Nach tödlichen Schüssen in Erharting

Wohl kein Ermittlungsverfahren gegen Polizisten

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Erharting - Der Polizeieinsatz mit tödlichem Ausgang wegen einer Patienten-Verlegung beschäftigt Landeskriminalamt und Staatsanwaltschaft wohl noch über Wochen. Ein Ermittlungsverfahren gegen den schießenden Beamten wird es aber wohl nicht geben:

Am Mittwochmittag ist ein Polizeieinsatz in Erharting (Landkreis Mühldorf) eskaliert: Bei einer geplanten Verlegung in ein psychiatrisches Krankenhaus ist ein 62-jähriger Pflegeheim-Bewohner auf zwei Polizisten und zwei Mitarbeiterinnen des Roten Kreuzes mit einem Messer losgegangen. Ein Beamter erlitt bei der Attacke eine Stichverletzung am Bein. Daraufhin zog mindestens einer der beiden Polizisten seine Dienstwaffe und schoss - der Angreifer starb noch an Ort und Stelle!

Auch am Tag danach sind noch viele Fragen zu diesem Fall offen. Vor allem die Fragen, ob die Beamten ausreichend gesichert waren, als sie das Zimmer des Liberianers betraten und ob nicht Pfefferspray zum Selbstschutz ausgereicht hätte, müssen geklärt werden. Die Ermittlungen dazu werden nun vom Bayerischen Landeskriminalamt geführt und werden vermutlich Wochen dauern. Es muss der Tatablauf rekonstruiert werden, zudem soll es auch ein Schussgutachten geben.

Polizeieinsatz in Rohrbach bei Erharting

Klärung der strafrechtlichen Relevanz

"Ein Mensch ist ums Leben gekommen, das muss genau untersucht werden", sagte Polizei-Pressesprecher Stefan Sonntag am Vormittag gegenüber innsalzach24.de. Allerdings gibt es bislang kein Ermittlungsverfahren gegen die beiden Beamten. Das schreibt die Passauer Neue Presse (PNP) unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft. "Wir klären den Sachverhalt auf eine strafrechtliche Relevanz hin ab", sagte Björn Pfeifer von der Staatsanwaltschaft Traunstein am Donnerstag. "Aber es gibt kein Ermittlungsverfahren."

Der verletzte Polizist konnte die Klinik übrigens bereits am Mittwochabend wieder verlassen. Beide sind aber noch nicht wieder im Dienst!

mw

Quelle: innsalzach24.de

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