Wie kam es zur Explosion bei Nitrochemie in Aschau?

"Das kann man nicht in fünf Minuten klären"

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Die Explosion hatte ein Großaufgebot von Einsatzkräften zur Folge. Die Ermittlungen werden die Polizei nun wahrscheinlich wochenlang beschäftigen

Aschau am Inn - Am Sonntag kam es auf dem Gelände von Nitrochemie zu einer schweren Explosion. Bei der Suche nach der Ursache wird die Polizei wohl viel Geduld brauchen.

Am Sonntagmittag ist es in einem Fabrikationsraum von Nitrochemie im Industriegebiet von Aschau am Inn zu einer schweren Explosion gekommen. Ein Großaufgebot von 250 Einsatzkräften eilte nach Aschau, die Feuerwehren mussten mit Spezialschaum den von der Explosion verursachten Brand löschen. Aufgrund der starken Rauchentwicklung sollten die Bürger in der näheren Umgebung sogar Fenster und Türen geschlossen halten. Eine glücklicherweise unnötige Vorsichtsmaßnahme, wie sich nach Messungen durch die Feuerwehr herausgestellt hat.

Wird ein Gutachter hinzugezogen?

Die Polizei steht nun voraussichtlich vor langwierigen Ermittlungen. Bereits in einer Pressemitteilung am Sonntag teilte das Polizeipräsidium Oberbayern Süd mit, dass nicht mit einem kurzfristigen Ergebnis zu rechnen sein werde. Auf Nachfrage unserer Redaktion erklärt Jürgen Thalmeier, Pressesprecher beim Polizeipräsidium Oberbayern Süd: "Man muss das Gelände zuerst mal betreten, man muss es absuchen, man muss schauen, was da drin gemacht worden ist. Man muss schauen, was für Anlagen betrieben worden sind und wer da zuletzt drin war. Und das kann man nicht in fünf Minuten klären." Gegebenenfalls müsse man eine Gutachter vom Landeskriminalamt hinzuziehen, so Thalmeier. Ob man dies tun werde, könne man aber erst nach einer Begehung des Brandortes sagen.

Dass es sich bei der Firma um ein Chemieunternehmen handelt, macht die Ermittlungen nicht einfacher. "Natürlich ist so was auch eine komplexe Sache", erklärt Thalmeier. "Es ist ja bekannt, dass da drin mit Chemikalien gearbeitet wird, dass die Firma Treibmittel herstellt für die Rüstungsindustrie. Jetzt muss man halt schauen: Was ist da drin gemacht worden? Was war das für ein Zweig? Und kann man das überhaupt schon gefahrlos betreten?"

Kripo arbeitet parallel an zweitem Brand

Hinzu kommt, dass die Kripo Mühldorf parallel an einem zweiten Brand arbeitet: In der Nacht von Freitag auf Samstag kam es in einer Tiefgarage in Burghausen zu einem Brand mit starker Rauchentwicklung. Ein 18-jähriger Tatverdächtiger konnte im Rahmen der Fahndung festgenommen werden.

Der Großeinsatz am Sonntag:

Explosion beim Nitrochemie-Werk in Aschau

Quelle: innsalzach24.de

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