Prien, Traunstein, Edling, Raubling...

Hier wurden falsche Asyl-Gerüchte gestreut

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Landkreis - Leicht sind sie oft nicht zu enttarnen: Falsche Gerüchte über Flüchtlinge bei Facebook und Co. Die "Hoax Map" zeigt nun, wo offensichtlich Lügen in die Welt gesetzt wurden.

"Landratsamt zahlt Haarverlängerung aus religiösen Gründen", "Zehn Asylbewerber fallen über junge Frau her"... Gerüchte wie diese kursieren massenhaft in den sozialen Netzwerken. Um sie zu widerlegen ist oft eine Menge Arbeit nötig. Ein anschauliches Beispiel lieferte ein Fall aus Traunstein Anfang Januar:

Ein Mädchen sei in einer Unterführung von einem Flüchtling vergewaltigt worden, hieß es auf Facebook. Die Polizei fragte sich von einer "sicheren Quelle" bei Facebook zur nächsten durch, die das Gerücht verbreitete - insgesamt acht User wurden so befragt. Am Ende stellte sich heraus: Es ging um den Übergriff in der Silvesternacht in Traunreut. Alles andere wurde hinzugedichtet und aus Traunreut wurde schließlich Traunstein.

Das Internetprojekt "Hoax Map" sammelt solche Fälle nun kartografisch und mit dem Nachweis, dass die Gerüchte frei erfunden wurden. Das englische "Hoax" bedeutet so viel wie "Schwindel". Die Karte bezieht sich auf den ganzen deutschsprachigen Raum, über 230 Fälle wurden bis dato dokumentiert - obwohl die Seite erst seit einer Woche online ist. Auch  aus unserer Region finden sich widerlegte Fälle aus Raubling, Prien, Kolbermoor, Edling oder eben Traunstein.

Die "Hoax Map" will nach eigener Aussage eine "Ordnung in die Vielzahl gestreuter Gerüchte bringen" und ihre "Dekonstruktion" erleichtern. Bei der Widerlegung beruft man sich auf etablierte Medien und setzt einen Link. Vollständig ist die Karte dabei wohl noch lange nicht, Ergänzungen können an die Betreiber via E-Mail geschickt werden.

xe

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