Dioxin-Skandal: Wie gefährdet ist die Region?

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Landkreis - Nachdem erhöhte Dioxin-Werte nicht nur in Eiern und Hühnerfleisch, sondern aktuell auch in Schweinefleisch in Niedersachsen gefunden worden sind, kommt die Frage auf: Wie sicher sind die Lebensmittel in unserer Region?

Immer weitere Kreise zieht der Dioxin-Skandal. Erstmals wurde jetzt eine Belastung von Schweinefleisch in Niedersachsen mit Dioxin festgestellt. Können die Bayern trotzdem unbesorgt Eier, Hühner und Schweine essen?

Wenn es nach Josef Bodmeier, dem Rosenheimer Kreisobmann, geht, schon. "170 Futterproben sind in Bayern auf Dioxin untersucht worden. Bei allen war der zulässige Grenzwert von Dioxin deutlich unterschritten." Das bestätigt auch das Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit. Weil die Informationen aus Niedersachsen bislang aber unzureichend seien, "bleiben die bayerischen Behörden in Alarmbereitschaft". So heißt es in einer Pressemitteilung des Amtes.

"Ich bin jetzt seit ca. 30 Jahren da und wir hatten noch nie Probleme mit Dioxin", berichtet Dr. Walter Lenze, Leiter des Veterinäramtes in Traunstein. Laufend würden Proben von Milchprodukten, Eiern und Fleisch genommen. Im Landkreis Traunstein habe man den zulässigen Dioxin-Grenzwert aber noch nie überschritten.

"Was in Bayern zu stoppen war, wurde gestoppt", meint Heinrich Schuster, Pressesprecher der Regierung von Oberbayern. Es habe kurzzeitig einen Betriebsstopp gegeben, mittlerweile sei aber wieder alles in Ordnung. "Ich habe zumindest keine Bedenken, ein Ei zu essen", so Schuster. Jährlich seien die Veterinärämter der bayerischen Gemeinden dazu angehalten, Futtermittelproben zu nehmen. Das sind insgesamt ca. dreieinhalbtausend.

Laut Bodmeier sind die Landwirte einem immer größer werdenen Leistungsdruck ausgesetzt. An einem Ei würden sie nicht mehr als 0,6 Cent verdienen, von einem Kilo Schweinefleisch würden ihnen keine fünf Prozent bleiben. Die Hauptschuld am Dioxin-Skandal hätten aber die dubiosen Futterfirmen. "Sie müssen einfach stärker kontrolliert werden. Die Landwirte brauchen außerdem eine Rückversicherung." Jeder Landwirt muss für seine Produkte haften, nach Meinung des Rosenheimer Kreisobmanns müsste darum die Futtermittelindustrie eine Entschädigung an die betroffenen Bauern bezahlen.

Anette Mrugala

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