Flüchtlingssituation in Freilassing

Weitere Notunterkunft wurde notwendig

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Freilassing - Noch einen weiteren Monat Grenzkontrollen. Freilassing bleibt im Ausnahmezustand. Für viele Freiwillige und Hauptamtliche bereits Alltag.

Update 17 Uhr

Aufgrund des verstärkten Zustroms von Flüchtlingen musste in der letzten Nacht eine zusätzliche Halle im Freilassinger Industriegebiet als Notunterkunft belegt werden. Insgesamt wurden in der letzten Nacht über 1.600 Menschen untergebracht.

Noch in der Nacht wurden 374 Flüchtlinge mit einem Sonderzug nach Berlin weitergeleitet. Am Nachmittag befanden sich in der Unterbringung in der ehemaligen Möbelhalle in der Sägewerkstraße noch 1056 Menschen. Die zweite Halle konnte im Lauf des Tages wieder freigemacht werden.

Erwartet wird, dass der Großteil der sich in Freilassing befindlichen Flüchtlinge heute noch mit zwei Sonderzügen und mit mehreren Bussen ins Bundesgebiet zu einer Erstaufnahmeeinrichtung weitergeleitet werden. Bereits 1.000 Flüchtlinge befanden sich am Nachmittag wieder auf der österreichischen Seite der Staatsgrenze an der Saalachbrücke, die auf den Grenzübertritt nach Deutschland warteten und von dort gruppenweise von der Bundespolizei aufgenommen, kontrolliert und in die Notunterkunft gebracht werden.

Unser Artikel vom Dienstagmittag:

Rund einen Monat nach Errichtung der Notunterkunft für Flüchtlinge in Freilassing verbringen immer noch jeden Tag viele Hundert Menschen einige Stunden oder eine Nacht in der ehemaligen Möbelhalle an der Sägewerkstraße. Die Logistik für die Verpflegung liegt weiterhin in den Händen der Malteser, die Ausgabe der Mahlzeiten haben aber inzwischen Bundeswehrsoldaten übernommen.

Von Früh bis Spät im Einsatz

Zuständig für den Einkauf der Lebensmittel und Getränke und die Gesamtkoordination der Essensausgabe ist Michael Soldanski. Der Einsatzleiter, der von seinen Aufgaben als Dienststellenleiter der Malteser Bad Reichenhall derzeit weitgehend entbunden ist, sorgt jeden Tag von spätestens 6 Uhr morgens bis zum Nachmittag oder Abend dafür, dass ausreichend Verpflegung für die Flüchtlinge vorhanden ist. „Morgens gibt es Semmeln und abgepackte Marmelade und Honig, mittags Sandwiches und abends Suppen“; berichtet Soldanski. An Getränken werden Wasser, Kaffee, Tees und Milch angeboten.

Große Infoveranstaltung dazu in Freilassing:
Viel Unmut: "Brauchen Sicherheit und Normalität"

In den ersten Wochen war die Verpflegung noch im Schichtdienst von ehrenamtlichen Malteser Einsatzkräften ausgeteilt worden, doch wegen der langen Dauer des Einsatzes mussten die Helfer durch Einheiten aus anderen Landkreisen und das System der freiwilligen Helfer aus der Bevölkerung entlastet werden. Gleiches gilt für die ehrenamtlichen Helfer des Bayerischen Roten Kreuzes, die vor allem für die medizinische Erstversorgung der ankommenden Flüchtlinge zuständig waren.

Auch Soldanski selber weiß nicht, wie lange er seinen Einsatz noch weiterführen kann. „Meine Mitarbeiter in der Malteser Dienststelle leisten wirklich tolle Arbeit, aber am Abend oder am Wochenende muss ich trotzdem oft noch mal ins Büro und wichtige Angelegenheiten selber regeln.“

Grenzüberschreitende Zusammenarbeit der Polizei

Am Montagnachmittag waren insgesamt 454 Flüchtlinge in der Asylunterbringung in Freilassing, Sägewerkstraße untergebracht. Rund 1.000 Menschen warteten wieder auf den Grenzübertritt nach Deutschland. Am Abend sind noch 700 Flüchtlinge mit einem Sonderzug vom Bahnhof Freilassing Richtung Mannheim weitergeleitet worden. Ein weiterer Sonderzug für 450 Menschen sollte in der Nacht eingesetzt werden.

Hunderte Flüchtlinge in Freilassing

Der geordnete Ablauf resultiert aus der guten Zusammenarbeit zwischen den österreichischen und den deutschen Einsatzkräften an der Saalachbrücke in Freilassing, wie die Bundespolizei betonte.

Ehrenamtliche Helferinnen und Helfer gesucht

Seit vier Wochen wird die Verpflegung und Versorgung der Flüchtlinge in der Notunterbringung und am Bahnhof Freilassing ganz wesentlich durch die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer getragen. Um die bisherigen Helfer zu entlasten, bitten die Caritas und die Initiative „Freilassing hilft“ um zusätzliche Unterstützung aus der Bevölkerung. Interessierte, sozial engagierte Frauen und Männer können sich jederzeit gerne am Infopunkt der Caritas vor der Notunterbringung in Freilassing, Sägewerkstraße (roter VW-Bus, Telefonnummer 0152/ 59 65 78 94) melden. Dort finden auch die zeitliche Einteilung und die Einweisung in die Tätigkeit statt.

Die Helfer am Freilassinger Bahnhof

Spenden erwünscht

Wer lieber spenden möchte, kann das mittlerweile ebenfalls. In Zusammenarbeit mit dem gemeinnützigen Verein “Europäischer Zwillings- und Mehrlingsfamilien e. V.” ist es möglich, zweckgebunden Spenden an “FreilassingHilft” zu tätigen:

Verein Europäischer Zwillings- und Mehrlingsfamilien e. V.

Spendenkonto: VR RB Oberbayern

Südost IBAN: DE 787 109 000 000 002 310 45

BIC: GENODEF1BGL

Verwendungszweck: “FreilassingHilft”

Wichtig ist es, den Verwendungszweck anzugeben, damit die Spenden für “FreilassingHilft” verwendet werden können. Für eine Spendenquittung bitte eine Mail an: das-kontakt@freilassing.de.

Wie werden die Spenden verwendet?

Die Entscheidungen über die Verwendung der Spenden obliegt den Organisatoren von “Freilassing Hilft”. Ein Großteil der Spenden geht direkt an die Flüchtlinge, das heißt Freilassing hilft bezahlt von den Geldern vor allem benötigte Lebensmittel oder andere Hilfsgüter, um die Flüchtlinge so gut wie möglich versorgen und flexibel auf neue Gegebenheiten regieren zu können. Ein kleiner Teil wird zudem für “Organisatorisches” verwendet, darunter zum Beispiel die Anschaffung eines Mobiltelefons und dessen Folgekosten, um mit allen wichtigen Stellen wie dem Landratsamt oder dem BRK in Kontakt bleiben zu können. Außerdem können die Spenden ebenfalls für “Sonstige” Ausgaben oder Investitionen genutzt werden.

Was passiert mit den Spenden, wenn “FreilassingHilft” nicht mehr im Einsatz ist oder sich die Situation ändert?

Sollten wir nicht alle Spenden benötigen, werden wir die übrigen Spenden anderen sozialen Projekten und/oder Organisationen zukommen lassen. Wir denken dabei an Projekte im Bereich der Integration von Flüchtlingen und/oder an Organisationen wie der Caritas.

Malteser Hilfsdienst/Landratsamt Berchtesgadener Land/Freilassing hilft

Quelle: BGland24.de

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