Droht Streik beim Meridian?

Das sind die Forderungen und Angebote im Tarifstreit

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+

Holzkirchen/Landkreis - Die Geschäftsführung der Bayerischen Oberlandbahn hofft auf die Wiederaufnahme der Verhandlungen. Um diese Forderungen und Angebote geht es im Einzelnen:

Eventuelle Warnstreiks der EVG unbegründet: Bei den Tarifverhandlungen ist die Bayerische Oberlandbahn GmbH in allen Punkten auf die EVG zugegangen und hat entsprechende Angebote unterbreitet. Es gibt keinen sachlichen Grund, Reisende wegen eines Warnstreiks am Bahnsteig stehen lassen zu wollen. Die Geschäftsführung hofft weiterhin auf die Wiederaufnahme der Verhandlungen. 

Forderungen und Angebote, um die es im Einzelnen geht, sind nachfolgend kurz erläutert: 

1. Erhöhung der Löhne und Gehälter 

Die Forderung der EVG: Übernahme des Vergütungstarifabschlusses des Branchentarifvertrages SPNV auf die Bayerische Oberlandbahn GmbH. 

Das Angebot der Bayerischen Oberlandbahn GmbH: Der Vergütungstarifabschlusses des Branchentarifvertrages SPNV wird vollständig übernommen. Konkret bedeutet dies, zwei Anhebungen von 3 % bzw. mindestens 70 Euro und 2,1 % bzw. mindestens 50 Euro für eine Laufzeit von 26 Monaten. 

2. Anrechnung der Fahrgastfahrten

also der Fahrten am Dienstanfang und am Dienstende zum und von der letzten Fahrt, als Arbeitszeit. Aktuell vergütet die Bayerische Oberlandbahn GmbH für die erste und letzte Fahrt 50 % der Reisezeit als Arbeitszeit. 

Die Forderung der EVG: Die Fahrgastfahrten sollen zu 100 % auf die Arbeitszeit angerechnet werden. Aus der Presse zu entnehmen war die Aussage der EVG, dass die Lösung bei der NordWestBahn (NWB), die ebenfalls zur Transdev-Gruppe gehört, Vorbild sei.

Zur Erklärung: Bei der NWB wurde die angerechnete Arbeitszeit ab 2013 schrittweise von 50 % ausgehend auf 100 % angehoben: 60 % ab Fahrplanwechsel Dezember 2013, 70 % ab Fahrplanwechsel Dezember 2014 und dann der Sprung auf 100 % ab Fahrplanwechsel Dezember 2015. Die Dauer der Anhebung betrug zwei Jahre. Diese Forderung der EVG ist erst in dieser Tarifrunde mit der Bayerischen Oberlandbahn GmbH, die im September 2015 gestartet ist, erhoben worden. Somit also zwei Jahre später als bei der NWB. 

Das Angebot der Bayerischen Oberlandbahn GmbH: Die Übergangsregelung soll ebenfalls umgesetzt werden und zwar derart, dass spätestens in 17 Monaten 100 % erreicht sind. Über Details der Übergangsregelung und einer eventuellen schnelleren Angleichung konnte bisher nicht gesprochen werden, da die EVG hierzu bisher nicht bereit war. 

Fazit: Mit der Angleichung wird bei der Bayerischen Oberlandbahn GmbH später als bei der NWB begonnen, da die Forderung auch zwei Jahre später als bei der NWB gestellt wurde. Sie soll aber deutlich schneller umgesetzt werden, spätestens in 17 Monaten statt in 24 Monaten wie bei der NWB. Über die Übergangszeit konnte noch nicht gesprochen werden, da die EVG kein Gesprächsangebot annahm. 

3. Anrechnung der Arbeitszeit bei betriebsbedingten Arbeitsunterbrechungen 

Die Forderung der EVG: Volle Anrechnung der Arbeitszeit bei betriebsbedingten Arbeitsunterbrechungen. 

Das Angebot der Bayerischen Oberlandbahn GmbH: Tariflich wird die Anrechnung auf die Arbeitszeit in Höhe von 100 % seit 2012 bereits praktiziert. Dies soll nun komplett in den Tarifvertrag übernommen werden. 

Hintergrund NWB: Durch eine Übergangsregelung erfolgt bei der NWB die Anrechnung auf die Arbeitszeit in Höhe von 100 % ab dem Fahrplanwechsel Dezember 2015. Damit liegt die Bayerische Oberlandbahn GmbH in der Umsetzung drei Jahre vor der NWB.

4. Verzicht auf die Forderungen des Arbeitgebers 

Um eine schnelle, gütliche Einigung zu erreichen hat die Bayerische Oberlandbahn GmbH auf ihre bisherigen Forderungen verzichtet. Es wird keine Veränderungen bei der Jahresarbeitszeit geben, keine Abgeltung der Arbeit an Wochenfeiertagen durch Geld statt durch Arbeitszeit und es bleiben zudem die Zulagen für gesetzliche Ruhepausen. 

„Es ist nicht ersichtlich, warum es einen Streik geben sollte. Wir erfüllen die Forderungen der EVG und liegen noch über den von der EVG vorgeschlagenen Lösungen bei der NordWestBahn“, so Bernd Rosenbusch, Vorsitzender der Geschäftsführung der Bayerischen Oberlandbahn GmbH. „Ich hoffe, dass nicht aufgrund Profilierungswünsche Einzelner unsere Kunden wegen eines Warnstreiks bei Minusgraden am Bahnsteig frieren müssen. Ich bitte meine Kollegen von der EVG Tarifkommission, dass wir uns wieder, ohne unnötiges Säbelrasseln, an den Tisch setzen und den Tarifabschluss vollenden.“ 

Sollte es zu Warnstreiks kommen, wird das Unternehmen Reisende über die Veränderungen im Fahrplan auf www.bayerischeoberlandbahn.de und www.der-meridian.de sofort informieren. Die Züge der Bayerischen Regiobahn GmbH (BRB) sind nicht betroffen, hier haben noch keine Verhandlungen stattgefunden.

Pressemitteilung Bayerische Oberlandbahn GmbH

Zurück zur Übersicht: Bayern

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser