Traunsteiner Mutter schlägt Alarm

Eingeschleppte Krankheit? Klinik und Behörden verneinen

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Traunstein - Ihre Kinder kämpfen seit Wochen mit einer seltenen Lungenentzündung, sie selbst arbeitet mit Flüchtlingen - liegt hier also die Ursache? Wir haben uns beim Krankenhaus und dem Gesundheitsamt erkundigt.

Lungenentzündung begleitet von Fieber, Husten und Erschöpfung - die beiden Kinder einer unserer Leserinnen hat es schwer getroffen: Dahinter steckt das Bakterium "Chlamydophila pneumoniae" und die Userin hat auch eine klare Vermutung, wo sich ihre Kinder den Infekt eingefangen haben: "Ich arbeite mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen in Traunstein und weiß, dass diese Krankheit vor allem bei denen vorkommt."

Chlamydophila pneumoniae sind Bakterien, die zu den Erregern von atypischen Lungenentzündungen  
gehören. Sie sind weltweit verbreitet. Das Gesundheitsamt geht von einem sehr hohen Durchseuchungsgrad  aus: Je älter die Person, umso wahrscheinlicher. Die Infektionen verlaufen
aber meistens unbemerkt weil sie ohne Symptome
bleiben
.Lungenentzündungen in Folge der Chlamydien treten vor allem bei geschwächten Personen auf.

Durch den Rat eines Krankenpflegers aus der Verwandtschaft fühlt sie sich bestätigt: "Er hat mir gesagt, dass diese Krankheit seit über 30 Jahren nicht mehr im Traunsteiner Krankenhaus aufgetreten ist - seit ungefähr sechs Monaten jetzt aber wieder gehäuft." Wurden durch die Asylbewerber also auch Krankheiten mit in die Region gebracht, die hierzulande als längst besiegt gegolten haben?
Ralf Reuter, Pressesprecher der Kliniken Südostbayern, hielt eigens Rücksprache mit dem Leiter Kinderklinik: "Die Krankheit ist tatsächlich selten, kam aber auch früher schon vor", so Reuter gegenüber chiemgau24.de. In der letzten Zeit habe man kein vermehrtes Auftreten festgestellt - auch geografisch sei die Krankheit nicht eingrenzbar: "Wir haben nichts Auffälliges festgestellt", schließt der Kliniken-Sprecher.

Auch das Gesundheitsamt kann weder bestätigen, dass die Krankheit "eingeschleppt" wurde, noch dass sie nun vermehrt aufträte: "Es gibt in dieser Hinsicht keine Besonderheiten im Landkreis, vor allem kein untypisches vermehrtes Auftreten oder Ausbrüche." Präventionsmaßnahmen, um "Chlamydophila-pneumoniae"-Krankheiten vorzubeugen, gibt es aber auch kaum - der Ansteckungsweg erfolgt "aerogen", wie das Gesundheitsamt mitteilt: Also die klassische Tröpfcheninfektion über die Luft. Wie so oft im Winter empfiehlt sich also Hände waschen und der Abstand zu hustenden oder niesenden Personen.

xe

Quelle: chiemgau24.de

Rubriklistenbild: © Wikipedia

Zurück zur Übersicht: Bayern

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser