Was ist dran an den düsteren Vorhersagen?

Prophezeiungen des "Sehers von Freilassing" für 2016

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Alois Irlmaier

Freilassing - Derzeit ist er wieder topaktuell, Alois Irlmaier der "Seher von Freilassing". Doch auch seine Weissagungen sind mit Vorsicht zu genießen.

Derzeit macht eine Prophezeiung aus Oberbayern die Runde im Internet. Es geht um eine Vorhersage des sogenannten"Sehers von Freilassing", den 1894 geborenen Alois Irlmaier aus Freilassing. Der Hellseher aus Bayern genoss schon zu Lebzeiten hohes Ansehen. So sollen nicht nur die einfachen Bürger seinen Rat gesucht haben, sondern auch Entscheidungsträger wie General Clay, Chef der US-Besatzungszone in Deutschland oder Konrad Adenauer, der erste Kanzler der Bundesrepublik.

Die Prophezeiung die momentan für Aufsehen sorgt findet man besonders häufig in den Kommentarbereichen zu Berichten über die Flüchtlingssituation. Wie die "tz" berichtet stammt die in den Fokus geratene Weissagung aus den 1950-Jahren. Erstmals veröffentlicht wurde sie 1992.

Gegenüber der Caritasschwester Maria Luise Bender soll Irlmaier gesagt haben: "Mädchen, du erlebst die große Umwältzung, die kommen wird. Zuerst kommt ein Wohlstand wie noch nie. Dann Folgt ein Glaubensabfall wie nie zuvor. Darauf eine noch nie da gewesene Sittenverderbnis. Alsdann kommt eine große Zahl fremder Leute ins Land. Es herrscht eine hohe Inflation. Das Geld verliert mehr und mehr an Wert. Bald darauf folgt die Revolution [in Deutschland]. Dann überfallen die Russen über Nacht den Westen."

Was ist dran an der Prophezeiung

Viele übertragen diese Worte nun auf die heutige Zeit. Das der Wohlstand in Deutschland derzeit größer ist als jemals im vergangenen Jahrhundert ist unumstritten. Wenn man die Entwicklung bei den Zahlen der Kirchenbesucher und den Gläubigen betrachtet, könnte das der von Irlmaier beschriebene "Glaubensabfall wie nie zuvor" sein. Heute normale Dinge wie Seitensprung-Portale im Netz oder auch Swinger-Clubs dürften für den strenggläubigen Katholiken Alois Irlmaier wohl dem "nie da gewesenen Sittenverderbnis" entsprechen. Damit könnte man die ersten drei Punkte seiner Prophezeiung als erfüllt betrachten. 

Dann der Satz den nun viele auf die Flüchtlingskrise beziehen: "Alsdann kommt eine große Zahl fremder Leute ins Land." Im Dezember wurde in Deutschland offiziell die Zahl von einer Million Flüchtlingen erreicht. Doch als abgeschlossenes Ereignis kann man diesen Zustrom "fremder Leute ins Land" nicht betrachten. Auch ohne hellseherische Fähigkeiten kann man behaupten das auch im kommenden Jahr noch zahlreiche Menschen ihr Heil in der Flucht suchen werden.

Das Ende der Gemeinsamkeiten

Doch die restlichen Punkte seiner Prophezeiung passen dann schon nicht mehr so ganz in unsere Zeit. Von der von Irlmaier angesprochenen "hohen Inflation", also einem massiven Wertverlust des Geldes, ist derzeit nichts zu spüren. Im Gegenteil, wegen der niedrigen Inflation verfügen die Verbraucher laut des Marktforschungsunternehmens GfK über "deutliche reale Einkommenszuwächse". Auch von einer Revolution scheint Deutschland trotz Blockupy-Bewegung und Pegida-Demonstrationen weit entfernt.

Auch wenn Russlands Außenpolitik, besonders wegen der Ukraine-Krise, in Europa derzeit ausgesprochen kritisch gesehen wird, kann man nicht ernsthaft von einem bevorstehenden Überfall auf den Westen ausgehen. Derzeit such Putin im Syrien-Krieg bereits wieder die Zusammenarbeit mit dem westlichen Staaten.

Nicht auszuschließen das seine Wahrsagung schon lange vor dem Jahr 2016 abgewendet wurde. Außerdem sollte man nie vergessen das Prophezeiungen keine Wissenschaft sind. Das dürfte den Meisten schon vor dem Maya-Kalender und dem vermeintlich bevorstehenden Ende der Welt 2012 oder dem nie eingetretenen Zusammenbruch der modernen Welt zur Jahrtausendwende bewusst gewesen sein.

Mehr über Irlmaier aber auch eine weitere "Prophetin", "Baba Wanga" aus Bulgarien lesen Sie bei der tz.

ln

Quelle: BGland24.de

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