"Er wurde gemobbt und geschlagen"

Bester Freund: Das machte Ali David zum Amokläufer 

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München - Ali David S. tötete am Freitag neun Menschen, vor allem Jugendliche. Es fällt schwer in ihm etwas anderes zu sehen, als einen Amokläufer. Genau das tut aber ein junger Mann auf Facebook. 

In einem bewegenden Facebook-Post hat sich nun der ehemalige beste Freund von Ali David zu Wort gemeldet. Er will seine Taten nicht rechtfertigen und entschuldigen - jedoch aufzeigen, was den labilen jungen Mann offenbar in diesen psychischen Ausnahmezustand trieb. Was ihn zum Mörder machte. 

Das ist sehr mutig von diesem jungen Mann, weiß er doch, dass er damit für andere Usern selbst zur Zielscheibe von Hass und Unverständnis werden könnte. 

Laut bild.de waren die beiden von der 1. Klasse an eng befreundet. Sie gingen zusammen ins Schwimmbad, ins Kino und übernachteten zusammen. "Er war einer der nettesten und hilfsbereitesten Menschen, die ich kannte", schreibt er. 

Dann trennten sich zunächst ihre Wege, ab der 8. Klasse jedoch gingen sie wieder auf dieselbe Schule. Offenbar hatte sich Ali David da aber schon verändert, war gebrochen: "Dort war er bereits nicht mehr der Junge, der er vorher war."

Geschlagen, gemobbt, bloßgestellt

Der spätere Amokläufer wurde zu einem Außenseiter, zum Objekt von Spott und Häme: "Er wurde von seinen Mitschülern gemobbt, geschlagen und in aller Öffentlichkeit bloßgestellt. Von Leuten, die der Meinung waren, dass so etwas 'cool' ist und sie besser sind als er. Wenn man ihnen gesagt hatte, dass sie das sein lassen sollen, wurde man selber beleidigt oder bedroht (...) Es erschüttert mich, dass diese Mobber nun versuchen, sich herauszureden und sich sogar über den Amoklauf lustig machen", schreibt sein ehemaliger bester Freund.

In seiner Wut habe Ali David fast täglich damit gedroht, jemanden töten zu wollen. Mit der Zeit habe das aber niemand mehr ernst genommen: "Irgendwann mussten wir alle den Kontakt abbrechen, weil uns das zu viel wurde." 

mg

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