? Auch wenn die Effekte täuschend echt waren, handelte es sich bei dem Großeinsatz im Industriepark am Montagabend lediglich um eine Übung

Burgkirchen - Es kracht und raucht in Gendorf. Menschen, scheinbar verletzt, schreien vor Schmerzen. Mit diesem realistischen Szenario wurde der Ernstfall geprobt. *FOTOS UND VIDEO*

Schreckensszenario im Industriepark in Gendorf: In Gebäude 350 hat es eine Verpuffung gegeben, jetzt brennt es. Am Standort von Linde muss jemand aus schwindelerregender Höhe gerettet werden. Nur einige Meter weiter ist ein Gasbehälter umgestürzt. Und als wäre das alles nicht schon schlimm genug, ist auch noch ein Kesselwagen mit einem Auto zusammengestoßen.

Notfallübungen seit 25 Jahren

19 Verletzte sollte es bei der Übung geben. Viele von ihnen spielten ihre Rolle sehr glaubhaft (zum Vergrößern Bild anklicken)

Am Montagabend musste die Werksfeuerwehr Gendorf gemeinsam mit etlichen externen Hilfskräften nahezu zeitgleich mit diesen vier Szenarien fertig werden. Zum Glück war alles nur eine Übung, genauer gesagt handelte es sich um die große Notfallübung 2015. Mit solche Übungen will die Infraserv Gendorf GmbH, der Betreiber des Industrieparks, das Notfallmanagement weiter verbessern. Seit über 25 Jahren finden im Industriepark regelmäßig große Notfallübungen statt.

Die Großübung am Montag hätte kaum realistischer wirken können. Im ersten Szenario etwa - der Verpuffung - sorgte ein Pyrotechniker für die entsprechenden Knall- und Raucheffekte. Die insgesamt 19 "Verletzten" - stilecht geschminkt vom BRK - machten ihre Sache ebenfalls gut. Manch einer zeigte großes schauspielerisches Talent und schrie vor "Schmerzen".

Erstes Fazit ist positiv

Die Aufgaben bei einem Einsatz im Industriepark sind nicht alltäglich. Hier ist zur Übung ein Behälter mit entflammbarem Gas umgekippt

Die Einsatzkräfte konnten so in einem möglichst realistischen Umfeld üben. Das vorläufige Fazit von Martin Siebert, Leiter der Werkssicherheit bei Infraserv Gendorf, ist positiv. "Nach dem ersten Eindruck und dem Eindruck der Besucher, denke ich, ist die Übung gut gelaufen. Die Kollegen von den öffentlichen Einsatzkräften sind mittlerweile eingespielt", so Siebert. Eine genaue Analyse folgt aber erst. "Was im Detail gut und schlecht funktioniert hat, das werden wir in den nächsten Tagen bei Besprechungen, die wir mit internen Einsatzkräften, aber auch mit externen Einsatzkräften noch haben, dann ausarbeiten, und das wird in unsere Notfallplanung dann einfließen."

Löschroboter feiert Premiere

Dieser Löschroboter war am Montag neu im Einsatz

In diesem Jahr gab es mehrere Neuerungen. So kam ein Löschroboter zum Einsatz, der in all jenen Bereichen helfen kann, die für Menschen nur schwer zugänglich sind. Außerdem war die Einsatzleitung des Landkreises erstmals außerhalb des Industrieparks, im Gerätehaus der Feuerwehr Burgkirchen, untergebracht. Die Kommunikation zwischen dieser örtlichen Einsatzleitung und der Einsatzleitung im Werk musste somit neu getestet werden.

Für das Landratsamt war das Übungsszenario eine Gelegenheit, um die öffentlichen Warnsysteme zu testen. Am Montagabend waren in Burgkirchen Lautsprecherfahrzeuge der Feuerwehr unterwegs, um die Bevölkerung über die (simulierte) Gefahrenlage zu informieren. Die Information der Bevölkerung wurde heuer erstmals in die Notfallübung einbezogen.

Großübung im Industriepark Gendorf

Gegen 20 Uhr war die Übung beendet. Einsatzkräfte und "Verletzte" konnten ihre Posten verlassen und den Abend im Betriebsrestaurant ganz ohne Rauch- und Knalleffekte ausklingen lassen.

Quelle: innsalzach24.de

Zurück zur Übersicht: Bayern

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser