Prozess in Traunstein nach Burgkirchen-Raub

Überfallopfer: "Ich hab gedacht, es ist aus!“

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Burgkirchen/Traunstein - Im Fall des brutalen Raubüberfalls Mitte Januar auf eine Frau in der Sparkasse Burgkirchen hat nun der Prozess begonnen. Seit Dienstag müssen sich zwei Kasachen wegen versuchten Mordes verantworten:

Eine 54-jährige Tankstellenmitarbeiterin war am Nachmittag des 17. Januar gerade dabei, die Einnahmen einzuzahlen, als zwei maskierte Männer unmittelbar nach der Frau die Sparkasse betraten und sie mit unglaublicher Brutalität ausraubten. Die Täter bedrohten die Frau mit einer Schusswaffe. Sie warfen ihr Opfer zu Boden, entrissen ihr die Geldtasche und flüchteten. Zuvor versuchte einer der Täter sogar Gebrauch von seiner mitgeführten Schusswaffe zu machen, aus der sich jedoch aus ungeklärter Ursache kein Schuss löste.

Festnahmen nach Flucht der Täter

Akribische Ermittlungsarbeit führte bereits vier Tage nach der Tat zur Festnahme eines der beiden Tatverdächtigen. Am 5. April konnte dank mehreren Hinweisen auch der zweite Tatverdächtige festgenommen werden. Die Ermittlungen der Kripo Mühldorf unter Leitung der Staatsanwaltschaft Traunstein wurden gegen die Täter wegen versuchten Mordes und schweren Raubes geführt. Deswegen sitzen die beiden 33 und 34 Jahre alten Kasachen nun auf der Anklagebank. Auch die 36-jährige Freundin des älteren Mannes muss sich wegen Beihilfe zu dem Raub verantworten.

Opfer hat ausgesagt

Wie verschiedene Medien berichten, hat sich die 54-jährige Geschädigte am Dienstag vor Gericht bis ins kleinste Detail zu der Tat geäußert. Während sie sich durch das Menü am Geldautomaten gewählt habe, habe sie einen Schlag auf den Kopf bekommen „Eine Hand griff an meine Tasche. Als ich sie nicht losließ, trat der größere Täter auf mich ein und schlug mich mit der Faust." 

Als sie hilflos am Boden gelegen sei, habe einer der Männer eine Pistole aus der Tasche gezogen und abgedrückt. „Ich hörte ein metallisches Klicken. Beide waren total geschockt, dass der Schuss nicht losgegangen ist. Da hat der eine nochmals abgedrückt", berichtete das Opfer.

"Ich hab gedacht, es ist aus. Mir ist das Herz stehen geblieben. Der Mann hat ohne Gnade abgedrückt." Nach der Flucht der Täter mit der gesamten Beute, so die Zeugin weiter, habe sie sich unter Schmerzen aufgerappelt, um Hilfe gerufen und per Notruf die Polizei verständigt. Die Frau leidet seit dem Unfall bis heute an physischen aber auch psychischen Folgen und ist arbeitsunfähig.

Einer der beiden Angeklagten hat sich ebenfalls vor Gericht geäußert. Er streitet die Tat ab und behauptete stattdessen, zum Tatzeitpunkt bei seiner Verlobten gewesen zu sein. Der zweite Angeklagte schweigt zu den Vorwürfen. Die Hauptverhandlung wird am 10. und 14. Oktober sowie am 7. November, jeweils um 9 Uhr, fortgesetzt.

Aus dem Archiv: 

Kripo ermittelt in Burgkirchner Sparkasse wegen Überfall

mb

Quelle: chiemgau24.de

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