Gelähmter Michi aus Fridolfing

Enttäuschung über Facebook und Angebote von Pflegern

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+

Fridolfing - Zahllose Menschen verfolgten bereits gerührt die Geschichte von Michi und seiner Suche nach neuen Pflegern. Wir haben nun mit seiner Mutter über den aktuellen Stand der Dinge gesprochen.

"Wir bekommen derzeit 20 bis 30 liebe E-Mails am Tag", freut sich Regina Mayer. Menschen von überallher würden ihrem Sohn Michi schreiben, um ihm Mut zu machen oder ihren Beistand zu erklären. "Wir sehen uns jede E-Mail gemeinsam an und Michi freut sich über jeden, der ihm schreibt!"

Vor acht Jahren erlitt der heute Elfjährige bei einem Autounfall einen Halswirbelbruch und ist seitdem querschnittsgelähmt. Er muss beim Atmen von einer Maschine unterstützt werden und benötigt rund um die Uhr eine Betreuung durch Pflegekräfte. Das Pflegeteam benötigt jedoch derzeit dringend Verstärkung und die Suche war bislang erfolglos.

Von Facebook enttäuscht

Da kam seinen Eltern die Idee, durch eine Facebook-Seite zusätzlich für die wichtige Aufgabe zu werben. "Die Seite gab es schon seit fünf Jahren", erklärt seine Mutter. Damals hätte die Familie diese auf Wunsch der Ärzte und Pfleger des Krankenhauses, in dem Michi zur Behandlung war, eingerichtet. "Sie wollten weiter auf dem Laufenden bleiben, wie es ihm geht."  

Nach einer Nutzermeldung blockierte Facebook diese Seite jedoch, da Michi noch zu jung für eine eigene Seite ist. "Ich habe die Seite damals unter Angabe seines Geburtsdatums eingerichtet und es gab dann jahrelang keine Probleme", erklärt Mayer, die von dem Unternehmen extrem enttäuscht ist. "Ich verstehe das bis heute nicht", klagt sie: "Hass, Hetzparolen und Gewalt, all solche Dinge sind dagegen bei Facebook erlaubt!" Ihnen habe man nicht einmal genug Zeit gelassen, um noch ihre Nachrichten nach Angeboten von Pflegekräften zu durchsuchen.

Die Seite gab es bereits seit fünf Jahren

Der Post auf Michis Facebook-Seite wurde fast 50.000-mal geteilt. Als die Seite gelöscht wurde, war das Echo gewaltig. Zahlreiche Medien bis hin zur Bild berichteten über das Schicksal des Jungen. "Das hat uns sehr geholfen, da so eine Menge Druck auf Facebook aufgebaut wurde", freut sich Mayer. Am vergangenen Samstag habe sich bereits eine Verantwortliche des Unternehmens gemeldet und Ersatz versprochen. "Michi soll jetzt eine Fan-Seite statt seiner alten Seite bekommen und auch all die Daten und Nachrichten, die bei der Löschung verlorengingen, sollen wiederhergestellt werden", erzählt die Mutter. Für Michi sei das jedoch keine perfekte Lösung, denn eine Fanseite kann bei Facebook keine Freunde haben. "Ihm hat das sehr viel bedeutet, denn es war eine seiner wenigen Möglichkeiten, Leute kennenzulernen."

Suche nach Pflegern geht gut voran

Die Suche nach einem Pfleger geht immerhin gut voran. "Es haben sich schon etwa 30 Leute gemeldet", erzählt Michis Mutter. Leider kommen davon bisher erst fünf als Pflegepersonal in Frage. Denn die Betreuung von Michi verlangt sehr spezielle Kenntnisse zur Intensivpflege und in der Bedienung seines Beatmungsapparats. "Wir sind jedem dankbar, der sich meldet, aber leider ist Michis Betreuung sehr anspruchsvoll!"Doch die Familie ist optimistisch, dass sich bald geeignete Pfleger finden.

"An Michi liegt es auf jeden Fall nicht. Der ist immer gut drauf und kommt mit jedem gut klar", so die Mama. Wer Kontakt zu Michi und seiner Mutter aufnehmen möchte, kann ihnen unter michimax456@gmail.com schreiben.

hs

Quelle: chiemgau24.de

Zurück zur Übersicht: Bayern

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser