Hagel und Regen: Erste Feste abgesagt

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Im Süden Bayerns - wie hier im Landkreis Fürstenfeldbruck - haben in der Nacht zum Mittwoch heftige Gewitter für Hochwasser gesorgt.

Kempten/München - Gewitter mit Hagel und starkem Regen sind am Dienstagabend über den Süden von Bayern hinweggezogen. Die ersten Kommunen ziehen Konsequenzen aus der schlechten Witterung und sagen Feste ab.

Das anhaltend schlechte Wetter fordert seinen Tribut: So haben verschiedenen Kommunen ihre für die nächsten Tage anberaumten Feste bereits abgesagt. So auch im Landkreis Fürstenfeldbruck.

Otto kam aus Frankreich. An den Alpen entlang zog das Tiefdruckgebiet nach Bayern. Am späten Dienstagnachmittag entlud es sich. Flächendeckend fielen 30 bis 60 Liter Regen, lokal wurden sogar knapp 100 Liter pro Quadratmeter registriert, berichtet Dominik Jung vom privaten Wetterdienst wetter.net. Mit 105 Litern in zwölf Stunden erwischte es Forchheim in Oberfranken am heftigsten. Jung: „Da hat’s richtig reingedonnert.“ Doch nicht nur dort.

Im Kreis Starnberg stürzten Bäume um, Straßen wurden überflutet und Keller liefen voll. Innerhalb von zwei Stunden rückten die Feuerwehren zu mehr als 40 Einsätzen aus. Auf einer Begleitstraße zur A 96 blieben zwei Autos in einem 50 Zentimeter tiefen See stecken und mussten von der Feuerwehr geborgen werden. Auch im Landkreis Fürstenfeldbruck regnete es Bindfäden, das Altstadtfest am kommenden Wochenende wurde vorsorglich abgesagt. Zu dem heftigen Regen kam gebietsweise Hagel und Sturm hinzu. Der Deutsche Wetterdienst in München (DWD) meldete Windstärke acht.

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Wettervorhersage

Noch heftiger als in Oberbayern waren die Unwetter in Franken. Viele Autofahrer standen im Stau, weil die Polizei wegen der Wassermassen Straßen gesperrt hatte. Im Landkreis Forchheim brach der Busverkehr fast komplett zusammen. Auch die Schulbusse wurden ausgebremst, viele Kinder mussten unfreiwillige Überstunden in der Schule machen. In einigen Vierteln in Nürnberg fiel sogar der Strom aus, weil Trafostationen überflutet waren. Kleine Bäche und Flüsse schwollen binnen weniger Stunden um zwei bis drei Meter an. Für mehrere fränkische Gewässer wurden Hochwasserwarnungen ausgerufen, am höchsten stehen die Pegel der Rednitz in Schwabach. Die Oberpfalz und Niederbayern sind weitgehend glimpflich davongekommen, auch für Oberbayern gibt es keine Hochwasserwarnungen.

Auch wenn das Wetter jetzt nicht schlagartig hochsommerlich wird, ist das Schlimmste wohl vorerst überstanden. Laut DWD sollen sich heute im Tagesverlauf zwar erneut einzelne Schauer und kurze Gewitter entwickeln, aber keine großen Unwetter mehr. In der Nacht zum Freitag lockern die Wolken zeitweise auf, gebietsweise fällt etwas Regen oder es gibt einzelne Schauer.

„Spätestens bis Freitag ist Otto verschwunden“, sagt Wetter-Experte Jung. Eine leichte Wetterbesserung sei in Sicht, die Temperaturen würden wieder leicht steigen. Einzelne Schauer, sagt Jung, kann es aber weiter geben. Es bleibt offen, wann der Sommer endlich zurückkommt.

Von Thomas Schmidt

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