Giftige Alz: Werk Gendorf entschuldigt sich

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Die Tierwelt der Alz ist auf der Länge von Burgkirchen bis zur Innmündung tot oder schwer geschädigt

Burgkirchen - Das Werk Gendorf übernimmt die Veranwortung für die Verseuchung der Alz und das dadurch entstandene Fischsterben: "Wir bedauern diesen Unfall."

In einer jetzt veröffentlichen Pressemitteilung der InfraServ Gendorf, die den Industriepark Werk Gendorf betreibt, heißt es:

"InfraServ Gendorf, die Betreibergesellschaft des Industrieparks Werk Gendorf, hat mit Unterstützung der Clariant die vermutlichen Ursachen des Unglücks ermittelt. Nach Stand der vorläufigen Ermittlungen ist die Hauptursache für die Verunreinigung der Alz ein fehlerhaftes Ableiten von verschmutztem Wasser durch die Betreibergesellschaft.

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In der Nacht vom 6. auf den 7. März 2012 war es auf dem Gelände des Industrieparks zu einem Brand auf dem Dach eines Produktionsbetriebes der Clariant gekommen. Durch ein fehlerhaft geöffnetes Ventil wurde ein Waschmittelrohstoff, das Fettamin Genamin LA 302 D, in eine Abluftreinigungsanlage gepumpt. Von dort gelangte es auf das Dach des Produktionsbetriebes und entzündete sich. Der Brand wurde umgehend von einem Mitarbeiter bemerkt und konnte durch die Werkfeuerwehr der InfraServ Gendorf innerhalb von sechs Minuten gelöscht werden.

Unsere Bilder zum Fall:

Sechs Tonnen toter Fische:

Fische verenden immer noch in der Alz

Pressekonferenz nach dem Unfall:

Fischsterben in der Alz - Pressekonferenz

Der Brand im Werk:

Brand in Gendorf

Im Anschluss daran kam es beim Ableiten des verschmutzten Wassers zu einer folgenschweren Verkettung: Während der Großteil des verunreinigten Löschwassers bestimmungsgemäß in den dafür vorgesehenen Rückhaltebecken gesammelt wurde, gelangte ein kleiner Teil an kontaminiertem Kühlwasser und Löschwasser vor vollständiger Schließung des Schiebers über einen Zeitraum von ungefähr zwei Minuten in die Alz.

Nach Beendigung des Feuerwehreinsatzes und Spülen der Kanäle wurde die Einleitung von Kühlwasser in die Alz wieder aufgenommen. Nach aktuellem Erkenntnisstand enthielt dieses Wasser jedoch noch Reste von Genamin aus unerwarteten Anhaftungen im Kanalsystem, die in dieser Phase nicht durch die Messgeräte erkannt wurden. „Wir müssen davon ausgehen, dass etwa 9 Stunden lang das mit Genamin LA 302 D belastete Kühlwasser in den Fluss gelangte", sagte Dr. Bernhard Langhammer, Geschäftsleiter der InfraServ Gendorf.

„Wir bedauern diesen Unfall sowie die schweren Folgen für Tiere und Umwelt sowie den entstandenen Schaden“, sagte Langhammer.

Erste Sicherheitsvorkehrungen wurden umgehend seitens InfraServ Gendorf realisiert, die eine Einleitung von Schadstoffen in die Alz sicher verhindern. So werden beispielsweise relevante Schieber ab sofort schneller geschlossen. Mittlerweile sind auch alle betroffen Kanäle intensiv gereinigt und nach eingehender Analyse von den Behörden wieder freigegeben worden. Weiterhin erarbeitet InfraServ Gendorf mit allen im Industriepark ansässigen Unternehmen zusätzliche Verbesserungen der vorhandenen Sicherheitsmaßnahmen. „Außerdem werden wir den Freistaat Bayern bei der Renaturierung der Alz unterstützen“, so Langhammer weiter.

InfraServ Gendorf steht in engen Kontakt mit allen zuständigen Behörden und kooperiert umfassend mit der Staatsanwaltschaft bei den weiteren laufenden Untersuchungen zur vollständigen Aufklärung des Unfalls."

Pressemitteilung Industriepark Werk Gendorf

Aus unserem Archiv: Polizei am 7. März 2012 zum Chemie-Unfall

Quelle: innsalzach24.de

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