Kriminalpolizei ermittelt

Gedenktafel von Nürnberger NSU-Opfer verschwunden

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Die Bildkombo zeigt undatierte Porträtfotos der zehn durch die Neonazi-Terrorzelle NSU Ermordeten. Links oben ist Enver Simsek zu sehen.

Nürnberg - Sie sollte an Enver Simsek erinnern, jetzt ist sie verschwunden: Die inoffizielle Gedenktafel für das NSU-Opfer wurde gestohlen. Doch es ist nicht das erste Mal, dass die Tafel verschwindet.

Eine inoffizielle Gedenktafel für das mutmaßliche NSU-Opfer Enver Simsek ist seit den Weihnachtstagen in Nürnberg verschwunden. Das an einem Baum neben dem Tatort im Süden der Stadt angebrachte Schild mit einem Porträt des getöteten Mannes sei offenbar gestohlen worden, sagte ein Polizeisprecher am Donnerstag und bestätigte Medienberichte. Die Kripo ermittle inzwischen gegen Unbekannt.

Vor einem Jahr wurde die Tafel schon einmal entwendet

Polizeibeamte hätten damit begonnen, sich im angrenzenden Wald nach der Gedenktafel umzuschauen. Das Schild mit dem Porträt Simseks und den Worten „Von Nazis ermordet. Kein Vergeben, kein Vergessen“ sei vor einem Jahr schon einmal entwendet worden. Die Tafel sei später im nahen Wald gefunden und wieder am Baum angebracht worden, sagte der Polizeisprecher.

Simsek war eines von zehn Todesopfern

Unbekannte hatten Simsek am 11. September 2000 an seinem Blumenstand unweit der Nürnberger Trabantensiedlung Langwasser erschossen. Die rechtsextreme Terrorgruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) soll die Tat ebenso wie die Morde an zwei anderen Nürnberger Kleinunternehmern begangen haben. Auf das Konto des Terror-Trios sollen bundesweit zehn Morde gehen.

dpa

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