Notunterkünfte für Asylbewerber

Sporthallen: Die aktuelle Situation in unseren Landkreisen

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Während in der Region vier Landkreise bei der Unterbringung von Flüchtlingen nicht auf Turnhallen zurückgreifen, werden im Landkreis Rosenheim gleich fünf Sporthallen als Notunterkünfte genutzt.

Landkreis - Sporthallen dienen in der aktuellen Flüchtlingskrise immer wieder als Notunterkünfte. Wie sieht hier die Situation in der Region aus? In welchen Landkreisen sind die Turnhallen belegt und in welchen nicht?

Landkreis Berchtesgadener Land

Kein Landkreis der Region ist durch den Flüchtlingsandrang so belastet wie das Berchtesgadener Land mit der Grenzstadt Freilassing. Vor allem im Rahmen des Notfallplans der Regierung von Oberbayern mussten die Landkreise oft Turnhallen anbieten: Also dann, wenn die großen Erstaufnahmeeinrichtungen wie beispielsweise in München überfüllt waren. Im Mai 2015 musste deshalb auf die Turnhallen der Freilassinger Knabenrealschule und des Laufener Gymnasiums zurückgegriffen werden. Rund fünf Wochen fanden dort insgesamt 144 Flüchtlinge eine erste Unterkunft. Wegen der "Zusatzbelastung" an der Grenze nahm die Staatsregierung das Berchtesgadener Land aber von künftigen Notfallplänen aus.

Kommen die Gemeinden mit der Unterbringung von Flüchtlingen nicht mehr nach könnten Sporthallen theoretisch aber trotzdem wieder auf der Tagesordnung stehen. Derzeit ist dies nicht der Fall: Alle Turnhallen im Berchtesgadener Land sind frei: "Werden aber keine passenden Unterkünfte gefunden, wären die Turnhallen das letzte Mittel", so der Pressesprecher des Landratsamtes Andreas Bratzdrum. In der nächsten Zeit rechnet er allerdings nicht damit.

Landkreis Traunstein

Auch im Landkreis Traunstein sind derzeit alle Turnhallen frei - aber das war nicht immer so: Für knapp sechs Wochen waren ab Anfang August 2015 die Sporthallen in Chieming und Traunreut im Rahmen des Notfallplans mit jeweils 150 Asylbewerbern belegt. Auch derzeit ist der Notfallplan im Landkreis aktiv, doch um keine Turnhalle belegen zu müssen, haben sich Landkreis und Stadt Traunreut auf den dortigen alten Bauhof als Notunterkunft geeinigt.

"Konkrete Planungen gibt es derzeit für Turnhallen keine im Landkreis Traunstein", teilt Pressesprecher Roman Schneider mit. Landrat Walch zeigte sich bereits stolz darüber: "Fast alle anderen Landkreise besetzen schon längerfristig Turnhallen, wir haben das dagegen bisher ganz gut geschafft." Aber auch er meinte in einem Gespräch Ende 2015: "Wenn so viele Menschen zu uns kommen, dann wird uns zum Schluss nichts anderes übrig bleiben, als auf Turnhallen zurückzugreifen. Sie sind schnell zu bestücken, man kann Bett neben Bett legen, auch wenn das natürlich keine Dauerlösung sein soll."

Und nach weiteren Lösungen sucht Landrat Walch momentan auch nicht. In einem Brandbrief an Bundeskanzlerin Angela Merkel hat er am vergangenen Freitag angekündigt, aufgrund der Überbelastung ab sofort nicht mehr aktiv nach Unterkünften für Asylbewerber zu suchen. 

Landkreis Mühldorf

Im Landkreis Mühldorf gibt es einige große Belegungsstandorte. Beispielsweise sind im BFZ Peters in Waldkraiburg viele Asylbewerber untergebracht. Doch landkreiseigene Schulturnhallen dienen im Landkreis Mühldorf nicht als Unterkünfte für Flüchtlinge. Laut Pressesprecherin Gabriele Haupt vom Landratsamt Mühldorf sei es Wunsch des Landrats, nicht auf Schulturnhallen zurückgreifen zu müssen. "Es ist dem Landrat ein wichtiges Anliegen, den Schülern sowie den Vereinen die Sportstätten zu lassen", heißt es von Haupt auf Nachfrage.

Bisher habe man Platz gefunden, ohne eine Hallenbelegung organisieren zu müssen. Der Landkreis Mühldorf sieht sich von den Kommunen grundsätzlich gut unterstützt.

Landkreis Altötting

Im Landkreis Altötting konnten die meisten Asylbewerber auf viele Kommunen verteilt werden. Wohnraum habe gefunden werden können, erklärt der Pressesprecher des Landratsamtes, Markus Huber, auf Nachfrage. Landkreiseigene Schulturnhallen mussten bisher nicht umfunktioniert werden. "Wir sind darüber froh, dass wir dem Breitensport und den Schulen die Turnhallen lassen können", so Huber. Natürlich könne man es nie ausschließen, dass der Bedarf einmal eintrete, so der Pressesprecher weiter. Derzeit sei nur eine Gewerbehalle in Neuötting angemietet, in der 250 Menschen untergebracht werden konnten, so Huber.

Landkreis Rosenheim

Die Landkreise Berchtesgadener Land, Traunstein, Mühldorf und Altötting haben es bisher also geschafft, dass die landkreiseigenen Sporthallen für Schüler und Freizeitsportler frei sind. Ganz anders sieht die Situation allerings im Landkreis Rosenheim aus: Hier sind derzeit fünf Turnhallen mit Asylbewerbern belegt:

Nach Angaben von Michael Fischer, Pressesprecher des Landratsamtes Rosenheim, sind diese Hallen Eigentum des Landkreises. Aufgrund der aktuellen Flüchtlingssituation könne im Moment niemand sagen, wann die Hallen als Notunterkünfte für Flüchtlinge nicht mehr benötigt werden.

Und es sieht ganz danach aus, dass die Sporthallen noch einige Zeit länger benötigt werden, denn um die Solidarität einiger Kommunen und einzelner Bürger mit dem Landratsamt Rosenheim scheint es nicht so gut zu stehen:

Die Situation in den Sporthallen im Landkreis Rosenheim wird sich in naher Zukunft wohl nicht entspannen. Ganz im Gegenteil: Neben den bereits belegten Sporthallen ist momentan auch die Wasserburger Gymnasium-Turnhalle als Notunterkunft im Gespräch. Die Halle wurde vom Landratsamt bereits als geeignet befunden

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