Frau abgestürzt: Baum "fing" sie auf

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Schleching - Einen nicht ganz alltäglichen Einsatz musste die Bergwachtbereitschaft Schleching am Sonntag in den späten Nachmittagsstunden bewältigen:

Eine 36-jährige Frau aus Essen brach alleine gegen Mittag von Schleching aus zu einer Wanderung auf. Nachdem sie die Tiroler Ache bei Klobenstein überquerte, führte ihr Weg weiter über den sogenannten Samerweg in Richtung Streichenkapelle/Achberg.

Auf dem Samerweg wollte sie unterhalb der Rauhen Nadel neben dem Wanderweg die Aussicht nach Schleching genießen. Gegen 15 Uhr geriet hier sie jedoch aus ungeklärter Ursache aus dem Gleichgewicht und stürzte ein Stück einen steilen bewaldeten Hang hinunter. Um nicht wieder aufsteigen zu müssen versuchte sie ins Tal abzusteigen. Hier kam sie jedoch in sehr steiles felsdurchsetztes Absturzgelände und rutschte erneut den Berghang hinab. Unmittelbar an der Kante zu einer senkrecht ca. 30-40 Meter abfallenden Felswand konnte sie sich noch an eine dort gewachsene Fichte retten.

Anfangs wollte die Frau einen Notruf mittels ihres Handys absetzten. Bei diesem war jedoch der Akku leer. Durch Hilferufe konnte die Frau eine Wandergruppe im Bereich der Bäckeralm auf sich aufmerksam machen. Gegen 16 Uhr ging ein Notruf mit der Mittelung über Hilferufe aus dem Bereich Bäckeralm bei der ILS ein. Der Wandergruppe war es jedoch nicht möglich eine genaue Lokalisation der Hilferufe durchzuführen.

Durch die alarmierte Bergwachtbereitschaft Schleching wurde eine koordinierte Absuche nach der hilferufenden Person im Bereich der Bäckeralm durchgeführt. Unterstützt wurden sie hierbei durch eine Streifenbesatzung der Polizeiinspektion Grassau.

Gegen 17 Uhr konnte die Frau an einem Baum geklammert über der Felswand festgestellt werden. Ein herbeigerufener Rettungshubschrauber konnte wegen der Bewaldung des Geländes keinen Luftretter bei der Frau absetzten und musste wieder unverrichteter Dinge abdrehen.

Um die Frau dennoch aus ihrer Lage zu befreien, wurde zunächst die Unfallstelle durch die Bergwachtbereitschaft mittels einer Lichtkanone ausgeleuchtet.

Hiernach begaben sich sechs Bergwachtangehörige zu Fuß auf dem Samerweg über die Unfallstelle. Infolge der bereits eingetretenen Dunkelheit war es sehr schwierig die Frau im Felsgelände zu finden. Mittels Seilsicherung und mehrmaligem Abseilens über längere Strecken, gelangten die Retter schließlich zu der Frau. Hier musste diese zuerst gesichert werden um einen Absturz zu vermeiden. Im weiteren Verlauf der Bergung wurde ein Standplatz im Bereich der Auffindestelle errichtet. Von hier aus wurde die Frau dann zusammen mit einem Bergretter über die Felswand ca. 40 Meter tief zum Wandfuß abgelassen und dann durch steiles Waldgelände zu einer Fahrstraße geführt. Im Verlauf der Abseilfahrt war vor allem auf Steinschlag durch loses Geröll zu achten.

Im Anschluss mussten die noch im Steilgelände befindlichen Bergwachtangehörigen wieder zu Fuß zurück.

Gegen 19.15 Uhr konnte sich die Frau dann zum ersten Mal nach ihrer „Wartezeit“ auf dem Baum in einen vorgeheizten Pkw setzen.

Da die Frau nach einiger Zeit auch wieder relativ gelassen war, wurde sie den anwesenden Polizeibeamten zum Weitertransport übergeben.

Auch zu diesem Zeitpunkt hatte die Frau großes Glück, da unmittelbar mit ihrem Eintreffen bei den Fahrzeugen sich der Himmel verfinsterte, starker Wind und Regen einsetzte.

Die Bergwachtbereitschaft Schleching war an diesem nicht gerade einfachen Einsatz mit sieben Bereitschaftsangehörigen beteiligt.

Pressebericht PI Grassau

Rubriklistenbild: © dpa

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