Ein Betreuer für John Demjanjuk

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Bad Feilnbach - John Demjanjuk wird ein Betreuer gestellt. Das bestätigte inzwischen das Rosenheimer Amtsgericht. Demjanjuks Anwalt hatte einen entsprechenden Antrag gestellt.

Der 91-jährige ehemalige KZ-Wachmann – vom Landgericht München wegen Beihilfe zum Mord an 27.000 Juden verurteilt – lebt seit Anfang Mai in einem Pflegeheim in Bad Feilnbach. Der Haftbefehl wurde vom damaligen Richter aufgehoben.

Der Berufsbetreuer soll zukünftig bei Alltagsfragen und zu unterschreibenden Schriftsätzen helfen. Demjanjuks Verteidiger, Dr. Ulrich Busch, aus Ratingen hatte einen entsprechenden Antrag eingereicht. Denn oft würden – so die Begründung – Unterlagen seines Mandanten einer schnellen Bearbeitung bedürfen, die aus der Entfernung nur schwer möglich sei.

In den vergangenen Wochen hatte das Rosenheimer Gericht nach Angaben von Pressesprecherin Helga Pöschl-Lackner ein Gutachten bezüglich der Notwendigkeit eines Betreuers anfertigen lassen.

Ein Berufsbetreuer übernimmt in Deutschland die rechtliche Betreuung einer Person gegen Bezahlung. Allein im Jahr 2004 wurden laut Bundesjustizministerium zirka 1,16 Millionen Bürger gesetzlich betreut. Die Vergütung erfolge durch den Staat pauschal mit bis zu 44 Euro pro Stunde. Der Betreuer wird künftig unter anderem Versicherungsfragen und Kostenübernahmen für Demjanjuk mit dem Bezirk Oberbayern als zuständige Behörde klären.

sm/Oberbayerisches Volksblatt

Rubriklistenbild: © Silvia Mischi

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