Chef der „Sacra Corona Unita“

Mächtiger Mafiaboss in München geschnappt

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München – Das LKA vermeldet die Festnahme eines apulischen Mafia-Paten. Die Festnahme ist ein schwerer Schlag für das organisierte Verbrechen.

Dem Bayerischen Landeskriminalamt ist ein wichtiger Schlag gegen die im süditalienischen Apulien ansässige Mafiaorganisation „Sacra Corona Unita“ gelungen. LKA-Ermittler konnten den seit Monaten flüchtigen 44-jährigen italienischen „Mafia- Boss“ in München aufgrund eines Auslieferungshaftbefehls des OLG Koblenz festnehmen. Er gilt als einer der mächtigsten Mafiosi des in Apulien/ Italien beheimateten Clans „Pellegrino“ aus der Stadt Squinzano.

Oberhaupt einer mächtigen Organisation

Illegales Glücksspiel, internationaler Rauschgifthandel, Wucher und Erpressungwaren, zumindest von August 2008 bis Dezember 2012, sein kriminelles Betätigungsfeld, wodurch ihm letztlich der Aufstieg bis in die Position des „Paten“ gelang. Als Oberhaupt des Clans „Pellegrino“, einem mächtigen Zweig der „Sacra Corona Unita“, beeinflusste er maßgeblich Entscheidungen der öffentlichen italienischen Verwaltung, um sich seine örtliche Vorherrschaft zu sichern und illegale finanzielle Gewinne zu erwirtschaften.

So berichtete bereits im Jahr 2010 ein „Kronzeuge“ über die Machenschaften der „Sacra Corona Unita“ in Apulien, dass die ansässige Mafia und die Bürger von Squinzano eine Art „Wohlfahrtsgesellschaft“ unterhalten und der Clan „Pellegrino“ nur das Beste ihrer Stadt will. Im Rahmen gezielter italienischer Polizeiaktionen gegen die apulische Organisierte Kriminalität des Clans „Pellegrino“ im Jahr 2014 konnten damals ca. 100 Kilogramm Kokain aufgefunden und sichergestellt sowie italienweit rund 30 zugehörige Clan- Mitglieder arretiert werden.

Unter den Festgenommenen sollen sich laut italienischen Polizeiangaben auch die Präsidentin eines örtlichen Kommunalrates, ein Ex-Bürgermeister und ein ehemaliger Polizeichef aus der Region um Lecce/ Apulien befinden, die sich nunmehr wegen Korruption und Amtsmissbrauch zu verantworten haben. Somit war auch der „Pate“ seit spätestens Herbst 2014 gezwungen, nach den erfolgreich angelegten Razzien und Festnahmen der italienischen Justizbehörden, die Flucht aus Italien zu ergreifen, um sich so dem „Mafiaparagraphen“ des italienischen Strafgesetzbuches (Art. 416 Codice Penale) und einer mindestens zweistelligen Haftstrafe entziehen zu können.

Zunächst nach Mainz geflüchtet

Das europaweit agierende und funktionierende Netzwerk der „Sacra Corona Unita“ ermöglichte dem Mafia-Boss die Flucht ins rheinland-pfälzische Mainz. Allerdings blieb bislang die genutzte Fluchtroute im Verborgenen. Trotz bestehenden internationalen Haftbefehls gelang es dem Flüchtigen, seine wahre Identität zu verbergen, sich in die Anonymität zu flüchten und sich mittels gefälschter Dokumente den Kontrollen deutscher Polizeibehörden zu entziehen.

Im Rahmen einer bereits langjährigen bestehenden internationalen Zusammenarbeit deutscher und italienischer Polizeibehörden wurden die Ermittler beim Bayerischen Landeskriminalamt im Oktober 2015 um Festnahme des 44-jährigen italienischen Staatsangehörigen zum Zweck der Strafverfolgung in Italien gebeten. Die Generalstaatsanwaltschaft Koblenz betreibt das Auslieferungsverfahren. Unter Einbindung der bayerischen und rheinland-pfälzischen Justizbehörden, konnte sukzessive das tägliche Verhaltensmuster des Flüchtigen ermittelt werden und die gezielte Festnahme des Mafia-Paten geplant werden.

Aufgrund des mafiösen Hintergrunds und der Sicherstellung einer nicht unerheblichen Menge Kokain in Italien wurden für die Festnahmeaktion die Spezialkräfte des Rauschgifteinsatzkommandos Südbayern des Bayerischen Landeskriminalamts hinzugezogen. Der 44-jährige italienische Staatsangehörige Patrizio P. konnte letztendlich widerstandslos im Bereich des Münchner Hauptbahnhofs festgenommen werden. Er führte ein gefälschtes rumänisches Reisedokument mit sich. Aktuell wartet der Mafia-Boss in einer bayrischen Justizvollzugsanstalt auf seine bereits beantragte Auslieferung nach Italien.

Quelle: Pressemitteilung des Bayerischen Landeskriminalamts

Rubriklistenbild: © dpa

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