Er denkt ans Auswandern

Gustl Mollath: Werde in die Pfanne gehauen

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Gustl Mollath bei einem Gerichtstermin im April 2013.

Nürnberg - Gustl Mollath rechnet damit, dass er beim psychiatrischen Gutachten vor Gericht in die Pfanne gehauen wird. Das ist einer der Gründe, warum er nun ans Auswandern denkt.

Rund vier Monate nach der Entlassung aus der Psychiatrie schließt Gustl Mollath nicht mehr aus, Deutschland nach Abschluss seines Wiederaufnahmeverfahrens den Rücken zu kehren. „Wenn ich sehe, was in diesem Land abgeht, frage ich mich, ob ich länger in diesem Land bleiben möchte“, sagte der 57 Jahre alte Nürnberger in einem Interview mit der Nachrichtenagentur dpa. Schon als 16-Jähriger habe er mit dem Gedanken gespielt, nach Neuseeland auszuwandern. Mittlerweile bereue er, das er es nicht getan habe. Inzwischen befasse er sich wieder ernsthaft mit der Frage - und Neuseeland. Das Land habe ihn schon immer fasziniert, sagte Mollath.

Zunächst gehe es aber darum, sein Wiederaufnahmeverfahren vor dem Landgericht Regensburg zu einem guten Ende zu führen. Es soll am 7. Juli 2014 beginnen. „Ich wünsche mir, dass das ganze Verfahren von vorne aufgerollt wird“ - und auch, dass ausnahmslos alle Zeugen befragt werden, die bereits beim Verfahren im Sommer 2006 vom Landgericht Nürnberg-Fürth geladen waren. Einige von ihnen sein seinerzeit nicht zum Prozess erschienen.

Mollath: Werde in die Pfanne gehauen

Eine psychiatrische Begutachtung während des Prozesses lehnt er weiterhin ab. Dem vom Gericht bestellten Gutachter werde er sich auf keinen Fall „ausliefern“, betonte Mollath - auch wenn er vermute, dass der ihn nur „begrenzt in die Pfanne hauen“ werde. „Aber in die Pfanne komme ich“, sagte Mollath.

Mollath war 2006 von der Anklage, seine Frau misshandelt und Autoreifen zerstochen zu haben, wegen Wahnvorstellungen als schuldunfähig freigesprochen und statt dessen in die Psychiatrie eingewiesen worden. Erst in diesem Sommer kam er frei. Er selbst sah sich stets als Opfer eines Komplotts seiner Ex-Frau und der Justiz, weil er Schwarzgeldgeschäfte bei der HypoVereinsbank aufgedeckt habe.

Seit seiner Freilassung kommt Gustl Mollath bei verschiedenen Freunden und Bekannten in ganz Deutschland unter. Er hat zwar bereits Job-Angebote, möchte aber noch nicht acht Stunden am Tag arbeiten, sondern die Zeit lieber nutzen, um sich auf seinen Prozess vorzubereiten. Das bedeutet aber nicht, dass der 57-Jährige gar nicht arbeitet: "Ich repariere gerade den Wagen eines guten Freundes - auch um auszuprobieren, ob ich es nach den vielen Jahren noch kann."

dpa

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