Hohe Auslastung im Berchtesgadener Land

Gefängnisse: Ab wann geht nichts mehr?

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Berchtesgadener Land - Bald kein Platz mehr für Straftäter? Die Justizvollzugsanstalten im Berchtesgadener Land kämpfen mit einer hohen Mehrbelastung. Auch weil für wiederholte illegale Grenzübertritte Gefängnisstrafen drohen.

Wegen Überfüllung geschlossen? Die Situation der drei Justizvollzugsanstalten im Landkreis Berchtesgaden ist angespannt. Bad Reichenhall, Bernau, Traunstein wie auch die JVA in Laufen, in der Jugendliche einsitzen oder junge Erwachsene, die nach Jugendstrafrecht verurteilt worden, haben gut zu tun. „Den Gefängnissen im Landkreis drohe die Überfüllung“, mahnte kürzlich erst die CSU-Abgeordnete Michaela Kaniber. Was hat sich bis heute getan? BGLand24. de hat nachgefragt und sich nach der aktuellen Situation erkundigt.

Jugendliche Straftäter in Laufen

Da wäre zunächst einmal die Jugendvollzugsanstalt in Laufen, die eine Sonderstellung hat, da hier nur jugendliche Straftäter einsitzen oder junge Erwachsene die nach Jugendstrafrecht verurteilt werden. Das Durchschnittsalter der einsitzenden Straftäter liegt bei 18,5 Jahren. Das Mindestalter liegt bei 14 Jahren, das Höchstalter bei 20 Jahren. Ausnahmen gibt es nur bei Erwachsenen die nach Jugendstrafrecht verurteilt werden. Derzeit ist das Gefängnis mit gut 70 Prozent belegt, von Überlastung kann also (noch) nicht gesprochen werden. Unklar und nicht pauschal absehbar ist, ob und wann sich das in naher Zukunft ändert.

Illegale Einwanderungsversuche

Illegale Einwanderungsversuche sind in Deutschland eine Straftat. In den anderen drei JVA stellt sich die Situation ein wenig anders dar. Die Insassen die hier genau wie im restlichen Bayern einsitzen, werden nach dem sogenannten Vollstreckungsplan verteilt. D.h. der Ort der Verwahrung richtet sich unter anderem nach Haft- und Sicherungsart, Geschlecht, Alter, etc. 

Problemlage Staatsgrenze

Zusätzlich beeinflusst die grenznahe Lage die Insassendichte. Illegale Einwanderungsversuche sind in Deutschland eine Straftat und werden im Wiederholungsfall mit Haft bestraft. Im Gegensatz zu klassischen Verurteilungen durch Straftaten sitzen diese Verurteilten in der Regel zwischen 1 ½ und 7 Monaten ein, bevor sie dann wieder entlassen werden. 

Anstieg der Insassendichte

Das bedeutet bezüglich der Gefängnissituation, dass zwar von einem Anstieg der Insassendichte gesprochen werden kann, die Kürze der abzusitzenden Strafe führt aber eher auf Dauer zu einem ständigen Kommen und Gehen. Von einer Entlastung kann trotzdem nur ansatzweise gesprochen werden, denn Tatsache ist, dass sich die beteiligten Anstalten und ihre Mitarbeiter einem Mehraufwand entgegen sehen, der erst einmal bewältigt werden muss. 

Teamwork ist alles

Aber, auch wenn die Situation extrem angespannt ist, fordert und viel Kraft abverlangt, noch sind die Herausforderungen derzeit zu bewältigen. Nicht zuletzt durch das gute Zusammenspiel mit anderen bayerischen JVAs, die regelmäßig Gefangene abnehmen und mit der Polizei, die etwa Straftätertransporte von einem Gefängnis zum anderen übernimmt.

Quelle: BGland24.de

Rubriklistenbild: © Picture Allianz

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