Unbekannter erschoss Mädchen

Getötete Elfjährige: Verzweifelter Appell der Mutter

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Blumen liegen an der Stelle, an der das Mädchen getroffen wurde.

Oberaurach - In der Silvesternacht stirbt ein Mädchen mitten auf der Straße durch einen Schuss. Wer ihn von wo aus und womit abgefeuert hat, soll nun von einer Sonderkommission geklärt werden.

Zum ersten Mal darf die Elfjährige ohne ihre Eltern Silvester verbringen, doch die Feier im Freien endet für die Fünftklässlerin tödlich: Sie stirbt durch einen Kopfschuss. Drei Tage nach dem Todesschuss hat die Polizei am Montag noch keine heiße Spur gehabt. „Wir arbeiten die Hinweise aus der Bevölkerung nach und nach ab und arbeiten mit Hochdruck an der Aufklärung des Falles“, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Unterfranken.

Das Mädchen war im unterfränkischen Oberaurach (Landkreis Haßberge) eine Stunde nach Mitternacht auf der Straße beim Feiern in einem Wohngebiet von einem Projektil aus einer Kleinkaliberwaffe am Kopf getroffen worden. Sie brach bewusstlos zusammen und starb wenige Stunden später im Krankenhaus. Nach Angaben der Polizei ist offen, ob es sich um ein vorsätzliches oder ein fahrlässiges Tötungsdelikt handelt.

Das Mädchen war zum ersten Mal allein in der Silvesternacht unterwegs, berichteten mehrere Medien nach Interviews mit seiner Mutter. „Sonst war sie immer mit uns“, sagte die Frau. Kurz vor dem tödlichen Schuss in den Kopf habe die Tochter sie noch angerufen und erzählt, wie viel Spaß sie habe und wie glücklich sie sei. „Und dann habe ich nichts mehr gehört“, erinnerte sich die Mutter.

Wenig später habe sie einen Anruf bekommen, dass ihre Tochter hingefallen sei und im Krankenhaus liege. Erst dort sei ihr das Ausmaß der Gefahr bewusstgeworden. Nach einer mehr als fünfstündigen Operation sei klar gewesen, dass das Mädchen ums Überleben kämpfe. Ein Kampf, den das Kind wenig später verlor.

In einem Interview appellierte die Mutter an den oder die Täter: „Er wird bis zum Ende seines Lebens auf jeden Fall meine Tochter auf dem Gewissen haben. Das einzige Gute, was er tun kann: Er soll sich stellen.“

Die Kriminalpolizei Schweinfurt hat mittlerweile die Sonderkommission „Unterschleichach“ gegründet. Dieser gehören rund 50 Beamte und zwei Gutachter des Bayerischen Landeskriminalamtes (LKA) an. Die beiden LKA-Gutachter sollen unter anderem anhand der Wunde die Richtung bestimmen, aus der der tödliche Schuss gekommen war. „Ob es ein Querschläger gewesen sein könnte, ist offen. Da können wir noch nichts Belastbares sagen“, erläuterte der Polizeisprecher.

In den kommenden Tagen werden die Ermittler an zahlreiche Türen der Region klopfen: „Wir überprüfen die Menschen in der näheren Umgebung, die eine Waffenbesitzkarte haben“, sagte der Sprecher weiter. Die zu kontrollierenden Personen würden derzeit noch mit den Landratsämtern abgestimmt. Auch müsse der konkrete Radius für die Überprüfungen noch festgelegt werden. Eine Waffenbesitzkarte muss jeder haben, der eine Waffe daheim hat. Wer sie auch in der Öffentlichkeit führen will, braucht einen Waffenschein.

Für Montagabend (18.30 Uhr) hatte die dritte Bürgermeisterin der Gemeinde Oberaurach, Sabine Weinbeer, ein Rosenkranzgebet für das getötete Mädchen aus dem Landkreis Bamberg organisiert. Es war in der kleinen Kapelle des Oberauracher Ortsteils Unterschleichach vorgesehen. Anschließend sollte es eine Lichterprozession zum Tatort geben.

dpa/mm

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