Hund stirbt qualvoll an Vergiftung

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Wurde Honey das Opfer eines Hundehassers? Die Polizei hält es für höchst unwahrscheinlich, dass die Hündin Gift gefressen hat, ohne dass es zuvor in einer Art Köder versteckt wurde.
  • schließen

Burgkirchen - "Das sind Bilder, die verfolgen dich im Schlaf." Hündin "Honey" ist Gift zum Opfer gefallen. War es die Tat eines Hundehassers?

Thomas Stribl aus Burgkirchen ist immer noch fassungslos, wenn er an die Ereignisse vom letzten Donnerstag, 26. September, denkt. Die Familie saß gerade gemütlich beisammen, als Hündin "Honey" urplötzlich zusammengebrochen ist. Sie musste koten und urinieren und ist zuckend umgekippt. "Das sind Bilder, die verfolgen dich im Schlaf", erzählt Thomas Stribl - auch aus Sorge um zwei seiner Kinder. Seine 17-jährige Tochter und sein erst vier Jahre alter Sohn mussten alles mitansehen.

Lesen Sie auch:

Unverzüglich ist der 43-Jährige zum Tierarzt gefahren, Honey war da schon nicht mehr bei Bewusstsein. Der Tierarzt vermutete eine Vergiftung und hat Stribl sofort an die Tierklinik Teisendorf verwiesen. Zwar musste sich Honey gleich bei der Ankunft übergeben, war aber kurz darauf wieder etwas stabiler. In der Hoffnung, ihre Hündin könnte wieder gesund werden, hat sich die Familie auf den Heimweg gemacht. Schon zehn Minuten später läutete das Telefon. Honey spuckte Blut und die Tierärztin hatte nur noch wenig Hoffnung für die Hündin. Es wurde ein letzter Versuch unternommen, Honeys Kreislauf zu stabilisieren - vergebens. Um halb eins in der Nacht, etwa fünf Stunden nach Honeys Zusammenbruch, meldete sich erneut die Tierklinik. Es gab keine Chance mehr auf Heilung, Honey musste eingeschläfert werden.

Nach Angaben der Tierklinik waren Honeys Symptome auf eine Vergiftung zurückzuführen, möglicherweise handelte es sich um Rattengift. Hatte ein Hundehasser etwa einen Giftköder ausgelegt? Stribl hat Anzeige erstattet und geht nun bewusst an die Öffentlichkeit - auch um die Hundehalter in der Nachbarschaft zu warnen. Alleine im Umkreis von 150 Metern gebe es vier Hunde, so Stribl.

Honey kam von der Tierhilfe Korfu

Erst seit April dieses Jahres war Honey bei der Familie Stribl.

Für die Familie ist Honeys Tod schon der zweite Verlust eines geliebten Vierbeiners innerhalb relativ kurzer Zeit. Erst im August 2012 mussten sie ihren Hund Moritz, der an Knochenkrebs litt, einschläfern lassen. "Das hat eine Lücke gerissen, ein Loch hinterlassen", erinnert sich Stribl. Lange habe man überlegt, ob man sich überhaupt noch einmal einen Hund anschaffen sollte. Von Anfang an aber stand fest, dass es in jedem Fall ein Hund aus dem Tierheim sein sollte. Am Ende fiel die Wahl auf Honey. Der English Setter befand sich in der Obhut der Tierhilfe Korfu und war gerade einmal drei Jahre alt, als er im April Teil der Familie Stribl wurde. "Ein braver, ruhiger, zurückhaltender Hund" sei Honey gewesen, zugleich aber lieb und anhänglich, "eine umgebaute Katze", erzählt Stribl.

Auch deshalb versteht der 43-Jährige die Welt nicht mehr. Sie habe so gut wie nie gebellt und nie ihr Geschäft in fremden Gärten verrichtet. Die Familie habe den Hund schon eine Woche gehabt, als dies beim Gassigehen den ersten Nachbarn aufgefallen sei - so ruhig war Honey. Wieso jemand seinen Hund also hätte vergiften wollen, ist dem 43-Jährigen ein Rätsel.

Polizei vermutet einen Hundehasser hinter der Tat

Nach Angaben der Polizeiinspektion Burghausen gestalten sich die Ermittlungen als schwierig, weil Stribl sich leider nicht erinnern kann, dass Honey vielleicht einmal beim Gassigehen etwas gefressen hat. Auch wann die Hündin vergiftet wurde, ist völlig unklar, denn Rattengift entfaltet seine Wirkung bei Hunden oft erst nach Tagen. Allerdings hält es die Polizei für sehr unwahrscheinlich, dass Honey quasi aus Versehen vergiftet wurde, sie also zum Beispiel eigentlich für Ratten bestimmtes Gift gefressen hat. Es gebe genaue Vorgaben, wie man Rattengift ausbringen darf, so die Polizei. Selbst wenn jemand die Vorgaben grob missachtet und das Gift frei zugänglich ausgelegt hätte, hätte die Hündin das Gift ziemlich sicher nur dann gefressen, wenn es in einem Köder versteckt worden wäre.

Viel mehr als die Frage nach dem Täter beschäftigt Thomas Stribl gegenwärtig die Sorge um seine Kinder. Sein kleiner Sohn frage jeden Tag, ob Honey wiederkommt. Auch die Frage nach dem Warum beschäftigt seine Kinder. Eine Frage, auf die Stribl keine Antwort weiß. "Ich kann es nicht erklären. Ich kann bloß an die Öffentlichkeit gehen."

Quelle: innsalzach24.de

Zurück zur Übersicht: Bayern

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser